Gieselautal

 

 

Gieselautal Koordinaten

 

Die Gieselau ist ein Bach im östlichen Dithmarschen, der urkundlich erstmals 1531 als „Gieselowe“ erwähnt wurde. Er hat mehrere Quellbäche und zeichnet sich in Teilen seines Oberlaufs in der so genannten Dithmarscher Schweiz durch eine wunderbare Auenlandschaft aus, wie sie in dieser Form in Deutschland leider selten geworden ist. Unter anderem ist die Gieselau Laichgewässer für Meerforellen. Allerdings wurde auch sie durch den Bau des Nord-Ostsee-Kanals, der sie von ihrem natürlichen Zulauf zur Eider abtrennte, stark beeinträchtigt.

aus: Umweltanwendungen Schleswig-Holstein: Gieselautal mobil barrierefrei

Um das Archäologisch-Ökologische Zentrum in Albersdorf wurde das Gieselau-Tal in der hügeligen Geestlandschaft in den letzten Jahrzehnten renaturiert. 2004 wurde das FFH-Gebiet Gieselautal gegründet. Regelmäßig auftretende Hochwasser haben hier eine wunderbare Auenlandschaft mit ausgedehnten Feuchtgebieten geschaffen. Das Wurzelwerk vieler Bäume ist unterspült und freigelegt, sodass man hier zum Teil bizarre Wurzelformen und Höhlen entdecken kann. An den sanft ansteigenden Flanken wächst ursprünglicher Laubwald mit kraftvollen Bäumen. Die Flora bietet nicht nur Wasser- und Sumpfpflanzen, sondern auch seltene Arten, die an ein solches Zusammenspiel von Überschwemmungsland und licht bewachsenen, sonnigen Hängen gebunden sind. Mit der nötigen Geduld lassen sich Eisvögel, Gebirgsstelzen, Wasseramseln, Schwarz- und Grünspechte beobachten.

Ein ausgeschilderter Rundweg erschließt die malerische Schönheit des Bachtals. Dabei sollte man sich vor Augen führen, dass das heutige Profil der Landschaft auch hier im Norden Deutschlands entscheidend geprägt ist von der letzten Kaltzeit (Wasserland Deutschland), die ihre Gletscher erst vor etwa 12.000 Jahren nach Skandinavien zurückzog. Der am Rand des Gieselautals gelegene Steinzeitpark Dithmarschen vermittelt ein anschauliches Bild von den Verhältnissen, unter denen die Menschen lebten, als sie sich das Land vor Jahrtausenden vom Eis und den Hinterlassenschaften der Gletscher wieder zurückeroberten. Im Mittelalter führte hier der Dithmarscher Ochsenweg entlang.

 

Wir empfehlen, den Parkplatz am Steinzeitpark als Ausgangspunkt für die rund viereinhalb Kilometer lange und abwechslungsreiche Rundwanderung zu wählen (Komoot: Tourenvorschlag).