An der Gailachquelle

 

 

    Gailachquellen Koordinaten

 

 

Die Gailach ist ein typischer Karstfluss mit einer Länge von etwa 22 km und einem Gefälle von rund 120 Metern. Bei Nörnsheim-Altendorf mündet die Gailach von rechts in die Altmühl.

Zum ersten Mal erscheint die Gailach auf 520 m ü. NHN im Weiler Kreut östlich von Monsheim, wo mehrere Wasseraustritte in einem See zusammenfließen, der allerdings so groß ist, dass er auch örtliches Oberflächenwasser sammelt. Deshalb ist er häufig eingetrübt und kaum als Quellsee zu erkennen.

Wenig unterhalb läuft ihr von links die Schippach bzw. das Maxquellbachl zu. Zwei Kilometer unterhalb von Warching versickert der Bach dann bei einem Rückhaltebecken in Dolinen der Monheimer Alb. Bei niedrigen Grundwasserständen zieht er sich komplett unter sein Bett zurück, während im Winter der Abfluss so hoch ist, dass der Bach auch hier Wasser führt.

Das versickerte Wasser der oberen Gailach tritt dann nach etwa vier km auf 420 m ü. NHN aus der Gailachquelle (48.860198, 10.988690) hinter der Schwamm-Mühle in Mühlheim wieder zu Tage. Der Zusammenhang der Dolinen mit der Quelle in Mühlheim wurde bereits im vorigen Jahrhundert durch das Einbringen von Streu und 1978 durch Farbversuche nachgewiesen. Die Quelle schwemmt auch gelegentlich Zwerghöhlenschnecken aus, die normalerweise in unterirdischen Höhlensystemen leben. Bei starken Regenfällen treten ca. 1,5-2,2 km talaufwärts zusätzliche, periodische Quellen zutage.

In drei Ausläufen aus Felsspalten am Dolomit-Hanganriss auf einer Länge von sechs Metern strömt das Wasser der Gailach. Erstaunlich ist, dass dort etwa zehnmal so viel Wasser zu Tage kommt wie bei Warching versickert. Die Quelle weist eine Schüttung von 600 bis 700 l/s auf, und der Bach ist sofort mehrere Meter breit. Das Einzugsgebiet der zweiten Gailachquellen wird zwar mit 78,72 km² angegeben, lässt sich angesichts der sehr komplexen und noch unvollständig erforschten unterirdischen Wasserführung tatsächlich nicht so genau bestimmen.

Die Gailach trieb einst auf ihrem 3 km langen Unterlauf vor der Mündung sechs Mühlen an: Außer der Schwammühle, die bereits 1282 erstmals urkundlich erwähnt wurde, die Kron-, Finster-, Markt-, Kröbel- und schließlich die Kohlmühle, die schon 1304 als Sternsehermühle erstmals bezeugt ist. Heute stehen die Mühlen still, die Gailach gilt als gutes Forellenwasser und bietet wegen ihres naturnahen Zustands der Wasseramsel Lebensraum. Auf der Suche nach Insekten und Schnecken kann dieser Vogel mit auffallender weißer Brust, der sonst hauptsächlich im Alpenraum beheimatet ist, schwimmen, tauchen oder sogar am Grund des Baches entlanglaufen.

Durch das reizvolle, von artenreichen Trockenrasen gesäumte Gailachtal führt ein Radweg, teilweise direkt am mäandernden Flüsschen entlang. Kurz vor Mörnsheim, gegenüber der Finstermühle, erhält die Gailach Wasser aus sieben eng beieinanderliegende Quellen, die „Sieben Brünnlein“ (48.863547, 10.999304) genannt werden. Kurz vor ihrer Mündung liegt am nördlichen Talhang das interessante „Grafsloch“, eine Felsformation mit einer schon vor 70.000 Jahren vom Menschen begangenen Höhle. Nach den Tropfsteinansätzen an ihrer Decke heißt sie auch „Steinerner Rosenkranz“. Nördlich der Gailachmündung liegt über den Felspartien des Altmühltals der ausgedehnte „Wacholdergarten“, eine typische Karstlandschaft mit übermannshohen Wacholderbüschen.