Almbachklamm Lichtwasser

 

 

    Almbachklamm Koordinaten

 

 

Die Entstehungsgeschichte der Almbachklamm beginnt mit dem Abschmelzen der Gletscher der letzten Eiszeit vor ca. 15.000 Jahren, deren Wasser sich tief ins Gebirge grub.

Der 3 km lange Wanderweg oberhalb des kristallklaren Wildbachs mit seinen zahlreichen Kaskaden und Gumpen weist einen Tunnel, 29 Brücken und 320 Stufen auf, über welche die 200 m Höhenunterschied überwunden werden. Er wurde im Jahr 1894 innerhalb eines Monates von Soldaten eines Ingolstädter Pionierbataillons errichtet.

Hochwässer, die besonders während der Schneeschmelze und Sommerunwettern auftreten, haben den Weg mehrfach zerstört (zum letzten Mal am 26. Juni 1998) und machten teure Instandsetzungsarbeiten nötig. Seit 1999 ist der Weg durch die Klamm von Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet. Am Ein- und Ausgang Hammerstiel wird eine Gebühr erhoben. Von Ettenberg aus ist die Klamm frei zugänglich. Wegen Lawinengefahr und Eisglätte sowie Schnee- und Eisbruch wird die Klamm im Winterhalbjahr für die Öffentlichkeit gesperrt.

Die Klamm ist - auch wegen ihrer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt - als wertvolles Geotop und Naturdenkmal ausgewiesen. Schön ist auch das Gestein der Klamm, das von hellen Ramsaudolomit dominiert ist. Der dem Kalk eng verwandte Dolomit besitzt einen wesentlich höheren Anteil an Magnesium, was ihn hart und spröde macht und seine Verkarstung verhindert. Andererseits ist Dolomit für mechanische Verwitterung anfällig: Wasser sprengt das Gestein beim Gefrieren, Schuttbildung ist die Folge.

Eine besondere Attraktion ist am Ausgang der Klamm eine durch Wasserkraft angetriebene Marmorkugelmühle. Sie stellt schon seit über 300 Jahren Steinkugeln und Murmeln, vorwiegend aus Untersberger Marmor her und ist die letzte noch produzierende Steinkugelmühle in Deutschland.

Im oberen Teil der Klamm befindet sich die Theresienklause, die nach Therese von Sachsen-Hildburghausen, Königin von Bayern benannt wurde. Oberhalb der Staumauer der Klamm ließen sich bis zu 15.000 m³ Wasser aufstauen. Während der Holztrift, die in der Almbachklamm noch bis 1963 durchgeführt wurde, ließ man durch Öffnen der Schleuse eine Flutwelle entstehen, von der bis zu 4,5 m lange Holzstämme durch die Schlucht befördert wurden.

Die Wanderung ist wegen des gut ausgebauten Weges auch für Kinder mit entsprechender Ausdauer geeignet.