Dänemark
Reiseinformationen
Der Tourismus Dänemarks wird zum großen Teil geprägt von Ferienhäusern und Campingplätzen und spielt sich überwiegend an den Küsten mit ihren endlosen Sandstränden und Dünenlandschaften ab. Beliebt sind auch die Städte des Landes, allen voran die Hauptstadt Kopenhagen, die mit ihren knapp 700.000 Einwohnern zu den schönsten und lebenswertesten Städten der Welt zählt. 2025 konnte das Land mit 66 Millionen Übernachtungen einen neuen Höchstwert verzeichnen, wobei die Deutschen den größten Anteil ausländischer Besucher stellen. Nur ein kleinerer Teil der Touristen macht sich allerdings im Landesinneren auf die Suche nach den Schätzen Dänemarks.
Nahezu jeder, der von einem Dänemarkurlaub zurückkehrt, findet das Land „sympathisch". Seine Bewohner sind entspannt und freundlich, „hyggelig" wie die Dänen es selbst nennen, es gibt vergleichsweise wenig Verbote, viele idyllische Orte mit gemütlichen Gaststätten, kraftvolle mittelalterliche Kirchen, moderne und übersichtliche Städte. Dem kulturell Interessierten bietet Dänemark reiche Hinterlassenschaften seiner Geschichte und Museen von Weltrang, für die man zumeist auch kurzfristig Eintrittskarten bekommt. Einen ersten Einstieg in lohnende Reiseziele geben die Seite „Dänemark Rundreise zum UNESCO-Welterbe", VisitDenmark und die Reiseinfos auf Urlaub in Dänemark.
Das vom Golfstrom geprägte Meeresklima ist wechselhaft, besonders an der Nordseeküste im Winter auch stürmisch und rau, die Sommer sind dafür nur mäßig heiß und die Tage vom Frühjahr bis zum Herbst lang. Die Zahl der jährlichen Sonnenstunden ist ähnlich hoch wie in Deutschland, die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 7,7 °C.
Die Preise sind etwas höher als in Deutschland, für Zigaretten und vor allem für Alkohol zahlt man deutlich mehr. Mittlerweile reicht es aus, ein paar wenige dänische Kronen mitzuführen, weil fast überall mit Karte gezahlt wird. Lediglich ein paar abseits gelegene kleine Museen und Kaufläden verfügen noch über kein Kartenlesegerät - oder es fehlt das Netz.
Erkundet man das Landesinnere, so fällt schnell auf, dass die Blicke weit sind, die Straßen geringe Steigungen aufweisen, der Straßenverkehr ruhig und geordnet verläuft und auf die zahllosen Radfahrer Rücksicht nimmt, die Wanderwege gepflegt sind und Beschilderungen logisch und verständlich. Zwar fehlt das Jedermannsrecht, das es in den übrigen Ländern Skandinaviens ermöglicht, in freier Natur zu übernachten. Doch Zelten ist außer auf Campingplätzen auch auf zahlreichen Naturlagerplätzen gestattet, für Wohnmobile gibt es zahlreiche Stellplätze. Auch auf manchem Bauernhof wird man auf Nachfrage freundlich eingeladen, das Wohnmobil für eine Nacht abzustellen.
Geologie und Landschaften
Die Landschaft Dänemarks ist auf den ersten Blick geprägt von der Ost- und Nordsee. Der dänische Anteil am Wattenmeer umfasst etwa 10 % des gesamten UNESCO-Weltnaturerbes. Dabei bringt es das flächenmäßig mit 43.000 Quadratkilometer kleine Land auf 443 Inseln, die einen Namen tragen, davon 72, die bewohnt sind. Zusammen mit der stark zerklüfteten Küstenlinie entsteht dadurch eine Gesamtküstenlänge von 7.400 Kilometern, rund 5.000 Kilometer davon Sandstrände. Viele der Inseln sind erst durch den dramatischen Meeresanstieg nach der letzten Eiszeit entstanden. Die Seefahrt hatte von jeher große Bedeutung. Schon die Vorfahren der heutigen Dänen kamen im sechsten Jahrhundert aus dem heutigen Südschweden übers Meer und die Wikinger waren kühne und gefürchtete Seefahrer, die im Jahr 1012 ihre erste Siedlung auf dem amerikanischen Kontinent errichteten. So sind die Dänen dem Meer bis heute eng verbunden.
Geologisch wurde das rohstoffarme Land geprägt von den Eiszeiten des Pleistozän, das vor etwa 2.588 Millionen Jahren begann und vor 11.650 Jahren endete. Die gewaltigen Eismassen hatten ein solches Gewicht, dass es bis heute in Teilen des Landes zu geringen postglazialen Landhebungen kommt. Auf dem Untergrund des stabilen Baltischen Schilds aus kristallinem Gestein, das teilweise von einer Salzschicht bedeckt ist, haben Gletscher ein Sedimentbecken geschaffen, das sich über mehrere hundert Millionen Jahre kontinuierlich absenkte und mit Schottern füllte.
Während der Kreidezeit, vor etwa 70 Millionen Jahren, war Dänemark von einem sauerstoffreichen, eher flachen Meer bedeckt, das Fischen, Tintenfischen, Muscheln, Schnecken, Seeigeln und Schwämmen Lebensraum bot, die heute als Fossilien zu finden sind. Die Mikroorganismen lebten in den oberen Schichten des Meeres und ihre kalkhaltigen Schalen bildeten die Kreide, die von schwarzen Feuersteinschichten durchzogen wird. Sie entstehen durch die quarzbasierten Schalen eines Teils der Mikroorganismen, die ursprünglich fein in der Kreide verteilt waren. Die chemische Zusammensetzung des Grundwassers in den Poren der Kreide war aber nicht homogen, sodass es Bereiche gab, in denen sich der Quarz auflöste, und andere, in denen er sich wieder ablagerte, wodurch die dunklen Bänder entstanden.
Die obersten Gesteinsschichten bestehen hauptsächlich aus dieser Kreide und Danium-Kalkstein, Sandstein und stellenweise Evaporiten wie Salz und Gips. Die Mönsted Kalkminer als weltweit größte Kalkgruben erschließen das Gestein durch ein weitverzweigtes Stollensystem von über 60 Kilometer Länge. Ein Teil davon ist heute als beeindruckendes Besucherbergwerk zugänglich. An der Küste geben unter anderem die bekannten Klippen der Insel Mön ein Bild von der Mächtigkeit der Kreideablagerungen.
Die Oberfläche der flachen Landschaft wurde geprägt von der Weichselkaltzeit, die vor 11.600 Jahren endete und Moore, Heiden und Dünen hinterließ. Die urzeitlichen Wälder, die das Land bedeckten, mussten in historischer Zeit zunehmend der Landwirtschaft weichen und dem Bedarf an Nutzholz, sodass es heute kaum noch Bestände gibt. Die 15% Waldfläche im heutigen Dänemark werden fast ausschließlich von Wirtschaftswäldern gestellt.
Etwa 60% der Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt, was das Landschaftsbild entscheidend prägt. Viele der einst ausgedehnten Moore wurden schon im Mittelalter melioriert, Heidegebiete mit sandigen und mageren Böden wurden im 18. Jahrhundert von deutschen Siedlern angeworben, um dort Kartoffeln anzubauen. Allerdings zeigten die Bemühungen dieser „Kartoffeldeutschen" nur geringe Erfolge.
Wer sich aber auf die Suche begibt, findet noch Reste der ursprünglichen Landschaft. Das größte Hochmoorgebiet Lille Vildmose (bei Aalborg) hat eine Fläche von 7.800 Hektar und ist geschütztes Natura 2000-Gebiet. Es ist bekannt für seine Artenvielfalt, darunter Seeadler, Kraniche und wiederangesiedelte Elche. Das Nydamer Moor, Vimose auf Fünen und der heutige Vingsted See bei Velje wurden als Opfermoore genutzt, wie Artefakte aus der frühen Eisenzeit belegen.
Die noch verbliebenen Heidegebiete, die man vor allem in Jütland findet und die zum Teil durch Wanderwege erschlossen sind, bieten besonders während der lila Blüte der Heide im August einen herrlichen Anblick. Auch in vielen der noch erhaltenen Auenlandschaften, Seen- und Quellgebiete trifft man auf eine wunderbare Natur, die vielerorts mit Pfaden und Stegen erschlossen ist.
Dänemarks Gewässer
Grund- und Trinkwasser
Die Trinkwasserversorgung des Festlands wird zu fast 100% des Bedarfs mit Grundwasser gesichert. Etwa ein Drittel davon stammt aus Oberkreide- und Danian-Kalksteingrundwasserleitern, die von Sedimenten bedeckt sind. Das Wasser ist überwiegend zwar hart, aber von guter Qualität. Wo die Sedimente allerdings nur eine geringe Stärke und damit Filterwirkung haben, insbesondere wo das Gestein direkt an der Oberfläche liegt und Karstmerkmale aufweist, ist das Grundwasser stark durch Schadstoffeinträge gefährdet.
Auf den meisten der kleineren Inseln fehlt Grundwasser, sodass früher das Regenwasser in Becken gespeichert werden musste. Heute werden Anlagen zur Meerwasserentsalzung betrieben.
Fließgewässer und Seen
Die Gesamtlänge der dänischen Fließgewässer beläuft sich zwar auf ungefähr 69.000 Kilometer, davon machen den Hauptanteil aber kleinere Wasserläufe, Bäche und Wassergräben mit einer Gewässersohle von weniger als zweieinhalb Metern aus. Lediglich zehn von ihnen sind länger als 50 Kilometer und die Dänen selbst bezeichnen keinen von ihnen als Fluss (dän. Flod), sondern als Wasserlauf.
Wegen der Moore und der vielen anmoorigen Böden führen die meisten Bäche und Seen dunkel gefärbtes Wasser. In den Karstgebieten haben einige kleinere Seen und Bäche hingegen glasklares Wasser. Auch in Dünenheiden wie denen des Nationalparks Thy mit seinen windgebeugten und knorrigen Bäumen findet man in großer Zahl kleine und nährstoffarme Klarwasserseen mit Sandgrund. Sie sind Habitat charakteristischer Pflanzenarten wie Wasser-Lobelie, Brachsenkraut, Strandling und Gewöhnlicher Pillenfarn.
Größter Süßwassersee Dänemarks ist der knapp 40 Quadratkilometer große Arresö, der vor 4.000 Jahren durch Landhebung vom Fjord des Kattegats zum Binnensee wurde. Zehn Kilometer östlich liegt der Esromsee, der zwar kleiner ist, aber der wasserreichste See des Landes. Zu den größeren Seen gehört auch der Tissö, der mit seinen gut zwölf Quadratkilometern zugleich das vermutlich größte Toteisloch Dänemarks ist. Größter Stausee ist der 1920 angelegte, zehn Kilometer lange Tange Sö in Mitteljütland. Insgesamt ist das Potential für Stauseen wegen des flachen Landschaftsprofils Dänemarks gering.
Quellen und Heilige Quellen
Bedingt durch die Art des Untergrunds und ähnlich wie in der norddeutschen Tiefebene ist die Zahl natürlicher Quellen in Dänemark eher gering. Thermalquellen gibt es gar keine, die wenigen natürlichen Mineralquellen führen überwiegend eisenhaltiges Wasser. Artesische Quellen, die unter so hohem Eigendruck aus dem gespannten Grundwasser aufsteigen, dass sie eine Fontäne bilden, gibt es außer der Springkilden am Lindenborg A kaum.
Die kommerziell genutzten Mineralwässer wurden überwiegend im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert erbohrt. In einigen Fällen wurden hierfür Plätze mit altbekannten natürlichen Quellen genutzt, wie die Arnakkekilden beim Kunst-Center Silkeborg mit ihrem sehr reinen und weichen Wasser. Die 750.000 Liter Wasser, die aus dem Grundwasserreservoir heute täglich gewonnen werden, nutzt die 1847 gegründete und heute weltbekannte Brauerei Carlsberg.
Besonders in Dänemarks Karstgebieten, etwa südlich von Aalborg, findet man einige überaus schöne Quellen und Quelltümpel, unter ihnen auch Limnokrenen mit dem charakteristischen Türkis von kalkhaltigem Wasser.
Heilige Quellen und der Quellenkult
Angesichts der relativ geringen Zahl an Quellen sowie der Reformation, die den Quellenkult in anderen Ländern zum Stillstand brachte, erstaunt die recht hohe Zahl Heiliger Quellen in dem überwiegend evangelisch-lutherisch geprägten Land. Manche der Andachts- und Heilbrunnen wurden von der Bevölkerung bis in jüngere Zeit genutzt. Nach Schätzungen soll es rund 700 von ihnen gegeben haben, die allerdings nicht gleichmäßig über das Land verteilt waren. Manche der Heiligen Quellen sind heute unter Deckeln versteckt, nicht mehr zu finden oder auch versiegt.

Karte der Heiligen Quellen in Dänemark
Es ist davon auszugehen, dass die Wurzeln des Quellkults auch in Dänemark bis in die Bronzezeit und weiter zurückreichen. Manche Quellen galten als heilig, weil sie an einem geheimnisvollen und mystischen Ort entsprangen, einem sogenannten „Hov", wo Naturreligionen sich ihren Göttern besonders nah fühlen. Später wurden sie christianisiert. Eine große Zahl wurde dabei Johannes dem Täufer gewidmet, dem wir in ganz Skandinavien als „Sct. Hans" begegnen und dessen Fest die Kirche am 24. Juni begeht. Es ist anzunehmen, dass an vielen der „Sct. Hans"-Quellen zur Zeit der Christianisierung Dänemarks seit Mitte des neunten Jahrhunderts Taufen stattfanden.
Manche der Heiligen Quellen findet man auch entlang der alten Handelsrouten und Wege, die das Land durchzogen, sowie an den Küsten. An einigen wurden kraftvolle Kirchen errichtet, die man in Skandinavien fast überall noch weitgehend in ihrem ursprünglichen Zustand findet. Zur Sommersonnenwende wurden an einigen „Kirkekilden" mehrtägige Jahrmärkte abgehalten. Aufzeichnungen zur Sankt Mogens Kilde in Mogenstrup lassen für das 17. Jahrhundert den Schluss zu, dass sich am „Sct.-Hans-Tag" rund 700 Kranke und insgesamt mehrere Tausend Menschen hier einfanden.
Einen besonderen Stellenwert besaßen die Heiligen Quellen in Roskilde, wo sie den Anlass zur Stadtgründung gaben. Seine Glanzzeit erlebte der Bischofssitz im 12. und 13. Jahrhundert, als Roskilde neben Schleswig und Ribe die bedeutendste Stadt Dänemarks war. Die Dichte an Quellen, auch Heiligen Quellen ist einzigartig in Dänemark und die Stadtverwaltung stellt einen hübschen Rundweg vor, der durch die Gassen zu den Quellen, zu dem beeindruckenden Dom (UNESCO-Weltkulturerbe) und dem sehenswerten Wikingerschiffsmuseum führt.

Roskilde Dom - UNESCO-Weltkulturerbe
Kurzum: Dänemark ist ein wunderbares Urlaubsland (nicht nur) für Einsteiger, die eine entspannte Lebensart, Erholung, ein lebendiges kulturelles Erbe und eine gut zugängliche Natur suchen.
Weiterführende Links:
- VisitDenmark - Offizielle Tourismusseite
- Heilige Quellen Dänemarks (Datenbank)
- Sankt Hans und Sommersonnenwende - Historische Hintergründe