Seeoner Seen

 

 

  Seeoner Seenrunde Koordinaten

 

 

Wie der heutige Chiemsee und die benachbarte Eggstätter Seenplatte ist auch die Landschaft der Seeoner Seen von der letzten Eiszeit geprägt. Beim langsamen Rückzug der Gletscher brachen größere Eisblöcke ab und blieben inmitten von Geröllhalden liegen. Nach ihrem Abschmelzen hinterließen die Eisblöcke sog. Toteislöcher, tiefe wassergefüllte Kessel. Aus mehreren dieser Kessel entstanden die heutigen Seeoner Seen als typische Eiszerfallslandschaft.

Die ursprüngliche Wildnis aus Sümpfen, Mooren und Wäldern wurde dann vor mehr als 1.000 Jahren infolge einer Klostergründung durch den Pfalzgrafen Aribo langsam für eine landwirtschaftliche Nutzung urbar gemacht und zur Kulturlandschaft umgestaltet. Das Benediktinerkloster selbst wurde am größten der insgesamt neun, mittlerweile teils stark verlandeten Seen errichtet: dem Klostersee. Im Jahr 1803 wurde es im Zuge der Säkularisation aufgelöst und dient heute als Bildungsstätte des Bezirks Oberbayern.

Eine Besonderheit der Seeoner Seen besteht darin, dass sie keine oberirdischen Wasserzuflüsse besitzen. Die Seenkette wird ausschließlich von Grund- und Regenwasser gespeist, das nur sehr langsam und größtenteils auf unterirdischen Wegen an die benachbarten Fließgewässer abgegeben wird. Dieses wassergesättigte Milieu begünstigt die Entstehung von wertvollen Verlandungsbereichen, Feuchtgebieten und Mooren.

Das landschaftlich sehr reizvolle Gebiet nördlich des Seeoner Sees ist durch zahlreiche Wege und Pfade erschlossen und bietet mit dem Griessee ein beliebtes Badegebiet in dem sonst unter Naturschutz stehenden Gebiet. Die meisten der stark verlandeten Seen und kleineren Gumpen sind gar nicht zugänglich. Der besonders geschützte und fast 20 m tiefe Brunnsee hat wegen seiner zahlreichen Quellen auch im Sommer sehr niedrige Wassertemperaturen. Die Parameter seines Wassers werden als Indikator der Grundwasserqualität ganzjährig erfasst.

Die Wanderung, die im Frühjahr und Herbst besonders reizvoll ist, beginn man am besten am großen Parkplatz des Klosters. Im Norden des Klostersees gibt es eine Vielzahl von Wegen und Pfaden, die - je nach Kondition und Zeit - unterschiedliche Varianten für Wanderungen zulassen. Ein kleinerer Spaziergang sollte jedenfalls die Umrundung des nördlichen Teils vom Klostersee und des Brunnsees umfassen. Hier verbinden sich der landschaftliche und kulturelle Reiz der Seeoner Seenplatte in besonderer Weise.

Neben der Klosterkirche sollte man unbedingt auch das benachbarte Kirchlein Sankt Walburgis mit seinen teils freigelegten und rekonstruierten Malereien des späten 16. Jh. und seinem alten Friedhof besuchen. Die der hl. Äbtissin Walburga von Eichstätt geweihte Kirche diente ursprünglich dem hier vom 11. bis 13. Jh. angesiedelten Benediktinerkonvent. Später wurde sie dann Spitalkirche und ab 1481 war sie denn Pfarrkirche für das Kloster. Schön anzusehen und kraftvoll sind auch die Skulpturen des Künstlers Heinrich Kirchner aus dem benachbarten Ort Pavolding.

Prinzipiell können die Wege rund um den Seeoner See auch mit dem Fahrrad umrundet werden. Wegen der im Sommer zahlreichen Wanderer ist "freie Fahrt" allerdings kaum möglich. Hier bietet sich eher die Fahrt um die Eggstätter Seen an. Vor allem bei guter Fernsicht bietet sich als Alternative die Fahrt zwischen der Seeoner und Eggstätter Seenplatte auf der kaum befahrenen Straße über Oberbrunn und vorbei am Eschenauer See an. Sie gehört mit ihren herrlichen Blicken auf die Berge und ihren sanften Steigungen zu den echten Genusstouren im Chiemgau. Auch der Rückweg über das Weitmoos östlich von Eggstätt bietet schöne Eindrücke der Eiszerfallslandschaft nördlich des Chiemsees.