Lago Sinizzo
Lago Sinizzo 
Der Sinizzo-See ist ein zehn Meter tiefer Karstsee mit ursprünglich vulkanischem Ursprung auf 720 Meter Höhe. Während der kleine See mit einem Durchmesser von nur 120 Metern an Wochenenden wegen seiner sehr hübschen Lage und angenehmen Vegetation ein beliebtes Ausflugsziel von Einheimischen ist, findet man sich unter der Woche meistens alleine. Dann bekommt man auch einige der Wasserschildkröten zu sehen, die im Lago Sinizzo leben.
Das katastrophale Erdbeben von L'Aquila im Jahr 2009 hat die Ufer so stark durch tiefe Risse geschädigt, dass das Verschwinden des Sees in dem Karstgebiet befürchtet wurde. Glücklicherweise konnten die Ufer wieder erfolgreich verfestigt werden. Doch der See ist nicht nur von solchen Elementarereignissen bedroht. Er wird nämlich von zwei Quellen gespeist, der Sinizzo-Quelle (42.291417, 13.57705), die ihm seinen Namen gegeben hat, und der Acquatina-Quelle (42.29655, 13.580283). Beide fließen mit normalerweise starkem Strahl aus einem gemeinsamen Steinbrunnen am Weg um den See.
Im August 2016 fiel die Acquatina aufgrund eines technischen Defektes für kurze Zeit aus. Das Wasser des Badesees wurde daraufhin binnen weniger Tage nicht nur durch Algen und Schmutz unappetitlich, sondern auch die Tiere im See waren bedroht. Die Ursache, weshalb die Acquatina kein Wasser mehr abgab, war eine Manipulation am Brunnenhaus, in dem die Quelle etwa 700 Meter nördlich des Sees gefasst ist. Dort hatte jemand versucht, das Wasser in den Weiler San Giovanni umzuleiten, was einen Rohrbruch zur Folge hatte, weshalb dann nichts mehr zum See abfloss.
Der Vorfall zeigt, wie schnell Ökosysteme auf eine veränderte Situation ihrer Wasserversorgung reagieren können. Glücklicherweise konnte der Schaden schnell behoben werden, sodass die zahlreichen Wasserschildkröten und die meisten der Forellen, Hechte, Karpfen und Döbel im See das Debakel überlebten. Der Kampf um Wasser hat nicht nur in Südeuropa längst begonnen und er wird sich mit den immer länger andauernden Trockenperioden weiter verschärfen.
Vom See aus führt ein hübscher, etwa 15-minütiger Spaziergang entlang eines bewaldeten Canyons zu besagter Sorgente Acquatina, einem an sich wunderschönen Ort mit uralten Bäumen. Das nur 150 Meter entfernte uralte Kirchlein Chiesa della Madonna dell’Acquatina, das unter seinem Tonnengewölbe noch Reste eines Freskos enthält, war möglicherweise mit dem uralten Demetrius-Kult verbunden, bevor es später zur Marienkirche geweiht wurde. Das deutet darauf hin, dass es sich auch bei der Quelle um einen schon in vorchristlicher Zeit verehrten Platz handeln könnte. Heute ist der Rastplatz an der Quelle allerdings vermüllt, das Wasser mit einem schmucklosen Brunnenhaus gefasst, das zudem wehrhaft umzäunt ist.
Folgt man dem Weg weiter durch die landwirtschaftlich genutzte Ebene westlich von Castelnuovo, so kommt man nach etwa 4,5 Kilometern zu den Ausgrabungen der antiken Stadt Peltuinum (42.283433, 13.623883) an der alten Via Claudia Nova. Dabei handelte es sich um eine der späteren Kolonien Roms, die auf dem Boden der damals hier ansässigen Vestiner in der zweiten Hälfte des ersten vorchristlichen Jahrhunderts wegen ihrer strategischen Bedeutung hier gegründet wurde.

Peltuinum (Satellitenbild)
Etwa neun Kilometer südwestlich des Sees kann man die Wasserhöhle Stiffe (42.2544, 13.541333) mit ihrer beachtlichen Fallquelle besuchen.
Am Lago Sinizzo findet man einen guten Stellplatz für Wohnmobile, der außerhalb der Saison zumeist wenig besucht ist. Für bestes Trinkwasser sorgen die Quellen am Weg um den See.
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Lago di Sauris
Lago di Sauris 
Der Lago di Sauris ist ein Stausee nahe der Gemeinde Sauris in einem früher sehr abgelegenen Tal der Karnischen Alpen, das sich über die Jahrhunderte als deutsche Sprachinsel gehalten hat. Schon im 19. Jahrhundert gab es Pläne zum Bau einer Straße von Ampezzo hoch in das Tal, die dann von 1919 bis 1934 mit einer 105 Meter hohen Brücke über den Lumieifluss realisiert wurden. Die Fahrt hoch zum Lago di Sauris auf dieser Straße mit ihren zahlreichen Windungen, Tunneln und Brücken ist noch heute beeindruckend.
Zwischen 1941 und 1948 wurde dann die 136 Meter hohe Staumauer gebaut, weltweit eine der höchsten. Für den Bau wurden rund 300 neuseeländische Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter eingesetzt und er kostete 20 Arbeitern das Leben. Bevor mit dem Aufstauen des Sees begonnen werden konnte, musste der Ortsteil La Maina mit Höfen, Ställen, Heuschuppen, zwei Mühlen, einer Kirche, einer Schule und einem Einzelhandel geräumt werden. 15 Familien mit etwa 60 Personen wurden umgesiedelt, die Kirche wurde abgetragen und in einem höhergelegenen Ortsteil wieder aufgebaut. Wenn der See für Wartungsarbeiten an der Mauer etwa alle zehn Jahre abgelassen wird, gibt dieser die Reste des untergegangenen Dorfes frei.
Der See besticht vor allem durch die charakteristische türkis-grüne Farbe seines Wassers. Den besten Blick hat man von der Staumauer aus und von der Straße kurz danach. Am südlichen Ufer des Sees gibt es zwar einen Weg, der zunächst aber etwa 300 Meter durch einen unbeleuchteten Tunnel und weiter durch dichten Wald führt, wobei er nur wenige Blicke auf den See freigibt.
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Lago di Santa Caterina
Lago di Santa Caterina 
Der Lago di Santa Caterina, nach der größten Ortschaft an seinem Ufer auch Lago Auronzo genannt, ist ein etwa 2,3 Kilometer langer und 400 Meter breiter künstlicher See auf 850 Meter Höhe in der grandiosen Berglandschaft der Sextener Dolomiten.
Von 1930 bis 1932 dauerten die Arbeiten an dem 200 Meter langen, 55 Meter hohen und an der Basis 35 Meter dicken Staudamm, der bis zu 55.000 Kubikmeter Wasser des Flusses Ansiei sammeln kann, bevor dieser weiter in Richtung Piave fließt.
Der See kann mit dem Fahrrad umrundet werden. Die eigentliche Attraktion ist aber der unvergleichliche Blick von der Staumauer im Osten über das fast künstlich grünfarbene Wasser des Sees hinein in die Bergwelt der Dolomiten. Die Leuchtkraft des Wassers ist so hoch, dass sie selbst bei trübem Wetter und dunklem Gewölk besticht.

Trasimenischer See
Trasimenischer See 
Der Trasimenische See in Umbrien ist mit einem Umfang von 54 Kilometern und seinen drei Inseln der größte See auf der Apenninhalbinsel und der viertgrößte See Italiens. Er liegt westlich von Perugia auf 259 Meter Höhe, ist umgeben von bis zu 600 Meter hohen Bergen und maximal sieben Meter tief. In den Dörfern am Ost- und Südufer ist die Fischerei in dem fischreichen See mit seinen 18 verschiedene Arten noch immer eine wichtige Erwerbsquelle.
Geschichtliche Bedeutung erlangte der See durch die Schlacht am Trasimenischen See am 24. Juni 217 vor Christus. Hannibal schlug hier bei Sanguineto im Zweiten Punischen Krieg die gegnerische römische Armee unter Gaius Flaminius vernichtend.
Der teilweise von Schilfsäumen umgebene See wird nur von kleinen Wasserläufen gespeist, die im Sommer häufig austrocknen, und hat keinen natürlichen Abfluss. In der Geschichte gab es mehrere Versuche, den stark schwankenden Wasserstand zu regulieren. Schon in der Antike bauten die Römer bei San Savino einen unterirdischen Abflusskanal, die "cava", die man auch im Mittelalter instand zu halten versuchte, die jedoch immer wieder versandete. Auch wurde diskutiert, den See trockenzulegen, um die Malaria zu bekämpfen und neues Ackerland zu gewinnen. Erst im Jahr 1898 wurde ein Abflusskanal zur Caina gebaut, der den See nun weitgehend vor Überschwemmungen schützt.
Die einzig dauerhaft bewohnte der drei Inseln, die Isola Maggiore, wird von Tuoro, Passignano und Castiglione del Lago aus regelmäßig von Schiffen angelaufen. Die unbewohnte Isola Minore darf nicht betreten werden. Die Isola Polvese als größte der drei Inseln ist von San Feliciano aus erreichbar und bietet einen wissenschaftlich-didaktischen Naturpark.
Durch seine geringe Tiefe, den geringen Wasseraustausch und landwirtschaftliche Überdüngung gibt es am Trasimenischen See im Sommer immer wieder Probleme mit starkem Algenwuchs - anders als bei dem etwa 70 Luftkilometer entfernten Bolsenasee, dessen Wasserqualität deutlich besser ist. Der hochsommerliche Algenbewuchs wirkt sich auch negativ auf den Fremdenverkehr in dem vor allem bei Italienern beliebten Erholungsgebiet aus.
Zwar ist der Trasimenische See in eine reizvolle Landschaft eingebunden und blieb von den schlimmsten Auswirkungen des Massentourismus bisher verschont. Anstatt großer Ferienanlagen findet man überwiegend Ferienwohnungen und Agriturismo-Unterkünfte. Auch ist der See ein idealer Ausgangspunkt, um Umbrien und die südliche Toskana zu entdecken, und es werden vielfältige Sport- und Freizeitaktivitäten angeboten. Wer allerdings Ruhe, ein noch authentisches Stück Italien und glasklares Wasser sucht, ist mit dem Bolsenasee möglicherweise besser beraten.