Val d´Elsa
Flusswanderung bei Colle di Val d'Elsa 
Der Weg, der im Parco Fluviale Alta Val d'Elsa am Fluss Elsa entlangführt, war lange ein „Geheimtip“. Inzwischen hat sich die besondere Schönheit dieses Abschnitts des Flusses Elsa, der sich durch starke Sinterbildung auszeichnet, zumindest unter Italienern herumgesprochen. Bei niedrigen Wasserständen und Sonnenschein im Sommer ist die Leuchtkraft des Wassers so stark, dass man sie selbst auf Satellitenbildern erkennt, und an Wochenenden suchen Dutzende Badegäste Erfrischung in den wunderbaren Sinterbecken östlich der Stadt Colle di Val d´Elsa.

Die Elsa an der Ponte di San Marziale in Colle di Val d’Elsa
Die Elsa entspringt südlich auf etwa 550 Metern Höhe beim Weiler Molli bei dem kleinen Seerosenteich Laghetto delle Ninfee (43.277467, 11.183257). Ihr erster Abschnitt wird allgemein als tote Elsa (L’Elsa Morta) bezeichnet, weil sie kaum Zubringer hat und sich wesentlich aus Regenwasser speist, weshalb ihr Bett trockenliegen kann. Südlich von Colle di Val d’Elsa wird der Fluss dann zur lebendigen Elsa (L’Elsa Viva) und erhält wesentlich von der wunderbaren etruskischen Thermalquelle Le Caldane (43.390867, 11.134583) und den kräftigen Quellen Vene di Onci (43.392056, 11.118778) an der Gora seine Farbe und die Mineralien, mit denen er unterhalb sein Bett mit Sinter auskleidet.

Bereits im 12. Jh. wurde ein Kanalsystem mit ausgefeilter Hydraulik angelegt, das Wasser aus der Elsa nutzte, die sogenannte Gore. Dies gelang durch ein System beweglicher Bretter, die in Steinblöcke eingesetzt wurden und so eine Steccaia bildeten, also eine Barriere gegen den freien Wasserfluss. Das „Callone Reale“ war ein Schleusentor, das den Wasserzufluss in den zur Stadt führenden Kanal regulierte. Sie bot Colle di Val d´Elsa die Möglichkeit, Mühlen zu betreiben, Papier- und Glasproduktion sowie eine Eisenhütte anzusiedeln, was ihr wirtschaftlichen Wohlstand brachte. Das System wurde vom Großherzogs der Toskana, Ferdinando I. de Medici, erweitert und ist in dieser Form bis heute erhalten geblieben.
Die einfache Wanderung beginnt an der Ponte die San Marziale, wo ein Pfad hinab zum linken Flussufer führt, an dem der Weg zunächst entlangführt. Später wird die Flussseite auf Trittsteinen zweimal gewechselt. Nicht nur die wunderbaren Tuffbecken und -wasserfälle geben dem Weg seinen besonderen Reiz, sondern auch die mächtigen, von Efeu behangenen Sinterwände, die der Fluss an seinen Ufern im Lauf der Jahrtausende abgelagert hat und in denen im Frühjahr unzählige wilde Alpenveilchen blühen. Die Elsa gräbt sich also nicht nur in die Landschaft ein, sondern sie baut ihr eigenes Tal auch ständig neu. Es gibt kleine Höhlen zu sehen, überhängendes Sintergestein, da und dort eine Quelle (43.4079, 11.135) und natürlich den wunderbaren Fluss, dessen Wasser je nach Witterung und Sonneneinstrahlung die verschiedensten Farben annimmt.
Die knapp drei Kilometer weite Wanderung endet an der Brücke der SP5 über die Elsa. Von dort sind es nur wenige hundert Meter in die nette Altstadt von Colle di Val d´Elsa.