Kalktuff

Bei Kalktuff, auch Quellkalk, Quelltuff oder Bachtuff genannt, handelt es sich um ein noch junges Gestein. Es entsteht, wenn kalkgesättigtes Wasser durch Sonne erwärmt wird oder an Turbulenzen oder Pflanzen Kohlendioxid verliert. Dann fällt der im Wasser gelöste Kalk als so genannter Kalktuff aus. Kalktuff findet sich in allen Karstgebieten, in Deutschland vor allem am Rand der Schwäbischen und der Fränkischen Alb sowie im Alpenvorland.

Viele mächtige Kalktuffvorkommen wurden während der Interglaziale oder im Atlantikum gebildet. Aber auch heute bilden sich Kalktuffe rezent an kalkübersättigten Quellbächen und formen Steinerne Rinnen, Kalktuff-/Sinterterrassen und inkrustieren Wurzeln, Moose und Äste. Über den Begriff Kalktuff herrscht übrigens Uneinigkeit. So wird er oft auch als Sinter oder Travertin bezeichnet.

Die Struktur von Kalktuff ist wesentlich abhängig, ob, wie viele und welche Pflanzen mit versteinert werden. Im Gegensatz zum (annähernd) reinen kristallinen Kalkstein, wie er bei Sinter ausgebildet ist, entstehen durch das Vorhandensein von Pflanzen bei der Steinbildung Hohlräume im Gestein. Durch diese poröse Struktur erhält Kalktuff einen hohen Dämmwert und wurde bereits in der Vergangenheit regional intensiv als Baustoff eingesetzt. In der Vergangenheit gab es in solchen Gegenden zahlreiche Steinbrüche, in denen Kalktuffe gesägt wurden.

 

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