Hörschbachschlucht
Hörschbachschlucht mit Brünnlesweg 
Der Hörschbach ist ein gut fünf Kilometer langer Bach im Rems-Murr-Kreis, der nördlich des Weilers Hörschelhof aus dem Zusammenfluss von Mähderbach und Langenwaldbach entsteht und in Murrhardt von links in die Murr mündet. Die Quellbäche entspringen im Keuper, einem ca. 200–250 Millionen Jahre alten Sedimentgestein, das überwiegend aus Ton-, Mergel- und Sandsteinen besteht.
Zum überwiegenden Teil verläuft der Hörschbach im 1995 eingerichteten, 46 Hektar großen Naturschutzgebiet um die tief eingekerbte Hörschbachschlucht. Das Wasser hat hier über die Jahrtausende Gesteinsschichten aufgeschlossen und markante Felsen gebildet. An geologischen Abbruchkanten bildet es heute einen 12 Meter hohen hinteren Wasserfall (48.958067, 9.548550) und knapp zwei Kilometer flussabwärts einen fünf Meter hohen vorderen Wasserfall (48.971800, 9.554267).
Die idyllische Schlucht mit ihren markanten Formen, steilen Rutschhängen aus buntem Mergel und Gipskeuper, mit ihrem alten Bestand an Laubbäumen, ihren vielfältigen Farnen und Moosen entlang des Baches beeindruckte die Menschen seit jeher. Schon in der Oberamtsbeschreibung Backnang von 1871 konnte man lesen: „Durch die hier anstehende Gebirgsart bedingt, ist das Gebirge in eine Menge von Kuppen, Mulden, Rinnen und Schluchten verzweigt und bietet so ganz reizend mannigfaltige und feine Formen ... rauscht in allen diesen Schluchten und Tälchen ein klarer Bach, oft über hohe Sandsteinbänke nieder; der schönste und stärkste Wasserfall ist der des Hörschbaches in der malerischen Hörschklinge".

Allerdings haben Wasser und Wind auch in dieser Schlucht ihren Tribut gefordert. Der anspruchsvolle Weg, der in der engen Schlucht direkt am Bach entlangführte, wird nach wiederholten Gesteinsrutschungen und Sturmschäden nicht mehr gepflegt und war Stand September 2023 gesperrt. Immerhin kann man von der Trailhofstraße aus noch ein kleines Stück in die Schlucht hineingehen und sich von ihr bezaubern lassen – sofern einen nicht Menschenmassen überrollen. Während der Corona-Zeit hatte sich nämlich ein regelrechter Hype um die Hörbachschlucht entwickelt und sie war so überfüllt, dass die Natur abends hörbar aufatmete, wenn alle die SUVs wieder gen Heimat rollten.
Von einem der Hörschbachparkplätze führt die Wanderung heute auf Wegen oberhalb der Schlucht entlang, von denen man immer wieder Blicke hinab in die Schlucht werfen kann. Die Wasserfallstraße oberhalb des linken Ufers führt an zwei Quellen (48.967517, 9.548817) vorbei. Sie wird nach Norden verlängert durch den Brünnlesweg, an dem fünf weitere Quellen kindgerecht nach Märchenmotiven gestaltet wurden.