Wasserroute Bad Reichenhall

 

 

 Wasserroute rund um Bad Reichenhall Koordinaten

 

 

Wer sich für Wasser interessiert, findet in Bad Reichenhall nicht nur schöne Quellen, Seen und Fließgewässer, sondern in der alten Saline auch ein Industriedenkmal, das reiche Informationen über die Geschichte des Salzes und über die Heilanwendungen durch Sole gibt.

Dass die Bewohner der Gegend seit jeher um die heilende Wirkung des Wassers wussten, zeigt gleich die erste Quelle auf einem Radrundweg, für den man sich einen ganzen Tag Zeit nehmen sollte: Der "Goldener Zweig" (47.745094, 12.891366) stand einst direkt auf der Grenze zwischen dem Erzstift Salzburg und Bayern und wurde wohl bereits im Jahr 1275 ein erstes Mal erwähnt. Noch heute hat die Quelle, die in wenigen Minuten von einem Wanderparkplatz (47.746384, 12.896486) aus zu erreichen ist, Freunde, die auf ihre Heilwirkung bauen und zum Dank an bestimmten Tagen Kerzen hier aufstellen.

Die weitaus größere Strailach-Quelle daneben ist in einem umzäunten Brunnenhaus gefasst. Am Fuß des Hanges treten etwa 20 m unterhalb der Quelle am "Goldenen Zweige" in einer naturbelassenen Auenlandschaft zahlreiche Sickerquellen aus, zu denen man sich allerdings einen Weg durchs Dickicht suchen muss. 

Wer den Weg unten an der Saalach wählt, kommt an den idyllischen Hoswaschbach, von dem aus eine landschaftlich sehr schöne Straße etwa 150 m hoch zum Listsee (47.735920, 12.834189) führt, einem Quellsee mit zumeist klarem, leicht bläulich schimmernden Wasser.

Zurück im Talgrund führt der Weg am Reichenhaller Mineralwasserbrunnen (47.729844, 12.851548) vorbei. Dabei liegt er in einem Gebiet mit mehreren, teils stark schüttenden Quellen, deren Wasser in Flaschen abgefüllt und für eine Fischzucht genutzt wird.

Dem Langackergraben folgend sieht man durch den lichten Wald tief unten ein Feuchtbiotop liegen, das ebenfalls von mehreren kleinen Quellen unter Wasser gesetzt wird, bevor der Weg wieder hinunter zum Thumsee führt. Hier findet man einen ausgehöhlten Baumstamm als Teil der früheren Soleleitung, der ersten "Pipeline" der Welt, die im gesamten Chiemgau einst einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor darstellte. Zahlreiche Informationen hierzu findet man im Museum der alten Saline in der Altstadt von Bad Reichenhall.

Die heute noch leicht salzhaltige, kleine Kirchholzquelle (47.728367, 12.888350) am Karlspark galt von jeher als heilsam, ihr Wasser war begehrt. Heute wird es in einem kleinen Teich gesammelt, an dem sich gut verweilen lässt.

Wer noch Lust auf eine Rarität hat und die etwa 50 Höhenmeter hinauf nach Großgmain nicht scheut, findet dort bei der Wallfahrtskirche einen wunderschönen barocken Marienbrunnen (47.724688, 12.906725). Die doppelte Brunnenfigur einer Maria lactans ist eine früher verbreitete Darstellung der Mutter Jesu als stillende Gottesgebärerin. Der Brunnen steht unter Denkmalschutz.

Den Rückweg kann man auf dem Dammweg am rechten Saalach-Ufer nehmen, der am Ende der Rundtour auf einer Fußgängerbrücke zurück zum Parkplatz führt.