Prien bei Aschau Chiemgau

 

 

    Prientalweg Koordinaten

 

 

Die Prien ist ein Gebirgsfluss im Chiemgau mit knapp 40 km Länge. Sie entspringt im Gebiet des Spitzstein zwischen Sachranger Tal und Inntal auf einer Höhe von ca. 1.140 m ü. NHN - gerade noch in Österreich, überquert bald die Grenze zu Bayern und mündet in der Schafwaschener Bucht in den Chiemsee.

Dabei durchfließt die Prien das Sachranger Tal, wo sie die typischen Merkmale eines Karstflusses zeigt: in niederschlagsarmen Perioden fließt sie abschnittsweise unterhalb ihres Bachbetts, das dort dann zunehmend austrocknet, um weiter unten nach und nach wieder in ihr Bett einzusickern. Dadurch wird das Wasser des Flusses wiederholt gefiltert und ist außerordentlich klar. Im Winter steht häufig Restwasser im Bachbett, das besonders schöne Eiskristalle bildet. Nach starken Niederschlägen andererseits entwässert sie die Höhenzüge östlich und westlich des Sachranger Tals und kann dadurch stark anschwellen.

Mit solchen Wassermassen hat sie sich im Lauf der Zeit an mehreren Stellen tief ins Gestein gegraben. Der imponierendste Durchbruch ist der unterhalb der Kapelle "Maria an der Ketten", wo man von oben Blicke auf den Fluss werfen kann. Der heute bequeme und überaus schöne Weg hoch über der Prien war einst eine gefährliche Passage für die Fuhrleute. Die Kapelle erinnert an die Zeit, als diese Route noch die einzige war im Priental und Maut bezahlt werden musste. Ein Fuhrwerk mit sechs Rössern soll hier tief hinab in die Prien gestürzt sein. In einem Fenster der kleinen Kapelle ist neben dem heiligen Christopherus auch ein schwarzer Hund dargestellt. Der Sage nach soll ein Handwerksgeselle in der nahegelegenen Schmiede am Hammerbach Eisen mitgenommen und es in einer Felsenhöhle an dieser Stelle versteckt haben. Als er seine Beute holen wollte, stürzte ein großer schwarzer Hund aus der Felsspalte. Ein paar eiserne Kettenringe baumeln am Felsen und bezeugen den Namen "Maria an der Ketten".

Weiter südlich donnert etwas abseits des Prienweges bei Einfang der kleinere "Einfangwasserfall" des Floderbachs ins Tal, weiter südlich der größere Wasserfall der "Schossrinn" mit seinen fast 100 Metern  Höhe. Es führt ein gekennzeichneter Weg bis direkt unter den Wasserfall, der in kalten Wintern einen riesigen Dom aus blauem Eis bildet.

Wer möchte, kann den Weg entlang der Prien auch mit einem Abstecher zu der auf etwa 745 m ü. NHN gelegenen Hammerbachquelle verbinden, die in mehreren Wasseraustritten einer Kluft entspringt. Der Bach lieferte früher die nötige Energie zur Eisenverwertung und war zu diesem Zweck verrohrt. Heute dient er der Stromerzeugung. Das restliche Wasser der Quelle fließt über steiles Gelände der benachbarten Schlucht des Steinbachs zu. Der Weg führt am ehemaligen Kohlenbarrenhaus vorbei, in dem die im Priental zur Eisenveredelung gewonnene Holzkohle gelagert wurde und führt dann nach knapp 100 Höhenmeter oberhalb der Quelle vorbei, die von oben gut sehen ist. Den steilen und rutschigen Abstieg zur Quelle sollte man sich sparen. Folgt man dem Weg weiter, vorbei an der Ellandalm, so gelangt man zum Aschauer Karstweg.

Geschichtliches zur 350-jährigen Tradition der Aschauer Eisenverarbeitung am Hammerbach und in Hüttenwerken der Umgebung gibt es im Prientalmuseum auf Schloss Hohenaschau zu sehen.

Ein Spaziergang entlang der Prien ist besonders lohnend im Frühling und Frühsommer, wenn das Bett mit glitzerndem, glasklarem Wasser gefüllt ist. Im späteren Sommer trocknet es stellenweise häufig aus oder es bilden sich aufgrund von Überdüngung des an sich sehr nährstoffarmen Wassers in Kombination mit hoher Sonneneinstrahlung braune Fadenalgen und starker Bewuchs auf den Steinen.