Trocken gefallene Schunterquelle

 

 

   Schunterquellen Koordinaten

 

 

Die eigentlichen Quellen der Schunter liegen beim Ort Räbke in einem Einschnitt am nördlichen Rand des Höhenzuges Elm, dem Gebiet der sog. "Teufelsküche". Das Wasser tritt aus mehreren, unterschiedlich starken Quellen aus, die einen Quellsumpf bilden, und sammelt sich dann in einem Graben, der sich noch weiter hinein in den Elm zieht, dort jedoch zumeist trocken liegt.

Die eher unscheinbaren Sickerquellen treten auf eine Länge von knapp 100 m an verschiedenen Stellen aus verkarsteten Muschelkalk-Schichten aus, fließen in dem Graben zusammen und sind dann in der Summe ihrer durchschnittlichen Schüttungen von rund 150 l/s so stark, dass das Bachbett bald eine Breite von etwa 2 m erreicht. Allerding schwankt die Schüttung niederschlagsabhängig und in Trockenperioden versiegen sie sogar weitgehend, weshalb die Schunterquellen zu den periodischen Quellen gehören, im Volksmund "Hungerquellen" genannt.

Die Schunterquellen sind wegen ihres typischen Erlen-Eschen-Quellwaldes und ihren typischen Vegetationsmerkmalen als Naturdenkmal ausgewiesen.

In früheren Jahrhunderten reichte das Wasser aus, um zahlreiche Mühlen zu betreiben. So gab es seit dem Mittelalter mindestens acht Mühlen an der Schunter und dem abzweigenden Mühlengraben. Besondere Bedeutung erhielten die Mühlen im 18. und 19. Jh. durch den Gewerbezweig der Papiermühlen, die sauberes und reichliches Quellwasser benötigten, und eine beachtliche wirtschaftliche Bedeutung erlangten. Um den Mühlenbetrieb auch während der Trockeperioden aufrecht erhalten zu können, wurden in Räbke einige Mühlenteiche angelegt.

Die Quellen liegen an einem Spazierweg und sind gut zu erreichen. Die Schunter selbst ist nach den Quellen allerdings umzäunt und von Dickicht umgeben. Wer sich für die Mühlengeschichte des Ortes interessiert, findet in Räbke noch einige interessante wasserbauliche Relikte und Mühlenbauten aus dieser Zeit, die die Gemeinde zu einem Rundgang zusammengestellt hat.