Ouysse

 

  Die Wiederaustritte der Ouysse Koordinaten

 

Das Karstsysteme von Gramat mit dem Becken des Flusses Ouysse, Teil des UNESCO Global Geopark Causses du Quercy, ist bisher zwar nur in Ansätzen erforscht, stellt sich aber schon jetzt als hochkomplex dar. Und es weist einige der bekanntesten Tauchhöhlen Frankreichs auf.

 Wiederaustritte der Ouysse Abb1

Der junge Fluss Ouysse verschwindet nach gerade einmal zehn Kilometern in den Pertes de Themines (44.739016, 1.829556) im unterirdischen Karst, vereint sich dort mit anderen Bächen wie dem Ruisseau du Morou, der sich mit der Perte du Pont d´Issendolus (44.743222, 1.799694) unter die Erde verabschiedet und nimmt die Niederschläge auf, die in unzähligen Verwerfungen, Klüften und Dolinen versickern. Erst etwa 20 Kilometer (Luftlinie) nordwestlich erscheint er bei dem pittoresken auf einer Felsklippe gelegenen Wallfahrtsort Rocamadour mit der Source de Cabouy (44.790191, 1.584177) wieder an der Oberfläche. Damit fließt die rund 40 Kilometer lange Ouysse etwa zur Hälfte in unterirdischen Gänge, die nach starken Niederschlägen vollständig mit Wasser gefüllt sind sowie auch durch Hallen mit Lufträumen.

Schema des unterirdischen Teils der Ouysse 

Verlauf des unterirdischen Teils der Ouysse

Die acht Kilometer lange Wanderung (https://www.komoot.com/de-de/plan/tour/d01AqtyrwAYK68=FwdsBJHPg-BCBrVWPeuo3c5wDZEwFm6hw3oIWPOfJ1RUzKr7AA==/@44.7969975,1.5775941,13.838z), für die man sich mindestens drei Stunden Zeit nehmen sollte, beginnt bei einem Parkplatz an der Source de Cabouy, der auf dem Chemin de Cabouy angefahren werden kann. Von dort führt der Weg zunächst nach Osten zum Gouffre de Poumayssen (44.790983, 1.593283), nicht zu verwechseln mit der Schauhöhle Gouffre de Proumeyssac bei Le Bugue, wie es die kommerzgeile KI gerne macht. Mit dieser Höhle wenige Meter neben dem Weg, die von Höhlentauchern genutzt wird, bekommt man ein erstes Mal Kontakt mit dem unterirdischen Flusssystem der Ouysse. Selbst bei den höchsten Grundwasserständen steigt das Wasser in dieser 136 Meter hoch gelegenen, obersten Höhle nicht so weit an, dass es als Quelle abfließt. Von hier aus steigt der Weg unterhalb einer Klippe nach Süden sanft an.


geoportail.gouv.fr

Nach 450 Metern biegt man links auf einen Pfad, der auf der Klippe nach Norden zum Chemin de Cabouy und zurück zum Parkplatz führt, wo einen jetzt die bekannte Tauchhöhle Source de Cabouy (44.790191, 1.584177) erwartet. Sie liegt mit 127 Meter Höhe knapp zehn Meter tiefer als der Gouffre de Poumayssen und gilt mit ihrem großen Quelltopf und angestauten Quellbecken als der wichtigste Wiederaufstieg der Ouysse. Die Gemeinde Rocamadour hat in der Nähe ein Pumpwerk zur Wasserversorgung errichtet. Wenn nicht gerade eine starke Strömung große Mengen an Sedimenten mitführt, ist das Wasser bläulich-grün und von Mikroalgen häufig leicht milchig-trüb. Das Quellbecken ist bis zu sechs Metern Tiefe üppig mit Pflanzen bewachsen - und leider ist die Überdüngung durch die Landwirtschaft auch bei dieser Karstquelle angekommen, das sich vor allem im Sommer durch ein übermäßiges Algenwachstum bemerkbar macht.

Bei Tauchern ist die Quelle für ihre starke nStrömungen und Schüttungen bis zu 30 m³/s bekannt. Zudem erreicht das Systeme eine Tiefe von 180 Metern, womit es 70 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Unter Tauchern gilt die Source de Cabouy deshalb als anspruchsvolles Tauchrevier und sie wird fast ausschließlich bei niedrigen Wasserständen im Sommer befahren.

Auf einem Feldweg geht es durch Feldahorn und Flaumeiche, Kalkgrasland und Klippen nach Westen es weiter zur Source de Saint-Sauveur (44.790389, 1.568889). Anders als die Source de Cabouy ist sie kaum bekannt und man hat den wunderbaren Quelltopf meist für sich alleine. Soweit heute bekannt ist bezieht sie ihr überwiegend von unteririschen Zubringer, die von Süden zufließen. Oberhalb macht man einen Abstecher zum Felsbogen Saint Sauveur mit schönen Blick hinab zum Fluss. Die dritte im Bunde, die Fontbelle, hat ihren Quelltopf auf dem Grund eines Wasserwerks, weshalb er umzäunt ist. Ob das Wasser tatsächlich noch genutzt wird ist nicht bekannt, zumindest aber fragwürdig, denn es ist wie das der Source de Cabouy stark mit Nährstoffen überfrachtet, wie man am starken Wachstum von Faden- und Schleimalgen erkennt. Von hier führt der gleiche Weg zurück zum Parkplatz, den man gekommen ist – was allerdings kein Schaden ist, denn die Ausblicke sind nun ganz andere.

 

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