
Naturbrücke Rakov Skocjan
Rakov Skocjan 
Nur wenige Kilometer von dem grandiosen Sickersee Cerknica Jezero entfernt und in engem geohydrologischem Zusammenhang mit ihm findet sich ein weiterer Höhepunkt des slowenischen Karsts: Rakov Skocjan. Beide sind heute Teil des Notranjska Regionalparks. Zwischen den Poljen von Planinsco und Cerknice hat der Fluß Rak auf einer Höhe von etwa 500 Metern eine pittoreske Karstdepression (Karstsenke) geschaffen mit zahlreichen Höhlen, Quellen, Durchbruchbögen und Dolinen. Die Schlucht von über 1,5 Kilometern Länge und 200 Meter Breite wurde erst nach dem 2. Weltkrieg für die Öffentlichkeit zugänglich. Vorher war sie privates Jagdgebiet.
Wissenschaftler, insbesondere Hydrologen, Geologen und Speläologen interessieren sich aber bereits seit Jahrhunderten für dieses einzigartige Gebiet und haben im Lauf der Zeit wesentliche Erkenntnisse zusammengetragen. So etwa, dass das Wasser dem Gebiet von Rakov Skocjan überwiegend aus den großen Ponoren und Schlundhöhlen des Cerknica Jezero zufließt. Die Höhlen Mala Karlovica ("Kleine Karlovica") und Velika Karlovica ("Große Karlovica") sind in ihrer gesamten Länge von etwa drei Kilometern bis zum Austritt des Rak in der Zelske Jama bekannt. In Rakov Skocjan gibt es nach bisherigen Kenntnissen eine hochkomplexe Wasserscheide, weshalb Teile des Wassers zur Donau, andere zur Adria hin abfließen. Der bemerkenswerte über- und unterirdische Weg des Wassers aus den Obrh-Quellen über den Cerknica Jezero, den Fluss Rak, die Unica, die Ljubljanica, die Save und schließlich über die Donau ins Schwarze Meer ist in vielen Aspekten heute bekannt. Wenig bekannt ist hingegen noch, über welche unterirdischen Abflüsse das Gebiet zur Adria hin entwässert.
Der Karst stellt in seiner Komplexität noch heute eine Herausforderung für die Wissenschaft dar. Als Beispiel sei angeführt, dass man beim Bau einer Schnellstraße von Ljubljana an die Adriaküste pro Kilometer durchschnittlich auf sieben Höhlen stieß, von denen nur jeweils drei vorher bekannt waren. So wird der Karst des Balkans vermutlich noch auf lange Zeit gleichermaßen eine Herausforderung wie ein "El Dorado" für Höhlenforscher bleiben.
Der Karst bei Rakov Skocjan wird schon seit dem 17. Jahrhundert erforscht - damals noch mit einfachen Mitteln und ohne GPS. Heute sind seine Highlights über Wanderwege erschlossen und auf einer zwar nicht geteerten, aber gut gepflegten Straße bequem zu erreichen. Rakov Skocjan hat es inzwischen zwar zu einiger Bekanntheit gebracht. Noch immer aber fahren die allermeisten Slowenienurlauber zur berühmten, kaum fünf Kilometer entfernten Jama Postojna, stehen dort stundenlang für Eintrittskarten an und ahnen nicht, was sich hier für ein grandioses Naturspektakel verbirgt.
Wenn man sich dem Gebiet von der Autobahnausfahrt Unec oder der Stadt Cerknica durch naturbelassene Wälder nähert, fallen zunächst zahlreiche und ausgeprägte Dolinen zu beiden Seiten der Straße auf. In Rakov Skocjan steigert sich die Landschaft nochmals in ihrer Dreidimensionalität. Steht man oben auf einer der Felsenbrücken, so blickt man in das tiefe Tal des Rak, läuft man unten am Fluss, so ist der Blick hoch gerichtet zu grandiosen Felswänden, gewaltigen Höhlen und Einstürzen. Der Rak fließt nach seinem Austritt mehrfach unter solchen Felsbogen und Höhlenfragmenten hindurch, bevor er in der Tkalce Jama wieder in der Unterwelt verschwindet. Dort wird er sich bei den Höhlensystemen von Postonjna mit der Pivka vereinen und wenige Kilometer weiter als Unica aus der Planinska Jama ins Planinsko Polje treten. In den grandiosen Quellen von Vrhnika wird er dann ein letztes Mal an die Oberfläche treten und die Ljubljanica bilden, den "Fluss mit den sieben Namen”.
Besonders eindrucksvoll ist es, Rakov Skocjan bei verschiedenen Wasserständen zu erleben. Wo man das letzte Mal am Fluss und in seinen Höhlen entlanglaufen konnte, erstreckt sich beim nächsten Besuch eine ausgedehnte Wasserwüste mit Booten darauf. Über die Straße laufen Sturzbäche, die aus Quellen brechen, die zuvor monatelang versiegt waren. Die maximale Abflussmenge des Tals ist mit etwa 30 m³/s nur so groß, wie Siphons und Engstellen in der Tkalca Jama es zulassen - legt sich in einem engen Tunnel etwa ein Baum quer, so kann das schnell bedeuten, dass der Wasserstand durch den Rückstau noch weiter ansteigt - um bis zehn Meter und mehr.
Rakov Skocjan ist über eine Reihe von Parkplätzen gut zugänglich. Die größten liegen im Nordwesten (45.797160, 14.286710) und im Südosten (45.790921, 14.304574). Dort stehen auch Infotafeln, auf denen die Wege eingezeichnet sind und die man abfotografieren sollte, um sich in dem Gelände zurechtzufinden und alle die Attraktionen zu finden: obwohl man im Prinzip immer nur dem Fluss folgen muss, ist die Orientierung im Park doch nicht ganz einfach. Beide Parkplätze sind über eine Fahrstraße verbunden, die das Flusstal umrundet. Für den mpfohlenen Rundweg benötigt man etwa 2,5 Stunden reine Gehzeit. Besser sollte man mindestens einen halben Tag für das Kennenlernen von Rakov Skocjan einplanen. Hält man sich auf den offiziellen Wegen, so ist die Unternehmung auch gut für "geländegängige" Kinder und Senioren geeignet. Den Rundweg mit dem Rad zurückzulegen ist zwar möglich, die "Highlights" des Parks kann man aber nur zu Fuß erreichen.
Wie so oft im Karst kann auch in Rakov Skocjan nicht jeder Weg bei jedem Wasserstand begangen werden. Bei der Schneeschmelze und nach starken Niederschlägen ist allenfalls ein begrenzter Zugang zu den Höhlen möglich, dafür beeindrucken die kräftigen Quellen, die an vielen Stellen aus dem Boden schießen. Jedenfalls ist zu vermeiden, sich dem Fluss zu sehr anzunähern, wenn er reißend fließt, und seine Ufer wie auch die Böden der Höhlen von feuchtem Lehm überzogen sind. Ratsam ist zudem, Gummistiefel und eine Taschenlampe mitzuführen, um die gewaltigen Höhlenräume ein Stück weit ausleuchten zu können.
Durch die vielen spektakulären Ausblicke verleitet das Gelände dazu, sich unvorsichtig an Abfallkanten oder auf glatte Abhänge zu wagen. Wiederholt warnen Hinweistafeln im Park vor solchen Gefahren.
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Quellhöhle der Unica
Planinska Polje 
Koordinaten:
Quelle Unica: 45.819933, 14.245683
Quelle Malenscica: 45.821033, 14.257367
Schwinden Unica: Westliche Schwinden 45.868150, 14.231200 Östliche Schwinden 45.872309, 14.243407
Höhle Vranja Jama: 45.873595, 14.246439
Höhle Najdena Jama: 45.876344, 14.245430
Die Höhle von Planina, aus der der Fluss Unica unter einer 100 Meter hohen Felswand zutage tritt, ist Teil eines umfangreichen Höhlensystems. Sie liegt etwa zehn Kilometer entfernt von der berühmten Postojna Höhle, bei welcher der Fluß Pivka unter einer steilen Felswand in den Berg eintritt. Dieser vereinigte sich unterirdisch mit dem Fluß Rak, der ca. 15 Kilometer westlich die höhlenreiche und landschaftlich einzigartige Schlucht von Rakov Skokjan auf einigen Kilometern Länge oberirdisch durchfließt. Der Fluß Rak wiederum bezieht zumindest einen Teil seines Wassers aus dem Cernisko Jezerso, einem periodischen See, dessen Wasser in zahlreichen Ponoren und Höhlen verschwindet. Dieser See wiederum wird teilweise vom versickernden Wasser des weiter südlich gelegenen Fluss-System Obrh um das Städtchen Kozarisce gespeist. Es wird als wahrscheinlich angenommen, dass dieses gewaltige Höhlensystem Verbindungen bis zur Quelle des Flusses Timavo in Monfalcone in Italien aufweist.
Sicher ist, dass die Flüsse Rak und Pivka sich unter dem Höhenzug vereinigen, der sich zwischen den Höhlen von Postojna und Planina erstreckt. Beide Flüsse haben hier bereits zahlreiche unterirdische Verläufe hinter sich. Der Höhenzug ist von einer extrem starken Dolinenbildung gekennzeichnet. Den mit über 100 Meter wohl tiefsten Einbruch bildet die Unska Kolisevka, an der von italienischen Soldaten während der Weltkriege weitläufige Bunkersysteme erbaut wurden, die heute zum Teil noch zu besichtigen sind.
Die Unica ihrerseits verschwindet dann nach wenigen Kilometern im Norden des Polje von Planina in zahlreichen Schwinden wieder im Untergrund und taucht in Quellen bei der Stadt Vrhnika als Ljubljanica wieder auf, die als Nebenfluß der Save schließlich in die Donau mündet.
Während der Besucher der Postojna Höhle von dem unterirdischen Flusssystem nichts zu sehen bekommt, werden für den unterirdischen Flussverlauf zwischen Pivka Jama und Crna Jama Führungen angeboten.
Ein Teil des Höhlensystems kann auch über die Planina Jama erkundet werden. Schon ihr Eingang ist mit seiner Traufhöhe von 70 Metern und einer Breite von 20 Metern gewaltig. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurde ein erster Höhlenplan erstellt. Die Höhle ist je nach Wasserstand begehbar, allerdings nicht beleuchtet. Zunächst geht es einen halben Kilometer in den Berg hinein, erst auf der linken Gangseite, dann auf einer Brücke über den Fluß, und schließlich auf der rechten Seite bis zur Dvorana Velikanov (Riesenhalle). Die Decke ist bis 50 Meter hoch und es sind aus ihr bereits riesige Felsblöcke herabgestürzt. Ein kleiner Seitenteil ist über Steintreppen zugänglich. An einer Stelle namens Sotocje verzweigt sich die Höhle in den Rak- und den Pivkazweig.
Die Pivka ist besser touristisch erschlossen, aber der Weg wird immer wieder durch Hochwässer zerstört. Hier werden geführte Touren angeboten, die bis zum sog. "Paradiz" führen, einem 450 Meter langen fossilen Seitenteil mit schönen Tropfsteingebilden. Sein Ende liegt nicht weit von der Einbruchsdoline von Planina entfernt, die gleich neben der Straße Postojna-Planina sich öffnet. Bei niedrigem Wasserstand können nach Voranmeldung auch mehrstündige Bootstouren gebucht werden.
Im Mittelalter stand am Zugang zur Höhle eine Burg, von der heute nur noch der Wachtturm erhalten ist, der als Mali Grad (Kleine Burg) bezeichnet wird.
Nur etwas über einen Kilometer Luftlinie von der Planina Jama entfernt ist die Quelle der Malenscica . Ihr Wasser ist auch nach stärkeren Niederschlägen vergleichsweise klar und wird deshalb für die örtliche Trinkwasserversorgung genutzt. Das sehr hübsche Flüsschen mit reichem Pflanzenbestand mündet nach etwa zwei Kilometer in die Unica. Zu erreichen ist die Quelle auf einem relativ flachen Weg vorbei an der imposanten Ruine von "Grad Haasberg", die ihren Ursprung bereits im 13. Jahrhundert hat, von Partisanen im 2. Weltkrieg aber niedergebrannt wurde. Bei der Burg findet man einen auch für Wohnmobile geeigneten Parkplatz. Wenig neben der Ruine erstreckt sich unterhalb der Straße ein schöner Hain mit der kleinen Skratovka Jama.
Das Polje von Planina ist landschaftlich überaus reizvoll eingebettet und präsentiert sich zu jeder Jahreszeit anders. Es kann zu Fuß oder mit dem Rad erkundet werden und hat auch bei einem mehrtägigen Aufenthalt immer wieder Neues zu bieten, insbesondere wenn man sich auch für die zahlreichen Höhlen im Nordosten des Polje und die umliegende Dolinenlandschaft interessiert, beides über Wanderwege und Schotterstraßen gut erschlossen. Während es im Sommer möglich ist, über kleine Feldwege durch üppige und naturbelassene Blumenwiesen zu wandern und sich die zahlreichen Quellen und Ponore im Polje aus der Nähe anzusehen, ist die Landschaft im Frühjahr und nach stärkeren Regenfällen häufig weitflächig überschwemmt. Im Winter wiederum können sich große Eisflächen bilden. Im Nordosten des Poljes befinden sich auch einige Höhlen, die über Wanderwege zugänglich sind. Im Gegensatz zur nahegelegenen Postojna Höhle sind hier selbst in der Hochsaison praktisch keine Touristen anzutreffen und Wege wie Straßen nur wenig befahren.
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Heumahd bei Jezerscica
Der Cerknisko Jezero 
Der periodische Cerknisko Jezero (deutsch: Zirknitzer See) ist der größte See Sloweniens und Teil des Regionalparks Notranjska mit seinen insgesamt 297 bekannten Höhlen und neun Natura-2000-Gebieten. Kaum wo sonst kann man sich von der Wasserführung in Karstlandschaften ein so umfangreiches und eindrucksvolles Bild machen wie an diesem Sickersee mit seinen zahllosen Quellen, Schlundhöhlen, Ponoren, seiner vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt.
Aus geohydrologischer Sicht ist der See zusammen mit der ihn umgebenden Landschaft eines der interessantesten Gebiete in Europa. Er liegt auf etwa 550 Meter Höhe in einem ausgedehnten Polje und ist rundum von Hügeln und Bergen umgeben, die ihn um bis zu 600 Meter überragen. Unter dem gesamten Regionalpark hat das Wasser in das Kalk- und Dolomitgestein des Untergrunds mächtige, überwiegend horizontal verlaufende Höhlensysteme gegraben. Einen oberirdischen Abfluss besitzt der See nicht, weshalb die Menge des abfließenden Wassers durch die Summe der Kapazität seiner Ponore und Schlundlöcher begrenzt ist, durch die er unterirdisch abfließt.
Wenn der Zufluss größer ist als der mögliche Abfluss, so steigt das Wasser an, und der See breitet sich in dem flachen Becken aus. So kann seine Fläche, die bei normalem Wasserstand etwa 20 Quadratkilometer beträgt, bei Hochwasser auch bis zu 30 Quadratkilometer anwachsen, sich bei Niedrigwasser aber auch auf 0,1 Quadratkilometer zurückziehen. Entsprechend variiert auch die Tiefe des Sees zwischen kaum fünf bis über zehn Meter. Entsprechend stellt er sich sehr unterschiedlich dar. Im Winter kann er zudem eine Eisdecke tragen, die bei abnehmendem Wasserstand entsprechend stark einbricht.
Im Volksglauben rankten sich seit jeher zahlreiche Erzählungen und Mythen um diesen periodischen See. Bereits früh hat er auch die wissenschaftliche Neugier erregt. Schon der altgriechischer Geograf und Historiker Strabo kannte den Cerknisko Jezero und er würdigte ihn mit der Bemerkung, dass er ihn "sehr merkwürdig" fände.
Johann Weichard von Valvasor, ein Adliger aus dem damals habsburgischen Herzogtum Krain, versuchte sich um 1689 mit ersten wissenschaftlichen Erklärungen des Phänomens: "Denn dieser See bedunckt mich der Mühe wol werth zu seyn, dass ich Seynethalben so vielemalige Mühe übernommen: In Betrachtung derselbe meines Erachtens eines der grössten Natur-Wunder ist. Und ich glaube, daß man einen dergleichen wunderbarlichen See weder in Europa noch in der übrigen dreyen Welt-Theilen antreffe, der alle solche rare Eigenschaften an sich hette wie dieser." Eine wissenschaftlich Abhandlung über den See brachte ihm die Ehrenmitgliedschaft der Royal Society in London und dem Cerknisko Jezero Weltruhm ein. Viele seiner Informationen hatte Valvasor von ortsansässigen Bauern eingeholt, die seit je mit den Eigenarten und Gesetzmäßigkeiten des Sees lebten und sie entsprechend gut kannten. Auch Immanuel Kant beschäftigte sich 1756 in seiner Schrift 'Geschichte und Naturbeschreibung des Erdbebens, welches an dem Ende des 1755sten Jahres einen großen Theil der Erde erschüttert hat' mit dem See. In diese Zeit fallen auch die ersten systematischen Versuche, den See zu beeinflussen.
Die frühen wissenschaftlichen Erklärungsversuche des Phänomens sind - ähnlich wie bei der frühen Erforschung der Höhle von Postojna - von rein mechanischen Erklärungsmustern wie Siphon, Hebewirkung und kommunizierenden Röhren geprägt und spiegeln in interessanter Weise das damalige Weltbild wider. Man muss sich dabei vor Augen führen, dass noch kaum etwas über das "unterirdische Leben" des Wassers, Höhlen und korrosionschemische Prozesse an Gesteinen bekannt war.
Hat man ein paar Tage Zeit und passendes Wetter, so sollte man das Bild vervollständigen, indem man auch die angrenzenden und geohydrologisch mit dem Cerknisko Jezero zusammenhängenden Gebiete besucht: das südlich gelegene geohydrologische System des Flusses Obrh mit den Quellen Veliki Obrh, Bajerje, der Quelle bei Grad Sneznik und seinem Ponor Golobina, aus dem der Cerknisko Jezero sein Wasser überwiegend bezieht. Fast eine Pflichtübung für jeden Besucher Sloweniens ist das wenige Kilometer nordwestlich gelegene, grandiose Gebiet von Rakov Skocjan mit seinen Felsbögen, Felseinstürzen und gewaltigen Höhlen, in welches das Wasser des Cerknisko Jezero teilweise abfließt. Nur wenige Kilometer südöstlich des Sees befindet sich zudem die grandiose Höhle Krizna Jama, die für ihre zahlreichen unterirdischen Seen bekannt ist, deren Wasser ebenfalls im Cerknisko Jezero wieder zutage tritt. Auf den unterirdischen Seen werden Bootstouren angeboten.

Will man dem Wasser des versickerten Cerknisko Jezero noch über Rakov Skodjan hinaus folgen, so findet man es wieder in der Riesenhöhle von Planina, wo es als Fluss Unica wieder an die Oberfläche tritt, nachdem sich zuvor der Fluss Rak in der Nähe von Postojna unterirdisch mit dem Fluss Pivka verbunden hat. Doch auch der Lauf der Unica ist nur von kurzer Dauer. Ihr Sickerwasser taucht in den Quellen der Stadt Vrhnika wieder auf, wo sie dann den Fluss Ljubljanica bilden. Die wird auch als der "Fluss mit den sieben Namen" bezeichnet und fließt erst ab Vrhnika endgültig oberirdisch weiter, bis sie dann bei Ljubljana in die Save mündet.
Die üblichen Kartenwerke sind vom Facettenreichtum des Sees, der Vielzahl seiner geohydrologischen Merkmale, der teilweise unklaren Namensgebung klar überfordert: einmal ist der Cerknisko Jezero als vages Sumpfland dargestellt mit den Flussläufen, die ihn durchziehen, ein anderes Mal erscheint er als Seeoberfläche und die Flussläufe fehlen. Straßen und Wanderwege am und im See sind teils durchgehend eingetragen, teils sehr vage, gestrichelt oder auch gar nicht. Anderswo verlaufen Wege und Straßen inmitten des Sees. Die Höhlen und Ponore am Nordwestufer des Sees sind zumeist gar nicht eingetragen, ebenso wie die Schwinden im See selbst nicht zu erkennen sind. Die südlichen Quellen tragen in vielen Karten gar keine Namen, in anderen werden sie zwar benannt, aber unterschiedlich. Eine vergleichsweise gute Übersicht bietet die slowenische Karte, die man unter "geopedia.si" im Netz findet.
Besonders eindrucksvoll wird das Erlebnis Cerknisko Jezero, wenn man ihn bei unterschiedlichen Wasserständen kennenlernt. Wo einmal weitflächige Wasserflächen liegen, finden sich das nächste Mal herrlich blühende Wiesen, auf denen man querfeldein viele kleinere aber auch riesige Ponore findet, die tief ins Erdreich klaffen. Bei niedrigem Wasserstand ist es häufig auch möglich, auf einem Wanderweg am Fuß der Hügel den Nordwesten des Sees mit seinen Quell- und Ponorhöhlen zu erkunden. Dabei ist es sinnvoll, eine Taschenlampe und nach Möglichkeit auch Gummistiefel im Gepäck zu haben, denn auch bei niedrigem Wasserstand kann der Boden stellenweise morastig sein.
Den ersten Eindruck des Cerknisko Jezero macht man sich am besten auf einer etwa zehn Kilometer langen Schotterstraße quer durch das Seengebiet, die vom Parkplatz Dolenje Jezero (45.773014, 14.357479) aus, der sich auch für Wohnmobile bestens eignet, über Otok nach Gorenje Jezero führt. Die Straße ist etwas erhöht, weshalb sie auch bei Hochwasser durchgehend befahrbar ist. So eignet sie sich mit ihren geringen Steigungen auch gut für eine Fahrradtour. Möchte man in dem außerordentlich spannenden Gelände abseits der Fahrwege auf Erkundungstour gehen, so sollte man das nur mit ausreichend Orientierungssinn, festem Schuhwerk und geschlossener Kleidung. Abzweige sind oft schwer zu erkennen, viele Pfade im teils steilen Gelände stark verwildert. Oft trifft man auch auf sumpfiges Gelände oder einen Wasserlauf als Hindernis.
So ist der Cerknisko Jezero gleichermaßen etwas für Genussurlauber wie Entdecker. Wer aufmerksam hinsieht, wird beispielsweise nördlich der Insel Coricica und an anderen Stellen im See Versuche erkennen, den See bzw. den Fluss Strzen mit Hilfe von Dämmen und anderen wasserbaulichen Maßnahmen daran zu hindern, in Ponoren zu verschwinden. Solche Versuche gibt es seit jeher, die Erfolge sind aber mäßig: das Wasser findet immer seinen Weg, sei die Ritze auch noch so klein.
Besonders gut lässt sich der See mit einem Boot erkunden, wo man bei deutlich ansteigenden und sinkenden Grundwasserständen häufig sogar ausgeprägte und teils schnell drehende Wirbel erkennt, die sich an den Klüften zwischen Oberwelt und Unterwelt ausbilden. Wo man Boote gerade zu mieten bekommt, lässt sich entweder beim Kiosk am Parkplatz erfragen oder bei der Tourismusinformation TIC in Cerknica (45.795985, 14.362507).

Geflutetes Bleistätter Moor
Bleistätter Moor 
Nach der Trockenlegung in den 1930er-Jahren und seiner landwirtschaftlichen Nutzung wurde in den 1990er-Jahren der Plan gefasst, einen Teil des Moores an der Mündung des Flusses Tiebel am Ostufer des Ossiacher Sees zu renaturieren. So sollte das ökologische Gleichgewicht wiederhergestellt und damit nicht zuletzt auch die Wasserqualität des Ossiacher Sees verbessert werden.
20 Jahre lang dauerten die Planungsarbeiten für die Renaturierung, einschließlich der Ablösungen für die ansässigen Bauern. Bund, Land, Wasserverband Ossiacher See und die Gemeinden investierten gemeinsam mehr als zehn Millionen Euro in die Sanierung des Moors. Umfangreiche Vorbereitungen waren nötig, so musste die Böschung der Straße, die quer durch das Moor zum Ossiacher See Südufer führt, verfestigt werden. Teile des Moors wurden ausgebaggert, um Naturflächen zurückzugewinnen. Mit der Abschaltung der Pumpen, die das Wasser jahrzehntelang fernhielten, wurde Anfang März 2017 die langsame Flutung eingeleitet.
Bereits heute bietet vor allem der geflutete Bereich wieder Einblicke in den Lebensraum von ca. 100 verschiedenen Vogelarten, Schmetterlingen, Fledermäusen und dem Biber. Hier führt auch eine sehr schöne Wanderung durch das Bleistätter Moor, mit zwei Vogelbeobachtungstürmen, gut gepflegten und gangbaren Wegen. Besonders Vogelliebhabern wird der Weg als Frühjahrswanderung empfohlen.

Möserer See Badeplatz
Möserer See, Lottensee,
Wildmoossee 
Die benachbarten drei Seen liegen auf dem Seefelder Plateau, einer rund 1.300 Meter hoch gelegenen, mittelgebirgsartigen Tal- und Beckenlandschaft oberhalb des Inntals. Aus geohydrologischer Sicht sind der Lottensee und der Wildmoossee vorrangig von den Karsterscheinungen im Wettersteinkalk und Hauptdolomit geprägt, der Möserer See hingegen von der wannenartigen Landschaft, die der eiszeitliche Inngletscher hinterlassen hat. Einige der geschliffenen Mulden konnten sich im Lauf der Zeit nach unten mit dichtenden Sedimentschichten anfüllen und sich durch das gestaute Niederschlagswasser zu Mooren entwickeln. So führt einen die schöne Wanderung, mit der die Seen verbunden sind, auch an die Entstehungsgeschichte dieser Landschaft heran.
Der knapp drei Hektar große und bis elf Meter tiefe Möserer See liegt landschaftlich reizvoll auf 1.284 Meter Höhe in einer dieser Felswannen, die mit Moränenschutt angefüllt sind. Durch die Ablagerung von Sedimenten und Ton hat er einen anmoorigen Charakter mit einer entsprechend dunklerer Färbung des Wassers, was ihn trotz seiner Höhe zu einem der wärmsten Seen Tirols und zu einem beliebten Badesee macht. Im Gegensatz zum Wildmoossee und Lottensee, die nur bei hohen Grundwasserständen auftreten, hat er das ganze Jahr über einen etwa gleichbleibenden Wasserpegel. Er bietet Lebensraum für viele selten gewordene Tier- und Pflanzenarten wie etwa den Edelkrebs. Wegen seiner Bestände an Alpenrosen wurde er bereits 1942 zum Naturdenkmal erklärt. Der idyllische See mit seiner kleinen Insel ist ganz von Wald umgeben und wird von einem Wanderweg umrundet. Sein Wasser fließt am südlichen Ende in den Mösererseebach, der steil ins Inntal abfällt und zwischen Telfs und Pettnau in den Inn mündet.
Von ganz anderem Charakter sind die beiden nur etwa eineinhalb Kilometer Luftlinie voneinander entfernten Karstseen, der Lottensee und der Wildmoossee, die inmitten grüner Wiesen, Lärchen- und Birkenwäldern liegen und beide nur sporadisch auftreten. Während solche Seen im Karst des Balkans recht häufig sind, stellen sie im Alpenraum eine Rarität dar. Während der Lottensee häufiger Wasser führt, füllt sich der Wildmoossee nur alle paar Jahre. Normalerweise sind allenfalls einige kleinere Pfützen von ihm zu sehen oder seine Estavellen, durch die das Wasser an die Oberfläche drückt und durch die es sich wieder in den Untergrund zurückzieht. Es müssen viele Faktoren wie starke Niederschläge und Schneeschmelze zusammenspielen, damit der Grundwasserspiegel in den unterirdischen Felsklüften so stark ansteigt, dass alle beide Wiesenmulden sich mit Seen füllen. Bei besonders schnell ansteigenden Grundwasserständen kann man mit viel Glück das Wasser sogar in Form kleiner Springquellen austreten sehen. Interessanterweise steigt in manchen Jahren der Wasserspiegel allerdings auch nach der Schneeschmelze weiter an, und die Seen bleiben dann den ganzen Sommer mit konstantem Wasserstand bestehen - im Herbst läuft der See dann plötzlich in zwei bis drei Wochen aus. Trotz vielfältiger Versuche, das Auftreten der Seen vorherbestimmen zu wollen, ist dies bisher nicht gelungen. Die exakten Ursachen für das Auftreten bzw. das Ausbleiben der Seen sind nicht genau definierbar.
Aber auch wenn die beiden periodischen Seen nicht mit Wasser angefüllt sind, vermittelt die schöne und einfache Wanderung, die alle drei Seen verbindet, anschauliche Einblicke in die Hydrogeologie einer Alpenlandschaft. Als Ausgangspunkte können der Parkplatz bei der Tourismusinformation in Mösern (47.311574, 11.146548) oder ein Parkplatz am Lottensee (47.322962, 11.128283) gewählt werden.
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