Cetina Quellen Izvor Cetine

 

 

   Die Cetinaquellen Koordinaten

 

 

Der Fluss Cetina ist mit einer Länge von 101 Kilometern der längste Fluss Dalmatiens. Er speist sich aus etwa einem Dutzend Quellen, die hufeisenförmig auf etwa drei Kilometer Länge aneinandergereiht sind, und ein bisher bekanntes Einzugsgebiet von ungefähr 1.500 Quadratkilometer haben. Stellt man die vielfach noch unbekannten Verbindungen des Karstes mit Dolinenfeldern und Höhlensystemen in Rechnung, so vermuten Hydrogeologen ein Einzugsgebiet von mehr als 4.000 Quadratkilometern, das weit in die Bergwelt des benachbarten Bosnien-Herzegowina hineinreicht.

Zwei der Cetina-Quellen besitzen einen ausgeprägten Quelltopf mit stark blautürkis gefärbtem Wasser. Die schönste und weitaus bekannteste der Quellen ist diejenige, die mit ihrem grundlos tiefen Quelltopf unterhalb der orthodoxen Kirche "Neue Kirche der Himmelfahrt des Herrn in Cetina" und einer Felswand liegt. Durch ihre Lage, ihr unvergleichlich klares Wasser und den Blick auf die über 1.800 Meter hohen Bergrücken an der Grenze zum benachbarten Bosnien-Herzegowina und der Dinara gilt die Izvor Cetine, auch Glavasevo See genannt, vielen als die schönste Quelle Kroatiens und mehr noch: als ein heiliger Ort. Seit 1971 steht diese Cetina-Quelle als offizielles kroatische Nationaldenkmal unter Naturschutz.

In ihrer Quellhöhle mit 4°C bis 8°C kalten Wasser wird gerne getaucht. Die bisher nachgewiesene Tiefe des Quelltopfs beträgt 155 Meter, doch ist nicht auszuschließen, dass er noch wesentlich tiefer ist. Seine Schüttung beträgt durchschnittlich etwa 105 m³/s. Im Sommer kann sie auf nur vier bis sechs Kubikmeter sinken, nach starken Regenfällen auch noch beträchtlich höher liegen. Man schaut in den Glavasevo wie in einen riesigen Trichter, aus dem man mit viel Glück silbrig glänzende Fische hochschnellen und gleich wieder in der Tiefe verschwinden sieht. Seitlich ragt ein Rohr in den Glavasevo, mit dem ihm Trinkwasser entnommen wird. In einem etwa fünf Kilometer entfernten Werk wird Cetinawasser von der "Naturalis Ltd" zum Verkauf in Flaschen abgefüllt.  

Einige hundert Meter von der Quelle entfernt an einem Weg in Richtung Nordost findet man die Gospodska Pecina, "die Höhle des Herrn". Sie ist über drei Kilometer lang und besteht aus mehreren Hallen und Gängen. In ihr wurden Relikte aus verschiedenen Besiedlungsepochen gefunden. Nicht nur hier, sondern im Schutt des gesamten Gebietes um die obere Cetina herum haben Archäologen viele wertvolle Fundstücke aufgespürt, die heute als Zeugen einer reichen Geschichte im Museum von Sinj ausgestellt sind.

Im jungen Quellfluss der Cetina wie auch an den meisten ihrer anderen Arme finden sich im Wasser Rasen aus lichtgrünen und gesunden Wasserpflanzen. Etwa 100 Meter unterhalb des Glavasevo findet sich direkt am Wasser, das man hier direkt aus dem Bach trinken kann, ein idyllischer Stellplatz. Von hier aus kann man tagelang ausgedehnte Wanderungen zu den anderen Quellen der Cetina unternehmen - es ist ein Gebiet, das sich sehr gut eignet, um mit einer mobilen Navigation auch mal "querfeldein" zu marschieren. Oder man radelt auf kaum befahrenen Sträßchen zum aufgestauten Perucko Jezero, den die Cetina zehn Kilometer südlich ihrer Quellen durchfließt. Und auch südlich dieses Sees bieten die Ufer der Cetina zahlreiche schöne Quellspaziergänge. 

Bisher ist die Cetinaquelle vom Tourismus noch wenig berührt, die Gegend paradiesisch ruhig (sieht man mal von den lästigen Drohnen ab, die dann und wann über dem Quelltopf kreisen) und tief beeindruckend - zumal für Freunde des Wassers. Noch gibt es kaum Unterbringungsmöglichkeiten und keine Gaststätte. Aber die örtliche Verwaltung ist bemüht, die Gegend mit dem Aufbau einer einfachen Infrastruktur touristisch zu erschließen. So etwa gab es 2020 bereits eine erste Ladestation für E-Bikes an der Quelle. Bleibt zu hoffen, dass es gelingt, einen "sanften Tourismus" und etwas Wohlstand hier ins Landesinnere zu bringen, ohne den herrlichen Ort zu zerstören.