
Laghi di Fusine
Seen von Fusine 
Die zwei malerischen Laghi di Fusine mit ihrem glasklaren Wasser und ihrer magischen Farbe liegen dicht an der slowenischen Grenze unterhalb der Nordwand des 2.677 Meter hohen Mangart in den Julischen Alpen.
Der obere See mit stark schwankendem Wasserstand und einer Fläche von um die neun Hektar wird von arthesischen Quellen gespeist und steht in Verbindung mit dem unteren See, der durch ein Wehr auf einer konstanten Größe von 13,5 Hektar gehalten wird. Der unmittelbare Bereich um beide Seen sowie die Seen selbst sind als 45 Hektar großer Naturpark "Parco Naturale dei Laghi di Fusine" landschaftlich geschützt. Die Weiden im Talkessel oberhalb des Sees mit einer Fläche von rund 180 Hektar und 200 Hektar Wald werden genossenschaftlich bewirtschaftet.
Geohydrologisch stehen die Seen von Fusine in enger Verbindung mit der Wasserscheide am Tal von Ratece mit dem abflusslosen Feuchtgebiet von Ledine und der Quelle der Sava Dolinka in Slowenien. Beide Seen können auf einer überaus schönen, knapp fünf Kilometer langen Wanderung mit einer Höhendifferenz von etwa 70 Metern ohne Schwierigkeiten umrundet werden. Da der Weg allerdings steinig ist und nach starken Regenfällen stellenweise glatt sein kann, wird gutes Schuhwerk empfohlen.
Am oberen See liegt ein großer Parkplatz (46.473467, 13.670872), der auch als Stellplatz für Wohnmobile bestens geeignet ist.
Weitere Infos

Karersee
Karersee - Lago di Carezza 
Der Karersee (italienisch Lago di Carezza) liegt auf 1.520 Meter Höhe in den westlichen Domitenol bei Welschnofen. Seinen Namen leitet man vom althochdeutschen „char“ her, was so viel wie Gefäß bedeutet und die kesselförmige Mulde beschreibt, in die er zwischen hohen Berghängen eingebettet ist.
Der See ist von Wald umgeben, als geschütztes Naturdenkmal umzäunt und seine Ufer dürfen nicht betreten werden. Allerdings führt ein Spazierweg mit Aussichtskanzeln um ihn herum - wohl einer der am meisten frequentierten Spazierwege Italiens. Denn der See ist wegen seiner herausragenden Schönheit und seiner Nähe zu Bozen Pflichtprogramm der beliebten Busreise nach Südtirol.
Der rund 300 Meter lange und 140 Meter breite Lago di Carezza wird von Quellen an seinem Grund gespeist, deren Wasser ihm unterirdisch aus dem Latemargebirge zufließen. Sie geben ihm seine bekannte, transparent smaragdgrüne Farbe, wegen welcher der Karersee im Ladinischen auch “Lec de Ergobando” (Regenbogensee) genannt wird. Tiefe und Größe des Sees sind merklich saison- und witterungsabhängig, seine größte Tiefe wird mit 22 Metern angegeben. Anders als die meisten quellgespeisten Gewässer friert der See In kalten Wintern zu und liegt dann unter einer Schneedecke.
Um den „Lec de Ergobando” ranken sich viele Südtiroler Sagen. So etwa soll in ihm einst eine wunderschöne Wasserjungfrau gelebt haben, in die sich der Hexenmeister von Masare verliebte. Um ihre Gunst zu gewinnen, empfahl ihm die Hexe Lanwerda, sich als Juwelenhändler zu verkleiden und einen Regenbogen vom Rosengarten bis zum Latemar zu schlagen. Diesen Rat befolgte er, vergaß jedoch sich zu verkleiden. So wurde er von der Wasserjungfrau entdeckt, die für immer im See verschwand. Der Hexenmeister war so wütend, dass er die Regenbogenstücke und Juwelen in den See warf. Deshalb schimmert der See heute immer noch in seinen prächtigen Farben.
Helles Dolomitgestein am Seegrund und geringer Algenbewuchs verleihen dem oligotrophen Karersee seine Klarheit und Lichtdurchlässigkeit. Bis zu seinem Grund dringt das Licht. Wie bei vielen dieser klaren und vergleichsweise tiefen Gewässer sind auch beim Karersee Farbnuancen und Aussehen stark vom Lichteinfall abhängig. Nicht zufällig wählten zahlreiche Maler ihn als Motiv für ihre Gemälde, Schriftsteller für ihre Erzählungen. Und seine Kulisse hat auch schon viele berühmte Persönlichkeiten verzaubert, wie etwa Winston Churchill oder die Kaiserin Sissi.
Von einem gebührenpflichtigen Parkplatz aus ist der See in wenigen Minuten zu erreichen.

Fanghi di Vulcano
Vulcano 
Vulcano ist mit gut 21 Quadratkilometern die drittgrößte und südlichste der Liparischen Inseln im Tyrrhenischen Meer. Vom Namen der Insel ist das heutige Wort für Vulkan abgeleitet. In der römischen Mythologie galt die Insel als Schmiede des Vulcanus, dem römischen Gott des Feuers. Die Thermalwässer, Fumarolen und Schlammquellen der Inseln sind mindestens seit der Antike bekannt und werden schon ebenso lange genutzt. Sie sind bekannt für ihren breiten therapeutischen Anwendungsbereich. Dazu gehören Hautprobleme, Gelenkprobleme, Atemwegserkrankungen, Rheuma, Frakturen, Verstauchungen, Muskelzerrungen und Entzündungen aller Art.
Bekannt ist die Insel u.a. durch ihre "Fanghi di Vulcano", ein schwefelhaltiges Gebiet im und direkt am Meer in der Nähe des Hafens. Hier fließen kontinuierlich heißes Wasser und Schlamm aus dem Untergrund, die gerne genutzt werden, um darin ein wohltuendes Bad zu nehmen. Besonders wenn das Meerwasser im Winter und Frühjahr noch kalt ist, trifft man nah am Strand auf zahlreiche "Whirlpools", die man an der Oberfläche sprudeln sieht und wo das Wasser merklich wärmer ist.
Die bekannte "Pozza" (Schlammbad) in direkter Nähe des Meeres wird gespeist von Brackwasser und Tonschlamm, die zusammen mit schwefeligen Gasen austreten und wohltuend wirken auf den Bewegungsapparat, Haut und Lunge. Ihre Wirksamkeit merkt man zuerst daran, dass ein Bad im Schlamm bei zu langer Dauer anstrengend wird und den Kreislauf belastet. Es wird deshalb davon abgeraten, sich länger als 10 bis 15 Minuten im Schlamm aufzuhalten. Die zahlreichen Unterwasserfumarolen im Meer, die teilweise unter beachtlichem Druck austreten, sind hingegen nicht belastend.
Für das Bad im Schlammpool wird ein geringer "Eintrittspreis" erhoben. Anders als häufig sonst in Italien trifft man auf Vulcano kaum auf "Nepp und Abzocke". Man hat als Tourist das Gefühl, willkommen zu sein und kann sich angenehm frei auf der Insel bewegen. Wo Absperrungen sind, haben diese aufgrund des Vulkanismus ihre Berechtigung und sollten respektiert werden.
So ist der Aufenthalt auf dieser wunderschönen Insel nicht nur angenehm, sondern auch sehr interessant. Als Wanderung bietet sich natürlich der gut gangbare Weg hoch zum 391 Meter hohen Vulcano an, dessen Krater man mit herrlichem Ausblick umrunden kann. Dabei sollte man sich allerdings nicht zu lange in den Fahnen der schwefeligen Gase aufhalten, die überall am Kraterrand austreten. Spannend sind auch die bizarren und verwitterten Skulpturen, die der Vulkan im Valle dei Mostri am Cape Vulkanello ausgespuckt hat. Auf dem Rückweg sollte man jedenfalls noch einen kurzen Abstecher zur Badebucht Spiaggia Sabbie Nere mit ihrem dunklen Vulkansand machen.
Wie gebirgig auch die kleine Insel ist, merkt man spätestens, wenn man sie von Vulcano Porto im Norden bis zum Strand bei Faro di Gelso im Süden mit dem Rad durchquert. Auf den 27 Kilometern für Hin- und Rückweg sind mehr als 800 Höhenmeter zu bewältigen - wer die Kondition aufbringt, den erwartet aber eine landschaftlich außerordentlich schöne Tour mit nur geringem Straßenverkehr.
Weitere Infos

Pantalica Nekropole am Anapo
Anapo 
Der 40 Kilometer lange Fluss Anapo auf Sizilien entspringt in den Monti Iblei, verläuft entlang einer großen geologischen Verwerfung und mündet im großen Hafen von Syrakus in das Ionische Meer. Der Fluss führt ganzjährig Wasser, allerdings versickert ein Teil im Kalkstein, weshalb der Pegel im Sommer oft sehr niedrig ist. In der Karstlandschaft am Fluss entstanden durch die Einwirkung des Wassers zahlreiche kleinere Höhlen, die sich allerdings nicht zu umfangreichen Höhlensystemen verbunden haben, wie es etwa auf der Balkanhalbinsel häufig der Fall ist.
Kurz vor seiner Mündung ins Meer fließt der Anapo mit dem kleinen Fluss Ciane zusammen, welcher der Fonte Ciano entspring. Deren Feuchtgebiet und die Ufer der beiden Flüsse sind die einzigen Stellen Europas, an denen noch wilde Papyrusstauden wachsen. Botaniker gehen davon aus, dass die Pflanzen Reste einer früheren mediterranen Vegetation darstellen, da sie nicht mit den Papyrusgräsern von Ägypten identisch sind. Um den Bestand zu wahren, wurden die Ufergebiete unter strengen Naturschutz gestellt. In der Antike war Anapos, der Flussgott, mit Kyane, der Nymphe der Cianequelle verbunden.
Bekannt ist der Fluss vor allem durch die ausgedehnte, historisch bedeutsame und landschaftlich grandios über einer Schlucht des Anapo gelegene Nekropole von Pantalica. Sie umfasst mehr als 5.000 Kammergräber, die aus der späten sizilischen Bronzezeit und der frühen Eisenzeit stammen. Die Nekropole gehörte zur Siedlung Pantalica und war namensgebend für die Pantalica(-Nord)-Kultur. 2005 nahm die UNESCO die Nekropolis von Pantalica zusammen mit Syrakus unter der Bezeichnung "Syrakus und die Felsnekropolis von Pantalica" in das Weltkulturerbe auf.
Da sich die Schlucht des Flusses mit der darüber gelegenen Nekropole in gebirgigem Gelände befinden, ist die Anfahrt vor allem mit Wohnmobil etwas beschwerlich. Die attraktivste und einfachste Art, sich der Nekropole mit dem Rad zu nähern, ist der grandiose Weg auf einer alten Bahnstrecke, der bei der Strada Provinciale 54 abzweigt (37.147976, 15.051660). Zweifellos ist dies einer der beeindruckendsten Radwege in ganz Sizilien - die Frage ist nur, ob er gerade befahren werden darf oder auch nicht, und wenn ja, weit - mit solchen Details ist man als Tourist in Süditalien oft schon recht gefordert… Sollte der Weg also gerade begeh- und befahrbar sein: Taschenlampe nicht vergessen, weil die Tunnel nicht beleuchtet sind. Und ausreichend Getränke mitbringen, da es unterwegs praktisch keine Möglichkeiten gibt, sich zu verpflegen.
Eine Alternative ist die Anfahrt von Ferla im Westen oder über Sortino im Norden, wobei es da schon eine rechte Herausforderung bedeutet, sich mit Wohnmobil durch die engen und winkligen Straßen des Städtchens zu quälen. Hat man sein Ziel dann doch endlich erreicht, so war es alle Mühen wert. Die Wanderung über und am Fluss Anapo durch die Höhlenlandschaft der Nekropole ist ein vielseitiges wunderbares Erlebnis.
Bekanntlich sind unsere amerikanischen Freund von "google maps" ja betont dürftig, was geografische Einträge angeht. Ein Fluss Anapo existiert schlichtweg nicht - vermutlich hat man ihn vergessen, weil er nichts zu verkaufen hat.
Weitere Infos

Rummel im Alcantara Parco Fluviale
Parco Fluviale dell'Alcantara 
Der Fluss Alcantara entspringt in 1.250 Meter Höhe auf der Südseite der Monti Nebrodi und durchfließt auf seinem 52 Kilometer langen Weg zur Mündung ins Ionische Meer die Territorien der nördlich des Ätna. Alcantara ist mit durchschnittlich etwa 9 m³/s Wasserführung nach dem Simeto der zweitgrößte sizilianische Fluss. Allerdings sind seine Durchflussmengen deutlich ausgeglichener und er führt auch während des Sommers durchgehend größere Mengen an Wasser. Kommt es zur Zeit der Schneeschmelze auf dem Ätna gleichzeitig zu Starkregen in den nördlichen Gebirgen im Oberlauf des Flusses, können sich in den Schluchten die Wassermassen zu sehr hohen Pegelständen anstauen.
Nachdem der Fluss beim Ort Randazzo von einer nord-südlichen in eine west-östliche Fließrichtung wechselt, tritt er in den Einzugsbereich des Vulkanmassivs Ätna ein, dessen Lavaströme das Flussbett mehrfach blockiert haben. Dadurch hat sich der Alcantara immer wieder neue Betten geschaffen und die Landschaft mit einem Wechsel aus Schluchten mit hohen Steilwänden und ebenen Abschnitten stark geprägt.
Da die Lava in Wasser schneller abgekühlt wurde als an der Luft, nahm sie an einigen Stellen beim Erstarren die Form von Basaltsäulen an, die auch als Orgelpfeifen bezeichnet werden und teilweise deutlich gebogen sind. In der Gemeinde Motta Camastra hat sich bei einem der Ausbrüche auch eine große vulkanische Höhle ausgebildet, die Grotta dei Cento Cavalli. Geologischer Höhepunkt ist die Schlucht Gole dell’Alcantara, das Zentrum des gleichnamigen Flussparks. Er wurde im Jahr 2001 zwischen Mojo Alcantara und der Mündung des Flusses angelegt, um einerseits die Landschaft zu schützen, andererseits den Fluss touristisch zu erschließen.
Allerdings gibt es bis heute - auch bedingt durch das teils recht unzugängliche Gelände - keinen durchgehenden Weg entlang des Flusses. So muss man immer wieder von höher gelegenen Straßen aus nach unten abzweigen, um die interessantesten Schluchten und Gesteinsformationen zu finden. Einer Radtour in dem Gebiet ist zwar außerordentlich schön, allerdings recht anstrengend, wenn man all die besonderen und sehr eindrucksvollen Plätze mit einbeziehen will und jeweils auf teils steinigen Pfaden hinunter zum Fluss läuft.
Alternativ kann man die Gegend auch auf einzelnen kleineren Wanderungen erkunden. Dabei gibt es die Möglichkeit, den Gole in wunderschöner Landschaft mit Zitrushainen und grandiosen Ausblicken südlich des Flusses zu erreichen. Da es im Ausgangspunkt San Cottaldo keine Parkmöglichkeit gibt, muss man zunächst etwa 200 Meter weit in das Naturschutzgebiet hineinfahren, um eine kleine Parkbucht zu finden, die für Wohnmobile allerdings nicht geeignet ist. Der Abstieg in die Schlucht ist etwas schwer zu finden und setzt festes Schuhwerk voraus. Ein Nebeneffekt dieser herrlichen Wanderung ist, dass man hier zumeist alleine ist und keinen Eintritt zu bezahlen braucht, wie beim häufig recht überlaufenen nördlichen Zugang zum Gole.
Eine zweite Wanderung beginnt unterhalb Francavilla di Sicilia bei der Cascata Alcantara, einem überaus hübschen kleinen Wasserfall, der jenseits der Brücke in eine kleine Schlucht einfließt. Schon an dieser Stelle, an der der Fluss von einer Straßenbrücke aus sehr gut zu erreichen ist, kann man ausgiebig die außerordentlichen Gesteinsformationen bewundern, die der Alcantara hier ausgewaschen hat. Weiter östlich erreicht man auf der Wanderung dann den Gurne dell'Alcantara, eine ebenfalls ausnehmend schöne Stelle am Fluss.