Hintersee an der Reiteralpe

 

 

Hintersee und Zauberwald Koordinaten

 

 

Der 16 Hektar große Hintersee im Berchtesgadener Land gilt mit seiner überwältigenden Bergkulisse von Predigtstuhl und Hochkalter manchem als Idealbild eines romantischen Bergsees. Er bildete sich nach der letzten Eiszeit durch einen Felssturz. Obwohl an zwei Seiten Straßen entlangführen, trifft man bei seiner Umrundung auf wunderbare Ruheplätze und Buchten und unzählige Fotomotive. Da werden aus der einen Stunde, die man für die Umrundung normalerweise rechnet, auch schon mal drei Stunden. Hartgesottene wagen sich im Hochsommer auch in das eiskalte Wasser, das kaum je 17°C erreicht. Andere ziehen ihre Bahnen lieber mit Ruderbooten oder überqueren den See mit dem traditionellen Fährschiff „Annerl“. 

Am schönsten ist es, den See über den Zauberwald zu erwandern, der mit seinem uralten Baumbestand, Flechten, Moosen und seiner reichen Flora als eines der schönsten Biotope in Bayern gilt. Der Naturlehrpfad führt entlang der Ramsauer Ache, die mit ihrem oft hellblau gefärbten Wasser aus dem Hintersee abfließt, vorbei an skurril gewachsenen Bäumen und verkarstetem Gestein. In den Schatten meint man die geheimnisvollen Wesen des Waldes huschen zu sehen – jedenfalls, wenn man diesen einfachen Wanderweg nicht gerade an Wochenenden oder während der Feriensaison geht. Dann nämlich ist er oft so überfüllt, dass man ständig mit Ausweichmanövern beschäftigt ist - und sich die Trolle und Wolpertinger etwas entnervt in ihre felsigen Behausungen zurückziehen.

Während der Schneeschmelze im Frühjahr und nach Starkregen führen auch die Gletscherquellen Wasser, die an der Gletscherquellenhütte über- und unterhalb des Wanderweges mit ihren etwa zehn Wasseraustritten einen mehr als 100 Meter langen Quellhorizont bilden. Laufen sie im April und Mai zur Höchstform auf, so geben sie ein beeindruckendes Bild ab. Im Sommer hingegen sieht man zumeist nur ihre trockenen, steinigen Betten.

Die einschließlich der Seeumrundung rund zweieinhalbstündige Wanderung mit mäßiger Steigung beginnt und endet am Wanderparkplatz (47.607197, 12.887636) Pfeiffenmacherbrücke in Ramsau und macht auch Kindern viel Spaß. Mit Kinderwagen ist sie machbar, wegen zahlreicher Stufen aber eher mühsam. Für ambitionierte Wanderer bietet sich an, als Rückweg den Schattseitweg zu nehmen.