Zwiefalten Wimsen

 

 

 Wimsener Höhle - Hasenbach - Kesselquelle Koordinaten

 

 

Die Wimsener Höhle – eigentlich zu Ehren des Herzogs Friedrich II. (des späteren Königs Friedrich I.), der die Höhle 1803 besuchte, Friedrichshöhle genannt – ist die einzige mit einem Boot befahrbare Wasserhöhle Deutschlands. Sie liegt im Gemeindegebiet von Hayingen etwa drei km nördlich von Zwiefalten. Aus der Höhle entspringt die Zwiefalter Aach, eine mit durchschnittlich 590 l/s starke, permanente Quelle mit allerdings sehr unterschiedlich starker Schüttung. Sie reicht von einem Minimum bei etwa 60 l/s bis maximal 6.240 l/s.

Von den 1.260 m Länge der Höhle sind nicht einmal zehn Prozent für den normalen Besucher zugänglich, der auf einem Kahn in die Höhle gefahren wird, da sich etwa 70 m hinter dem Eingang die Höhlendecke bis zur Wasserfläche hinabsenkt. Der Rest der Ganghöhle kann nur mit Tauchausrüstung erkundet werden. 1995 wurden in der Höhle allerdings Tonscherben und Menschenknochen gefunden, die darauf hinweisen, dass der Wasserstand in der Bronzezeit tiefer gelegen und die Höhle begehbar war. Dies belegen auch die Tropfsteine, die nur im Trockenen entstehen, aber in über zwei Meter Wassertiefe gefunden wurden. Im zwölften Jahrhundert wurde der Bach kurz unterhalb des Höhlenausganges für die Wimsener Bann-Mühle aufgestaut, in der die Untertanen des Klosters Zwiefalten ihr Getreide mahlen lassen konnten. Die malerisch gelegene Mühle ist heute ansprechend restauriert und mit einem kleinen Wasserkraftwerk verbunden.

Ihren besonderen Charme entwickelt die Wimsener Höhle im Zusammenspiel mit dem noch weitgehend ursprünglichen, 2,3 km langen Hasenbach, der von Norden kommend über Fallstufen und die wunderschönen Sinterterrassen der Wimsener Wasserfälle der Zwiefalter Aach direkt nach der Austrittshöhle zufließt. Er entspringt etwas nördlich mit einer Schüttung von 1 l/s und 500 l/s in dem überaus schönen Glastal am Fuß einer steilen Felswand unterhalb der Glashöhle am Lämmerstein. Für Höhlenfreunde hat die verkarstete Schlucht auch noch anderes zu bieten, etwa die Höhle bei der Burgruine Ehrenstein und die Bärenhöhle, zu denen hinauf man Abstecher unternehmen kann.

Die etwa 11 km lange Wanderung von Zwiefalten an der Aach mit ihrem herrlichen Bachbett voller leuchtender Pflanzen zur Quelle des Hasenbaches und zurück gehört zu den schönsten und abwechslungsreichsten Wanderungen der Schwäbischen Alb. Sie lässt sich verbinden mit dem Besuch von Kloster Zwiefalten, den Höhlen des Glastals, den Sinterterrassen nahe der Wimsener Höhle und nicht zuletzt von etwa Ende März bis Anfang November mit einer kurzen aber beeindruckenden Bootsfahrt in die Wimsener Höhle.

Eine der schönsten Quellen der Alb, die Kesselquelle am westlichen Ortsrand von Zwiefalten, mit einzigartig bläulich schimmerndem Quelltopf und einer durchschnittlichen Schüttung von 700 l/s ist leider nicht zugänglich. Der 22 m breite und vier m tiefe Quelltopf steht unter Naturschutz und ist komplett umzäunt. Ein Teil des Quellwassers wird in die Albwasserversorgung eingespeist - möglicherweise etwas zu viel, denn mitunter zeigt der Blick durch den Zaun einen recht erbärmlichen Tümpel mit so wenig Wasser, dass seine Leuchtkraft gänzlich verloren geht.  

Wer eine Radtour unternehmen möchte, kann den Weg durch das Glastal weiter führen bis hoch zum Wanderparkplatz Hayinger Brücke und von dort auf der Straße über Hayingen auf der landschaftlich hier sehr schönen L 245 zurück nach Zwiefalten fahren. Es empfiehlt sich, auch auf dieser Variante zunächst den überaus schönen Fußweg entlang der Zwiefalter Ach zu wählen, muss das Rad dann an einigen engen Passagen aber schieben, um keine Fußgänger zu belästigen.