
Quellgebiet im Loisachtal
Quellgebiet im Loisachtal 
Das Loisachtal zwischen Garmisch-Partenkirchen und Eschenlohe ist bekannt für seinen Wasserreichtum und es ist hydrogeologische relativ gut erforscht. So bildet das beiderseits von steil abfallenden Felswänden begrenzte und mit eiszeitlichen Sanden und Schottern aufgefüllte Tal einen mächtigen, ergiebigen Grundwasserleiter. Tonige Zwischenschichten schützen die unteren Grundwasserstockwerke. Das dort gestaute Grundwasser (artesisch gespannt) kann ohne Energiebedarf gefördert werden. Deshalb bietet das große Quellgebiet besonders günstige Voraussetzungen zur Trinkwassergewinnung, was sich die Stadt München zu eigen gemacht hat. Sie nutzt seit 1965 vier Vertikal- und ein Horizontalfilterbrunnen zwischen Farchant und Oberau, mit denen sie im Durchschnitt rund 20 Prozent ihres Wasserbedarfs deckt.
Doch das fordert seinen Preis: die Grundwasserspiegel sinken tendenziell, was sich bei Oberflächengewässern wie dem Röhrlbach daran zeigt, dass sie immer häufiger und länger trockenfallen. Es gibt zahlreiche Stellen, an denen die Stände der Grundwasserspiegel und Fließwassermengen gemessen werden, die üblicherweise nach der Schneeschmelze und im Sommer höher sind als im Winter. Nach dem Pfingsthochwasser 1999 sind die Grundwasserstände im Tal aufgrund natürlicher morphologischer Änderungen der Loisach sogar angestiegen.
Dass Vorfluter wie die Kuhfluchtquellen Kuhfluchtquellen (47.528483, 11.140717) trockenfallen, ist in Karstgestein ein natürlicher Vorgang. Doch das fast 700 Hektar große Natura 2000 Gebiet mit seinen Grauerlen-Auwäldern, ausgedehnten Pfeifengras-Streuwiesen, Moorkomplexen (Flach-, Zwischen-, Quell- und Hochmoor und Quellseen mit seltenen Unterwasserpflanzen-Gesellschaften) leidet vor allem in extrem trockenen Sommern wie 2003 unter den sinkenden Grundwasserspiegeln. Gutachten bewerten die Situation unterschiedlich. Naturschützer, Anwohner und Landwirte im Loisachtal fordern schon seit 1984, dass Münchner Umlandgemeinden wie Hohenbrunn, Neubiberg, Ottobrunn, Neuried und Unterhaching ihr Wasser aus der Münchener Schotterebene (Wasserland Deutschland) beziehen – ein Konflikt der im Mangfalltal, dem Hauptlieferanten von Münchner Trinkwasser, schon seit über100 Jahren schwelt.


UmweltAtlas Bayern
Die vorgeschlagene Radtour (https://www.komoot.com/de-de/plan/tour/d08AtZEFgCqs38=FwgABPzq9nAQks1nwxS3UDB6CrvLSBh_xAHubPBeOdebt8d-w418gBT6nhPzJx5CioJuiFl910AA/@47.5893062,11.1685154,13.852z) von rund 22 Kilometer Länge bei geringer Steigung beginnt an der Brücke in Eschenlohe und führt entlang der natürlichen Quellen im Loisachtal. Zunächst führ ein Abstecher an die Rautstraße, wo der von den Sieben Quellen zufließende Mühlbach wunderbare Gesellschaften von Wasserpflanzen ausbildet - hoffentlich macht er das noch lange, denn jüngst sind nah am Wasser neue Gebäude errichtet worden. Von hier geht es weiter zu den Sieben Quellen (Reisehighlight), die mit ihrem schwefeligen, türkisblauen Wasser und ihrer seltenen Unterwasserwelt den Höhepunkt der Tour bilden. Sie führen stark mineralisiertes Schwefelwasser an die Oberfläche und finden ihre Entsprechung bei der Schwefelquelle (47.593117, 11.182883) am Fuß des Eschenloher Kalkvarienbergs auf der anderen Loisachseite. Der Sulfatgehalt des Wassers weist darauf hin, dass es im Untergrund Kontakt mit gipshaltigen Raibler Schichten hat. Die gut sichtbaren Schwefelbakterien zeigen zudem den biologischen Sulfatabbau an.
Von einer Aussichtplattform kann man auf die wunderbaren Töpfe der Sieben Quelle blicken, die den Ursprung des Mühlbachs bilden, dem wir schon begegnet sind. Einige kleinere Quellen liegen auch direkt neben dem Weg, der am Rand des Pfrühlmoos weiter nach Süden zur Brücke über den Lauterbach führt. Er ist einer von vielen Dutzend Bächen, die den Namen Lauter führen, zumeist in Gegenden mit Kalkstein liegen und glasklares Wasser führen, denn „lauter“ bedeutete im Mittelhochdeutschen klar oder rein. Wer eiskaltes Wasser nicht scheute, kann dort in den Bach eintauchen oder zumindest ein Fußbad nehmen. Danach erkundet man zu Fuß die Quelltöpfe auf dem Golfplatz Garmisch, die auf unserer Quellenkarte Quellenkarte (47.55258, 11.15133) positioniert und beschrieben sind. Weiter führt der Radweg zur Lauterbachquelle Lauterbachquelle (47.5521, 11.152233), zum Röhrlbachursprung Röhrlbachursprung (47.5394, 11.13465) und schließlich bis zum Bett der Kuhflucht, das man je nach Jahreszeit mit mehr oder weniger Wasser erlebt. Führt der Bach ordentlich Wasser, kann man zu Fuß auf dem Weg so weit hochgehen, bis man die imposanten Kuhfluchtfälle Kuhfluchtquelle (47.528483, 11.140717) von einem der Aussichtspunkte sehen kann. Zurück nach Eschenlohne kann man auf dem Loisachradweg oder auf den Loisachdammweg fahren, mit einem wunderbaren Blick auf das Pfrühlmoos und die umliegenden Berge hat.
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