Eibsee

 

 

  Eibseerunde Koordinaten

 

 

Sein kristallklares Wasser, seine im Sonnenschein fast unwirklichen Farben in allen erdenklichen Grün- und Blautönen, die starke Gliederung seiner Landschaft und schließlich seine großartige Lage vor dem Bergpanorama der Zugspitze machen den Eibsee 10 Kilometer südwestlich von Garmisch-Partenkirchen zu einem der schönsten Bergseen Deutschlands.

Entstanden ist das Eibsee-Becken durch Gletscher, die hier eine tiefe Mulde gruben. Im Lauf der Zeit haben Bergstürze das Becken teilweise wieder verfüllt, wodurch an den Rändern des Weitsees (Hauptbecken) der Untersee, der Braxensee, der Frillensee, das Steinriegelpriel und das kleine Drachenseelein entstanden sind. Sie werden zum Teil durch unterirdischen Karstquellen gespeist, deren kaltes und hartes Wasser die Verwitterung von organischen Stoffen so weit verlangsamt, dass das Totholz im Wasser langsam versteinert.

Zugleich hat sich die Überlaufschwelle des Sees durch die Felsabgänge erhöht, so dass er heute eine maximale Tiefe von 36 Metern und keinen oberirdischen Abfluss mehr hat, weshalb er den Blindseen zugerechnet wird. Man nimmt an, dass ein knapp 2 km nordöstlich gelegenes Quellgebiet des Kreppbaches unterirdisch von Eibseewasser gespeist wird. Allerdings sind die geologischen Gegebenheiten durch ein Zusammenspielt aus starker Verkarstung des Wettersteinkalks, eiszeitlichen Schottern, Bergstürzen und Murenabgängen sehr komplex und die unterirdischen Wege des Wassers noch unzureichend geklärt.

Die mittlere Höhe des Wasserspiegels am Eibsee liegt bei 973,3 m ü: NHN, sie kann in Abhängigkeit von Lufttemperatur und Niederschlägen aber um mehrere Meter differieren. An durchschnittlich gut 100 Tagen im Jahr ist der See von Eis bedeckt. Der See ist heute in Privatbesitz. August Terne hatte den See im Jahr 1884 für 10.000 Goldmark ersteigert und ihn nach und nach für den Fremdenverkehr erschlossen.

Mit einer Uferlänge von etwa 8 Kilometern kann der Eibsee auf einem Rundweg sowohl zu Fuß wie auch mit dem Rad umrundet werden. Der geschotterte und breite Weg mit nur geringen Steigungen ist in der Hochsaison aber oft sehr frequentiert. Deshalb sollte man es auch mit dem Rad gemütlich angehen, Abstecher zu den sehr unterschiedlichen kleinen Stillgewässern rundum machen und sich an dem Panorama erfreuen, das bei fast allen Wetterlagen beeindruckend ist - auch, wenn sich die majestätische Zugspitze einmal wieder in Wolken gehüllt hat.

Der nur 5 Meter tiefe Frillensee mit seinen verblockten Ufern, der nach der Frille (auch als Elritze bekannt) benannt ist, bietet im Frühjahr unzähligen Fröschen und Amphibien optimale Laichplätze. Von ganz anderem Charakter wiederum ist das Steinriegelpriel mit seinen versteinerten Baumstämmen und seinem glasklaren blauschimmernden Quellwasser oder der Untersee, an dem man entlanglaufen und dabei einige ruhige Badeplätze finden kann.

Bei diesen Exkursionen findet man eine Vielzahl unterschiedlicher Pflanzen, kann im Sommer mit etwas Glück Frösche und Lurche beobachten oder eine Ringelnatter, die sich im maximal 21°C warmen Wasser auf ein ungewisses Ziel zu schlängelt und dabei nicht nur weit schwimmen, sondern auch bis zu 20 Minuten lang tauchen kann. Wer die Augen offenhält, wird etwa 150 Meter östlich der Mündung des Kotbaches im äußersten Nordwesten des Sees die kleinen Seebergquellen (47.461533, 10.959517, 04_1_1_1062) entdecken, die direkt am Wegrand aus mehreren kleinen Spalten treten.

Am Ostufer werden Tretboote und verschiedene Wassersportgeräte veliehen, mit denen man eine der kleinen Inseln auf dem See ansteuern kann. Oder man macht eine Fahrt mit dem Ausflugsschiff.

Die größte Herausforderung oben am See und an der benachbarten Zugspitzseilbahn ist das Parken, das für Wohnmobile untersagt und für PKWs ordentlich teuer ist. So macht es durchaus Sinn, eines der öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen oder auch von Grainau entlang der Zugspitzbahn mit dem Rad die gut 200 Höhenmeter zum Eibsee hochzufahren.