Pflanzen im Quelltopf

 

 

  Ammerquellgebiet Koordinaten

 

 

Das Ammerquellgebiet ist aufgrund seines Bodenaufbaus eine der geologisch und hydrologisch interessantesten Gegenden Deutschlands. Von überwiegender Bedeutung sind die drei Hauptformationen: Trias, Jura und Kreide. Aus dieser Zeit stammt das Material, aus dem sich die Berge des Ammergebirges aufbauen. Die Form des Tales und der darunter gelegene mächtige Schotterkörper sind auf eiszeitliche Gletscher zurückzuführen mit späterer Ausbildung eines Gletschersees.

Für eine geohydrologische Rarität sowie angesichts der sehr interessanten Pflanzengemeinschaften in den rund 30 Quelltöpfen der "kleinen Ammerquellen" und auf den sie umgebenden Wiesen, ist das Gebiet erstaunlich wenig erforscht. Und selbst viele der Wanderer auf dem Weidmoos nehmen sich nicht die Zeit, dies einmalige Naturdenkmal eingehender zu erkunden - wohl auch weil entsprechende Hinweise fehlen.

Regen- /Schmelzwasser, das Wasser des fortschreitend versickernden Flusses Linder, der häufig schon bei Schloss Linderhof kein Wasser mehr führt, sowie versickerndes Wasser anderer Wasserläufe werden durch Schotter auf Grundwasserleiter mit verschiedener Neigung und unterschiedlicher Tiefe abgeführt.

Die tiefsten dieser Grundwasserleiter reichen bis ins Loisachtal, wo die Stadt München einen Teil ihres Trinkwassers gewinnt. So wird die Gegend westlich von Ettal sowohl zur Ammer wie zur Loisach hin entwässert, obwohl beide Flüsse hier durch einen Höhenrücken von über 1.600 m Höhe voneinander getrennt sind.

So komplex die Wasserführung unter der Erde ist, so kompliziert ist sie auch darüber: Im hier trockenen Flussbett (ab etwa 47.567903, 11.051803) tritt das Wasser wieder zutage, was gut zu erkennen ist, wenn man die Schotterbänke entlangläuft. Nahe dabei sickern die drei Quellen der "Großen Ammer" aus (47.570021, 11.051431 / 47.570157, 11.051790 / 47.569513, 11.053646; diese drei Quellen sind unspektakulär, nicht mit Hinweistafeln versehen, jedoch mittels Koordinaten im Wald zu finden).

Interessanter sind die kleinen Ammerquellen nördlich der Staatsstraße 2060. Sie werden vorwiegend aus dem versickerten Wasser der Linder gespeist, unentwegt steigen kleine Gasblasen auf, Färbung und Pflanzenbewuchs bezaubern im Sonnenlicht. Den Quelltöpfen entspringen kleine Quellbäche, in denen teilweise ebenfalls aus tiefen Löchern Blasen hochblubbern.

Die kleinen Ammerquellen vereinigen sich in einem schmalen Bachbett, die durch das Weidmoos nach Südosten abfließt. Ein Teil ihres Wassers wird in einen Kanal abgezweigt, mit Hilfe eines Dückers unter der regulierten großen Ammer hindurchgeführt und bei der Ettaler Mühle aufgestaut, um eine Turbine anzutreiben. Große Ammer, kleine Ammer und Mühlbach vereinigen sich in der Nähe der Bärenhöhle (Kapellenwand; 47.583650 11.074549) zum Fluss Ammer.

Das zwischen Ammer und Ettaler Mühle gelegene Weidmoos wird beschrieben als Kalkflachmoor mit Übergangskomplexen und kleinen Hochmoorinseln. Es entstand durch Verlandung eines nach der Eiszeit hier gelegenen Schmelzwassers und stellt vor allem wegen seiner Wasserverhältnisse eine Besonderheit unter den bayerischen Mooren dar.

Das 159 ha große „Ettaler Weidmoos“ wurde 1982 unter Naturschutz gestellt.