Weissbachquelle

 

 

  Wasserloch Weißbachfälle Koordinaten

 

 

Der Weißbach entspringt auf etwa 750 m Höhe unterhalb des Scharnkopfs aus der Wasserloch-Höhle. Die Quelle mit sehr unterschiedlich starker Schüttung ist über einen Pfad gut zu erreichen, heute aber wenig bekannt. Früher galt sie - wie viele Quellen - als "mystischer" Ort und ihr Wasser als besonders kraftvoll. Erzählungen aus alten Zeiten berichten von Menschen, die an diesem geheimnisvollen Inzeller Wasserloch spurlos verschwunden sein sollen. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem kleinen Quelltopf eine enge Karsthöhle, die bei sehr niedrigem Wasserstand auf kurze Strecke befahren werden kann.

Der im "Wasserloch" entspringende Weißbach fließt zur Saalach, während das Wasser der etwas tiefer gelegenen Quellen rund 200 m nördlich zur Traun fließt. Chemische Parameter des Wassers weisen darauf hin, dass das Wasser der Quellen im Untergrund in Verbindung steht.

Der 8,6 km lange Weißbach fließt zunächst nach Osten und dann parallel zur B 305 nach Süden, wo er in Schneizlreuth auf 510 m Höhe in die Saalach mündet. Unterhalb des "Gletschergartens", der direkt an der Bundesstraße liegt, bildet er zunächst die über zwölf Meter hohen und bei hohem Wasserstand beeindruckenden Weißbacher Wasserfälle.

Der Gletschergarten ist ein Relikt des eiszeitlichen Saalach-Gletschers, der aus der Gegend von Zell am See bis hierher vorstieß. Er hat hier einen beeindruckenden Gletscherschliff erzeugt. Die Schrammen auf den Schliffen wurden von Steinen eingeritzt und zeigen die Fließrichtung des Eises an. Die zu Rundhöckern geschliffenen Vorsprünge des Felsens und erratische Blöcke (Findlinge) zeugen von den ungeheuren Kräften des strömenden Eises. Schmelzwasser, das in Spalten und Löchern nach unten stürzte, höhlte im Felsen Riesengletschertöpfe aus. Vor 15-20.000 Jahren, als sich die Gletscherzunge bis Weißbach zurückgezogen hatte, deckte ein Gletscherfluss die Schliffe, Rundhöcker und Riesentöpfe mit Schlamm und Kies zu, wodurch sie erhalten blieben. Beim Bau der Alpenstraße in den Jahren 1935 und 1936 wurde diese lockere bis zu 6 m mächtige Überlagerung abgeräumt und das in Deutschland einzigartige Naturdenkmal freigelegt. Gletschergarten und Weißbachfälle liegen mit einem Höhenunterschied von etwa 30 m übereinander und sind durch eine Treppe verbunden, die vom Parkplatz Gletschergarten nach unten führt.

Folgt man weiter dem Fluss, verengt sich das Tal zur landschaftlich sehr schönen Weißbachklamm. Jahrhundertelang wurde der Bach für die Holztrift zur Alten Saline in Bad Reichenhall genutzt. Aus den umliegenden Wäldern und Bächen kam das Holz in den Weißbach und wurde von dort in die Saalach und weiter zum Salzburger Wehr in Bad Reichenhall getriftet. Nach dem Bau der Staumauer Kiblinger Sperre an der Saalach um 1912 war dies nicht mehr möglich und das Holz wurde nur noch kurze Zeit direkt in Weißbach aus dem Bach gezogen und mit Pferdefuhrwerken zur Reichenhaller Saline gebracht.

Die Wanderung von der Weißbachquelle bis zur Mündung des Baches in die Saalach ist einschließlich eines Abstechers zum Gletschergarten ca. 9 km lang und erfordert neben Ausdauer festes Schuhwerk und Trittsicherheit. Nach starken Regenfällen kann der Pfad am Bach entlang zudem glitschig sein. Sie gilt dabei als eine der schönsten Wanderungen der weiteren Umgebung.

 

 

 

 

 

Inzell Weißbach Quellaustritt