
Mühlenruinen
Schlucht des Alzou - Tal der Mühlen
Der Alzou (L'Alzou), ein 31 Kilometer langer, linker Nebenfluss der Ouysse, entspringt im Gebiet von Mayrinhac-Lentour, unweit des Sumpfgebietes „Reserve naturelle regionale du marais de Bonnefont“ mit seinen Schwefelquellen (44.820639, 1.795139). Von dort fließt der Alzou in südwestlicher Richtung durch den Regionalen Naturpark Causses du Quercy.
Unterhalb von Gramat erreicht er das Karstgebiet der Causse de Gramat, wo er sich tief in das Plateau von Saint-Cyr gegraben hat. In den Klippen vor Rocamadour, durch die diese Wanderung auf dem Chemin de Blanat führt, bildet der Karstfluss ein Trockental. Während in der niederschlagsreichen Jahreszeit ein Teil des Wassers im Bachbett fließt, verabschiedet es sich im trockenen Sommer zumeist vollständig unter die Oberfläche, bis es an irgendeiner dichtenden Schicht weiter unterhalb wieder ins Flussbett tritt. Auf diese Besonderheit mussten sich auch die Müller einstellen, die ab dem 13. Jahrhundert hier zwischen steil aufragenden Kalksteinwänden auf eine Flussstrecke von nur etwas über zweieinhalb Kilometer mindestens vier Wassermühlen betrieben: die Moulin du Saut, flussabwärts die Moulin de Tournefeuille, die Moulin de la Mouline und kurz vor Rocamadour schließlich die Moulin de Sirogne.
Die Ruinen dieser Mühlen machen einen besonderen Reiz des Chemin de Blanat aus. Sie erscheinen einem heute als idyllisch, lassen aber zugleich die damalige Technik nachvollziehen und das mühsame, karge Leben früherer Generationen erahnen. Die Auswaschungen, die das Wasser an den Kalkwänden hinterlassen hat, Steinmauern und historische Brücken, Moose und Bartflechten, die im feuchten Klima der Schlucht bestens gedeihen und ein alter Baumbestand geben der Schlucht in Abschnitten einen mystischen Charakter.
Die leichte Wanderung mit mäßigen Steigungen beginnt an einem Parkplatz oberhalb der Moulin du Saut, der von Gramat auf einem schmalen Weg angefahren werden kann. Von dort bis zur Moulin de Sirogne nimmt man zunächst den Weg am Fluss, der an den Mühlen vorbeiführt. Am Rückweg gibt es zwei Pfade, die hinauf an die Kante der Klippe führen, an der man mit weitem Blick zurück bis zum Parkplatz gehen kann. An reiner Gehzeit sollten für die 7,5 Kilometer lange Wanderung gut zweieinviertel Stunden eingeplant werden. (Route https://www.komoot.com/de-de/plan/tour/d01AqtsegAZh8Y=FweABPomjRE2jGcyCQmHmwJsEXBwAA==/@44.7946707,1.6625086,14.886z)