Hinter dem Wasserfall mit Blick nach Osten

 

 

   Uracher Wasserfälle Koordinaten

 

 

Das landschaftlich sehr schöne Gebiet westlich von Bad Urach zeichnet sich durch die Formenvielfalt und Gestaltungskraft seines Wassers und einen naturbelassenen Bannwald mit vielen Moosen und Feuchtigkeit liebenden Pflanzen aus. Während der Uracher Wasserfall und der benachbarte Gütersteiner Wasserfall jedem Wanderer sofort ins Auge springen, ist die stark ausgeprägte Bildung von Kalktuffstein in diesem Gebiet durch den hohen Gehalt seiner Karstquellen an Härtebildnern nur bei genauerem Hinsehen zu erkennen.

Besonders gut sichtbar werden die weitflächigen Versinterungen am oberen Brühlbach, der schon kurz nach seiner Quelle bei der Wasserfallhütte auf 623 m ü. NHN als Uracher Wasserfall ins Tal donnert. Die Quelle hat sich hier mit den austretenden rund 70 bis 240 Litern Wasser pro Sekunde nach starken Regenfällen selbst ihr Plateau aus Kalktuff erschaffen. Auch das Gestein am Wasserfall besteht zu einem guten Teil aus Kalktuff. An der Absturzstelle des Wasserfalles beispielsweise bildet sich durch den dort abgelagerten Kalk ein über den Rand der Hochfläche hinausragender Kalktuffvorsprung, der immer weiter anwächst. Durch ihr Eigengewicht bricht diese Kalktuffnase von Zeit zu Zeit ab und stürzt in die Tiefe.

Am Gütersteiner Wasserfall hat sich das Wasser sogar eine eindrucksvolle, mehrere Meter hohe "steinerne Rinne" aus versteinerten Moosen geschaffen, die direkt unterhalb des aufgestauten Teichs auf halber Höhe des Wasserfalls gut zugänglich ist.

Auch um die Elefantenhöhle am Uracher Wasserfall lässt sich die Bildung von Kalktuff gut beobachten. Hier besitzt er teilweise hängende Formen, die durch versinertes Wurzelwerk und Farne vorgeformt sind. Die Höhle selbst ist eine kurze, jedoch überreich mit Tropfsteinen und Sinter versehen. Leider wurden viele ihrer Stalaktiten abgeschlagen

Früher wurde der Kalktuff (auch Travertin) zum Bauen verwendet, unter anderem der Uracher Amanduskirche und des Seeburger Kraftwerks.

Das Besondere am Gütersteiner Wasserfall ist seine imposante "Steinerne Rinne", eine bemooste Ablaufrinne aus Kalktuff, die das Wasser sich unterhalb eines künstlich gestauten Beckens durch Versinterung von Moosen, Farmen, Bakterienrasen usw. selbst geschaffen hat. In dieser immer feuchten und schattigen Umgebung gedeihen viele seltene Pflanzen.

Oben am Hochplateau liegt zudem des Naturdenkmal Rutschenhofbrunnen auf 740 m ü. NHN nah am Weg. Diese nie versiegenden Wasserquelle entspringt in einer natürlichen Doline im Karstgestein, unter dem sich die Niederschläge der Umgebung auf eine wasserundurchlässige Schicht aus Basalttuff sammeln. Auch ein vorzeitliches Vulkanmar ist an dieser Stelle nachgewiesen.

Durch Grabungen am nahen "runden Berg" wurden auch vorchristliche Siedlungsspuren in dieser Gegend nachgewiesen.