Sieben Quellen

 

 

  Sieben Quellen Koordinaten

 

 

Der Hauptquellteich der Sieben Quellen und seine zahlreichen Nebenquellen liegen am nordöstlichen Rand des Pfrühlmooses, einer ganzen Kette von Mooren, die sich in Nord-Süd-Richtung erstrecken und sehr zahlreiche Quellen aufweisen. Im Loisachtal, das beiderseits von steil abfallenden Felswänden begrenzt und mit eiszeitlichen Sanden und Schottern aufgefüllt ist, gibt es einen mächtigen und ergiebigen Grundwasserleiter, aus dem auch die Stadt München derzeit noch etwa 20 Prozent ihres Trinkwassers gewinnt. Wegen der Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel und damit auf die Vernässung der betroffenen Feuchtbiotope ist dies aber nicht ganz unumstritten.

Im Quellteich der Sieben Quellen gibt es mehrere starke Quellaufstöße, die an ihrer kreisrunden Form und der besonders intensiven türkisen Färbung der Sedimente am Boden gut zu erkennen sind. Insgesamt können die Quellen über 1.000 l/s schütten. Der Sulfatgehalt des Wassers weist auf Kontakt mit gipshaltigen Raibler Schichten hin. Hierbei handelt es sich um ein großes Spektrum verschiedener Sedimente und einen mehrfacher Wechsel zwischen Kalk, Dolomit, Mergel und klastischen Sedimenten wie Schieferton oder Sandstein.

Wegen des Sulfatgehalts des Quellwassers ist jedenfalls anzunehmen, dass es anderen Grundwasserschichten zuzuordnen ist als das der übrigen Quellen des Pfrühlmooses. Manchmal lässt sich selbst an dem vorbeiführenden Wanderweg ein leichter fauliger Geruch von Schwefelwasserstoff wahrnehmen. Direkt in dem Quellbecken sind beeindruckende Rasen aus verschiedenfarbigen Algen zu finden, die den besonderen Bedingungen des Wassers angepasst sind. Bei Totholz in den Quellen führt die hohe Mineralisierung und niedrige Temperatur des Wassers zur Versinterung.

Der abfließende Mühlbach mündet nach nur 1,5 km in die Loisach. Er ist hinsichtlich seines Wassers und seiner Pflanzen aber ein Kleinod, das noch kaum Anzeichen von Überdüngung aufweist. Auch dies ist ein Hinweist dafür, dass das Wasser der Sieben Quellen einer tiefen Gesteinsschicht mit guten filternden Eigenschaften entspringt. Da der Bach von Ried umgeben ist, findet man im oberen Verlauf kaum einen geeigneten Zugang. Allerdings kann man ihm in Eschenlohe ab einer überaus schönen Stelle ein Stück weit folgen.

Die Quellen sind vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als besonders wertvolles Geotop ausgewiesen, weshalb ein direkter Zugang zu den Quellen nicht möglich ist. Allerdings wurde eine kleine Plattform errichtet, von der aus zumindest der Hauptquelltopf gut zu sehen ist.

Zu den Quellen führt ein Wanderweg, der in Eschenlohe beginnt und durch die eindrucksvolle Naturlandschaft des Loisachtals weiter nach Süden gewandert oder geradelt werden kann. Kleine Bachläufe, Wasserfälle, glasklare Quelltümpel: Das Loisachtal zwischen Garmisch-Partenkirchen und Eschenlohe ist bekannt für seinen Wasserreichtum. Als Naturraum bietet es zudem ein vielfältiges Nebeneinander unterschiedlichster Lebensräume. Hier befinden sich Fließgewässer, Quellbereiche, Hochmoore, Übergangsmoore, Niedermoore, Streuwiesen, Wälder und Weiden. Sie sind die Heimat von etwa 500 bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Die Moore des Loisachtals sind in Bayern und Deutschland von herausragender Bedeutung.

Der Weg führt auch vorbei an dem weiter südlich gelegenen Quellgebiet Buchwies bei Oberau und lässt sich östlich von Farchant mit einer Tour zu den bekannten Kuhfluchtwasserfällen mit ihren Karstquellen verbinden.