Leinleitertal mit Quelle

 

 

  Leinleitertal Koordinaten

 

 

Nach stärkeren Regenfällen oder während der Schneeschmelze, wenn die Leinleiter aus ihren oberen Tummlern kräftig mit Wasser versorgt wird, gehört die Wanderung im Leinleitertal oberhalb Heroldsmühle zu den spannendsten Wassererlebnissen in Bayern.

Dann setzt der große Tummler das gesamte Leinleitertal unter Wasser. Wie groß die Wucht seines Wassers sein kann, sieht man an den großen Felsbrocken, die es aus der 18 m langen Quellhöhle gespült hat. Während der große Tummler jeweils nur für kurze Zeit Wasser führt, ist der kleine Tummler etwa 200 m talaufwärts länger aktiv. Schon dieser alleine kann zusammen mit zahlreichen kleineren Wasseraustritten das Tal so mit Wasser anfüllen, dass es ratsam ist, mit Gummistiefeln zu laufen, um dem Pfad links und rechts der Leinleiter folgen zu können, ohne nasse Füße zu bekommen.

So sehr uns heute die periodischen Quellen faszinieren, so galt es in früheren Zeiten als schlechtes Omen, wenn sie im Frühjahr kräftig Wasser führten. Man deutete dies als Zeichen, dass Missernten bevorstünden. Deshalb werden periodische Quellen in manchen Gegenden, etwa der schwäbischen Alb, auch als "Hungerbrunnen" bezeichnet. In Franken wiederum werden insbesondere besonders starke periodische Quellen als Tummler bezeichnet.

Viele von ihnen, insbesondere solche, die ohne Vorwarnung plötzlich als Fontänen aus der Erde schossen und dabei ganze Orte unter Wasser setzten, wurden schon früh zugeschüttet, verschlossen, überbaut. So gehört der große Tummler im Leinleiter Tal zu einem der letzten, die ihr Temperament noch ungezügelt ausleben dürfen.

Aber auch im Sommer ohne Wasser ist das Trockental der oberen Leinleiter wegen seiner Magerwiesen mit vielfältigen Blumen, Schmetterlingen, Amphibien und Insekten einen Besuch wert. Jedes Jahr wird es von einem Wanderschäfer besucht, um die Flächen offen zu halten und so diesen wunderbaren Charakter zu bewahren.

Die ständig schüttende und als  Naturdenkmal ausgewiesene Leinleiterquelle liegt etwas nördlich der Heroldsmühle auf 475 m ü. NHN. Aus mehreren Einzelquellen tritt entlang eines etwa 40 m langen Beckens Karstwasser mit einer mittleren Schüttung von etwa 20 l/s aus.

Eine schöne Einstimmung auf die Leinleiterquellen ist es, die ruhige und bezaubernde Landschaft von Ebermannstadt am Fluss entlang bis zur Heroldsmühle mit dem Rad zurückzulegen.