Memel östlich von Kaunas
Geologischer Pfad an der Memel 
Eine landschaftlich schöne und interessante Möglichkeit, sich der Memel (litauisch: Nemunas) zu nähern, bietet ein 1,6 Kilometer langer Geopfad beim Ort Ziegzdriai östlich von Kaunas. Die kurze Wanderung, die teilweise auf einem künstlich angelegten Bohlenweg am Steilufer oberhalb des hier angestauten Flusses entlangführt, zeigt auf eine Länge von etwa 400 Meter interessante Ton- und Konglomerat-Aufschlüsse.
Das in der Eiszeit geformte grobe Sedimentgestein wurde unter hohem Druck durch kalkige und kiesartige Bindemittel verfestig und trägt heute einen alten Waldbestand. Wie viele der Naturschönheiten des Landes ist auch dieser Geopfad nur den Litauern selbst bekannt - wenn überhaupt.
Bester Zugang zu dem Pfad ist ein kleiner Parkplatz (54.884147, 24.064940), den man erreicht, wenn man noch vor dem Ort Ziegzdriai nach Westen auf das Sträßchen Kalniskių abzweigt (54.885413, 24.085603). Sollte man sich in dem Straßengewirr des Ortes Laumenai verheddern, so findet man sicherlich einen freundlichen Bewohner, der einem den Weg zum "Ziegzdriai geological trail" weist. Navigationsgeräte sind hier jedenfalls wie oft im Baltikum keine Hilfe.
Wer möchte, kann dem schönen Pfad am Ufer der Memel auch noch weiter nach Süden folgen, wobei er zur Ortschaft Vaisvydava hin allerdings immer wilder wird.
Wer sich für die Geschichte des Landes interessiert, dem sei auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses das bekannte und großflächig angelegte litauische Freilandmuseum westlich des Ortes Rumsiskes empfohlen. Das Gelände ist zwar ganzjährig zugänglich, die Gebäude öffnen aber erst im Frühsommer.
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Ellerbachschlucht
Ellerbachschlucht 
Der Ort Litzendorf im landschaftlich sehr reizvollen Ellertal rühmt sich zusammen mit seinen Nachbardörfern gerne als „Fränkische Toskana“. Tatsächlich präsentiert sich die Landschaft hier an den westlichen Ausläufern der Fränkischen Schweiz schon lieblich, die Felsen sind weniger schroff, die Talkessel weniger tief und steil.
Eine kleine, aber sehr schöne und abwechslungsreiche Wanderung führt von einem Wanderparkplatz (49.917132, 11.077115) in Tiefenellern in das quellenreiche Geotop der Ellerbachschucht oder Ellernbachschlucht. Wo im Sommer das Wasser sanft plätschert, kann es nach starken Niederschlägen lautstark den Berg hinabpoltern. Die Schlucht ist als Wasserschutzgebiet ausgewiesen - und für Gefahrguttransporte nicht geeignet, worauf ein entsprechendes Verkehrsschild nachdrücklich hinweist.
Ellernbach ist in verschiedenen Abwandlungen ein häufiger Name für Fließgewässer im ganzen deutschsprachigen Raum. Seinen etymologischen Ursprung hat er vermutlich bei Erlen, die zumindest in früherer Zeit an den Gewässern wuchsen. Nachdem 1993 erstmals in England ein weit verbreitetes Absterben von Schwarzerlen entlang von Flussläufen sowie in flussfernen Aufforstungen beobachtet wurde, kam die Baumkrankheit schon zwei Jahre später auch in Deutschland an und es muss um die Erlenbestände gefürchtet werden. Als Verursacher der Krankheit, die an verschiedenen Erlenarten auftritt, gilt ein neuer, bisher unbekannter Pilz der Gattung Phytophthora. Er ist vermutlich aus zwei verschiedenen schon bekannten Arten der gleichen Gattung durch Hybridisierung entstanden.
Der Grund für den besonderen Quellenreichtum der ursprünglichen und wilden Ellenbachschlucht ist eine Schichtgrenze zwischen dem zerklüfteten Jurakalk und einer wenig wasserdurchlässigen Sedimentschicht aus Ton und Kalk, dem sogenannten Mergel. Bei niederschlagsreichem Wetter laufen die kleinen Quellbäche an vielen Stellen direkt über den Wanderweg ab, was ihn in Abschnitten morastig macht.
Neben seinen zahlreichen Quellen hat der Naturraum Ellernbachschlucht auch eine mächtige Tuffbildung und kleinere Sinterkaskaden zu bieten. Welche der Quellen, die sich im Bach vereinigen, mit ihrem Wasser heute noch zu dieser Steinbildung beitragen, lässt sich nicht überall erkennen. Nach entsprechenden Untersuchungen geht man aber davon aus, dass die Tuffbildung in der Ellernbachschlucht – im Gegensatz zu anderen großen Tufflagern – erst nach der letzten Eiszeit einsetzte, da die versteinerten Schneckenarten auch heute noch vorkommen.
Auch über seinen Wasserreichtum hinaus hat das Tal mit seiner urwüchsigen Naturlandschaft einiges zu bieten: etwa eine wunderbare Resonanz, die den Gesang der Vögel verzaubert, und eine große Zahl an seltenen Pflanzen.
Wer sich von der etwa 1,5 Kilometer langen und leichten Wanderung bis zur Quelle des Ellernbaches hoch nicht ausgelastet fühlt, kann einen Abstecher ins Nachbartal zum Bettelbrünnerl anschließen, einer kleinen periodischen Quelle, deren Bach ebenfalls kleinere Sinterterrassen ausbildet. Der Weg zweigt kurz vor der Ellerbergstraße rechts ab und steigt dann etwa 100 Höhenmeter an. Besonders nach starken Niederschlägen sollte man sich bei der Wahl seines Schuhwerks darauf einstellen, dass die Wege teilweise morastig sind.
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Tuhala Geopfad
Geolehrpfad (Matkarada) Tuhala 
Die "Hexenquelle" von Tuhala ist wohl eine der bekanntesten in Estland, auch wenn sie zwischendrin an Popularität eingebüßt hatte: Sie bequemte sich immer seltener zu sprudeln, der Deckel ihres Brunnens blieb geschlossen. Im Jahr 2016 hatte man ihr gar das endgültige "Aus" prophezeit, nachdem sie einige Jahre inaktiv war.
Doch dann ging sie erneut ans Werk - und wie! Im Jahr 2017, im März 2019, im Januar und März 2020 begann das Wasser des 2,5 Meter tiefen Brunnens wieder zu kochen und das gesamte Gebiet zu überfluten. Was nach alten Erzählungen auf die Hexen von Tuhala zurückzuführen ist, die sich in ihrer unterirdischen Sauna versammeln und so heftig mit Birkenreisern peitschen, dass das Wasser im Kessel überkocht.
Tatsächlich liegt der Brunnen direkt über einem unterirdischen Fluss, dessen Wasserdruck nach starken Regenfällen so ansteigt, dass es tagelang aus dem Brunnen schießt. Manchmal sollen mehr als 100 l/s aus dem Brunnenschacht abfließen und dabei eine beachtliche Fontäne bilden. Dann kommen Besucher aus ganz Estland, um das Schauspiel zu sehen.
Aber auch wenn die Hexen nicht kochen, hat Tuhala mit seinem Karst-Geopfad sehr Interessantes zu bieten: Periodische Quellen und permanente, deren Wasser dunkel von den Huminstoffen des teilweise anmoorigen Bodens ausströmt, Schlucklöcher und Dolinen (59.194409, 24.958288), tief eingeschnittene trockene Wasserläufe, an deren hohen Ufern Boote auf ihren nächsten Einsatz warten.
Mit etwas Glück kann man an kreisenden Schaumkronen auf einem der Bäche erkennen, wo sein Wasser mit langsam kreisendem Wirbel in den Untergrund verschwindet. Storchsichtungen gehören bei der Wanderung zum Standard. Eine ruhige und idyllische, hydrogeologisch jedoch höchst spannende Landschaft.
Die Wege sind gut gangbar, allerdings kaum ausgeschildert. Verlaufen kann man sich in der halboffenen Landschaft kaum und es ist durchaus interessant, sich auch abseits des offiziellen Weges ein wenig umzusehen. So kann man zum Beispiel die offiziell etwa 2,5 Kilometer lange Wanderung erweitern, indem man am trockenen und teilweise von Bäumen umstandenen Bett Kuiv Joeorg nach Norden weiterläuft, bis die Kalda allikad das Bett wieder mit Wasser anfüllt (59.206876, 24.954532).
Eine Infotafel zum Geolehrpfad gibt es am Parkplatz des Hexenbrunnen (59.199750, 24.964014) an der Regionalstraße 203, wo man die Wanderung beginnen kann. Es ist sinnvoll, sich die Karte als Orientierungshilfe abzufotografieren, denn einen ausreichenden Netzzugang gab es zumindest im Jahr 2019 auch in Estland noch nicht überall.
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Krassachquelle
Krassachquelle und Bärental 
Ein interessanter und reizvoller Spaziergang führt von einem kleinen Parkplatz (50.066091, 11.251187) etwas südlich des Örtchens Krassach vorbei an der Krassachmühle, der Herbstmühle, der Quelle des Flüsschens Krassach und weiter ins obere Bärental. Die Strecke kann auch mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Allerdings entdeckt man zu Fuß mehr von den Details, die hier das Verhalten von Wasser in Karstgebieten besonders gut vor Augen führen.
Erste Station ist die Krassachmühle, die im Jahr 1286 erstmals erwähnt wird und von der die Gebäude einer ehemaligen Getreide- und Ölmühle heute als Wohngebäude genutzt werden. Das ehemalige Sägewerk wurde Anfang des 20. Jahrhunderts abgerissen. Nahe der Krassachmühle treten zwei stärkere Quellen (Quelle 1 ) und (Quelle 2) aus, die auf privatem Gelände liegen.
Folgt man der Krassach flussauf, so stellt man bald fest, dass die Wassermenge in ihrem Bett stark schwankt: Mal fließt kaum Wasser, dann tritt es aus dem unterirdischen Bett wieder an die Oberfläche, so wie man es bei Fließgewässern in ausgeprägt karstigen Gebieten häufig beobachten kann. An dem von Moosen und Flechten bewachsenen und stark verwitterten Karstgestein am Wegrand kann man sich eine Vorstellung davon machen, welche Wege das Regenwasser durch den Untergrund nehmen mag, bevor es irgendwo auf eine stauende Gesteinsschicht stößt, an ihr entlangfließt, um dann recht bald wieder an die Oberfläche zu treten.
Bei der Herbstmühle trieb der Mühlbach, der unmittelbar nach der Krassachquelle an einem kleinen Wehr abgezweigt wird, früher ein großes Mühlrad an, später eine Turbine. Wenn man Glück hat, findet man das kleine Museum geöffnet, in dem man sich ein Bild vom früheren Mühlbetrieb machen kann. Auch der natürliche Flusslauf hat auf den wenigen hundert Metern von der Quelle her hier wieder an Wasser zugelegt. Es stammt aus einem quellenreichen Auwald. Vom Wanderweg aus kann man einige der kleinen Quellbäche entdecken, die der Krassach ihr Wasser zuführen.
Die Krassachquelle selbst liegt idyllisch am Fuß einer steilen, bewaldeten Wand unterhalb des Geiersteins. Sie tritt zwischen unterschiedlichen Gesteinen als Schichtquelle aus mehreren Öffnungen und bildet einen kleinen Tümpel. Dass der selbst im Hochsommer kaum Algenbewuchs aufweist, ist ein Indiz dafür, dass das Quellwasser hier noch relativ nährstoffarm ist. Eine Erklärung könnte sein, dass das Wasser überwiegend von einem Bach stammt, der weiter oben im Bärental in einer Schwinde versinkt. In den unterirdischen Karstklüften kann es sich nochmals reinigen, bevor es wieder an die Oberfläche tritt.
Nach der Quelle führt der Weg durch das Bärental, das Teil des Naturparks Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst ist, vorbei an der Felsnadel Juraturm, am Felsentor (50.053056, 11.261277), einigen kleineren Höhlen und dem zwölf Meter langen, frei begehbaren Bärenloch. Im deutlich kleineren Fuchsenloch (50.048936, 11.272693) am Ende des Tals wurden Skelettreste eines Höhlenbären gefunden.
Eine Rundtour ist in diesem Fall wenig ergiebig. Geht man den gleichen Weg zurück, so macht man mit anderem Blickwinkel aber viele weitere Entdeckungen und es kommt sicher keine Langeweile auf.
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Pähler Schlucht
Pähler Schlucht 
Die wildromantische Pähler Schlucht ist als Geotop und Naturschutzgebiet ausgewiesen und ein beliebtes Wandergebiet. Angesichts der Nähe der Stadt München zu beliebt, möchte man sagen: Für das Jahr 2020 etwa wird geschätzt, dass bis zu 40.000 Menschen die Schlucht besuchten. Deshalb ist es ratsam, die Schlucht außerhalb der Saison zu besuchen oder in kalten Wintermonaten, wenn sich an ihren Wänden Eiszapfen bilden.
Die Vergletscherung hat mit den Isar-Loisach-Jungmoränen mächtige Schichten aus Nagelfluh hinterlassen, die in der Schlucht vom Burgleitenbach gut sichtbar aufgeschlossen wurden, besonders im Osten, wo ein 16 Meter hoher Wasserfall die Kamm abschließt. An Quellen und Seitenbächen finden sich kleinere Kalktuffablagerungen.
Die Deckenschotter auf Mergeln mit Sanden der Oberen Süßwassermolasse bilden zwar eine beeindrucken Kulisse, bedingen aber auch eine recht hohe Instabilität der Schichtung. So muss die Schlucht nach Unwettern immer wieder wegen Rutschungen und Rissen im Gestein auf längere Zeit gesperrt werden - zuletzt im Jahr 1919 und im Juni 2021.
Auch wenn die Schlucht begangen werden kann, ist Vorsicht geboten. Zwar bilden die Wege für trittsichere Wanderer mit geeignetem Schuhwerk keine besondere Herausforderung. Verlässt man den Weg aber, kann es zu schweren Unfällen kommen. In den vergangenen Jahren waren mehrfach Noteinsätze von Hubschaubern notwendig. Überdies verbieten sich solche "Extratouren" abseits des Weges angesichts des Schutzstatus der Schlucht von selbst. Auch die Rückseite des Wasserfalls ist wegen möglicher Rutschungen tabu.
Der beste Zugang ist vom Ort Pähl aus, wo die Schlucht angezeichnet ist. Die insgesamt rund drei Kilometer lange Wanderung zum Wasserfall und zurück führt an einem alten Pumpenhaus vorbei. Abschnittsweise sind beide Seiten des Burgleitenbachs begehbar. Vor einem Besuch der Schlucht sollten unbedingt aktuelle Informationen eingeholt werden, ob sie zugänglich ist.