Erlaufschlucht

 

 

Erlaufschlucht mit Fischersteig in Purgstall Koordinaten

 

Die Erlauf ist ein 70 Kilometer langer Fluss, der bei Pöchlarn von rechts in die Donau mündet. Der Erlaufursprung (47.800483, 15.2348) westlich des Erlaufsees ist eine kräftige Karstquelle, die im Sommer mittlerweile allerdings immer wieder trockenfällt. Fast 40% der Erlauf sind noch naturnah, eine Fischwanderung ist aufgrund mehrerer Kraftwerke allerdings nicht mehr möglich. Eine kleine Sensation war in den 1980er Jahren die Entdeckung des im Fluss längst ausgestorben geglaubten Bachneunauges.

Im Ort Purgstall, hat die Erlauf etwa 18 Flusskilometer oberhalb ihrer Mündung eine wildromantische Schlucht gebildet, die durch den Fischersteig erschlossen ist. Der Ursprung des Konglomerats, durch das sich der Fluss hier gearbeitet und in dem er zahlreiche Höhlen geschaffen hat, liegt in der Eiszeit. Die mächtige „Ur-Erlauf“ hat grobkörniges, klastisches Sedimentgestein (Trümmergestein) mit gerundeten Komponenten (Kies oder Geröll) abgelegt, das durch feinkörniges Gestein wie Quarz verkittet wurde. In der Erlaufschlucht geschah die Verfestigung des Konglomerats durch die Einwirkung von Fließwasser und des darin enthaltenen kohlensauren Kalks (Kalziumkarbonat). Spätere Umwelteinflüsse wie Frosteinwirkung und Unterwaschungen haben mächtige Konglomeratblöcke aus den Ufern gebrochen und noch immer entstehen neue Spalten, Klüfte und Felsstürze, die das Bild der Schlucht ständig ändern. Aufgrund ihrer landschaftlichen Besonderheiten ist die Erlaufschlucht seit 1972 Naturdenkmal.

Dabei herrschen besondere klimatische Bedingungen: Während es in der Schlucht alpin geprägt ist, herrschen auf den anschließenden Heidegebieten trocken-warme Bedingungen, weshalb sich auf engem Raum sowohl alpine wie auch wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten verbreitet haben, manche von ihnen weit entfernt von ihren angestammten Habitaten.

aus Hochriess: Erlaufschlucht 

Die beliebte Wanderung (Komoot: Tourenvorschlag) beginnt am Parkplatz des Besucherzentrums Erlaufschlucht. Von dort geht es über Stufen hinab zum Fluss, dem man auf dem Fischersteig nach Norden folgt. Gleich zu Beginn entspringt unter einem Felsbrocken eine Quelle (48.065550, 15.136667) aus dem Konglomerat. Der weitere Weg bis zur „Romantikbrücke“ ist etwas anspruchsvoll. Es geht über Stock und Stein, vorbei an Auswaschungen und Höhlen, aber es gibt keine ausgesetzten Stellen. Jedenfalls sollte man festes Schuhwerk tragen und im Sommer für ein kühles Bad im Fluss gerüstet sein. Wir empfehlen, nach der Brücke am linken Flussufer noch bis zum Kriegsgefangenenfriedhof Schauboden (1. Weltkrieg) weiterzugehen, um ein Bild zu bekommen, wie die Erlauf ihren Charakter hier langsam wechselt. Das linke Ufer weitet sich, am rechten steigen hohe Klippen auf und schließlich läuft der Fluss von einem bewaldeten Uferstreifen gesäumt durch eine sanfte Landschaft. Auf dem Rückweg kann man die Romantikbrücke queren und auf dem Höhenweg am rechten Ufer zurückgehen. Hier gibt aber nur eine Aussichtsplattform den Blick hinab auf die Erlauf frei.