
Bagni San Filippo
Die heißen Quellen von
Bagni San Filippo 
Die heißen Quellen von Bagni San Filippo
42.92775, 11.702867
In den geothermalen Feldern von Larderello im Val d’Orcia liegt auf 480 bis 580 Meter Höhe das kleine Thermalbad Bagni San Filippo. Seine Bildung verdankt es dem Siena-Radicofani-Grabenbruch, an dessen Ostseite es gelegen ist, nahe dem Vulkan Monte Amiata, dem heiligen Berg der Toskana. Das heiße Quellwasser enthält hohe Konzentrationen von Kohlendioxid und Kalzium, was die Bildung großer Mengen von Travertin fördert.
Bagni San Filippo gilt als eines der ältesten Heilbäder der Welt. Vermutlich badeten schon die Vorfahren der Etrusker und Römer hier. Später zog es unter anderem Filippo Benizi, einen Prior aus Florenz, hierher, der das Leben in religiöser Einsiedelei dem als Papst vorzog und vor seiner Wahl zum kirchlichen Oberhaupt in das damals noch wilde und unzugängliche Tal floh. In der Renaissance soll auch Lorenzo de’ Medici, der Prächtige, hier Heilung gesucht haben. Heute leben der Ort und viele gastronomische Betriebe im Umland von dem grandiosen Szenario seiner Naturbecken und vielfarbigen Sinterhügel, die im Sommer unzählige Touristen anziehen. Das entspannende Bad im türkisfarbenen Wasser und die Heilschlammpackungen sind für jeden frei zugänglich. Das kommunale Bad, das noch vor ein paar Jahren betrieben wurde, scheint seine Pforten inzwischen geschlossen zu haben.
Durch den kleinen Ort führt nur eine Straße, die auch die zwei verschiedenen Thermalwasserareale miteinander verbindet: dass eine, bei ausländischen Touristen bekanntere im Tal des Fosso Bianco, der östlich unter der Stadt verläuft und ein anderes knapp einen Kilometer westlich, dessen Becken reichlich mit weißem Mineralschlamm gefüllt sind. Selbst im Dorf wehen einem ab und zu Schwaden des schwefeligen Geruchs der Heilquellen entlang des Fosso Bianco entgegen, die mit 25 bis 52°C aus den Tiefen des Vulkangesteins aufsteigen. Das Wasser erfindet den „versteinerten Bach“ ständig neu, tieft ihn ein, kleidet ihn an anderen Stellen mit dicken Sinterschichten, Becken und Terrassen aus und formt an seinen Ufern den bekannten Sinterhügel La Balena Bianca (der weiße Wal), der unter Naturschutz steht. In der kühlen Jahreszeit steigen aus den Quellen, bedingt durch den Temperaturunterschied, geheimnisvolle Nebelschwaden auf.

Satellitenansicht der zwei Thermalareale von Bagni San Filippo
Da im Örtchen San Filippo in der Hauptsaison die Parkplätze oft eng werden und ein rechtes Gedränge herrscht, ist es ratsam, die Quellen außerhalb der Hauptferienzeit zu besuchen. Wann auch immer man jedoch in der Nähe ist - entgehen lassen sollte man sich dieses grandiose Naturschauspiel keinesfalls. Wir schlagen als Ausgangspunkt für unsere dreieinhalb Kilometer weite Wanderung (https://www.komoot.com/de-de/plan/tour/d01Ao8DDQCyb-g=FubcBPogHBLE-BxIRxxsRZsSBqjDyfcrp8g_5AXkU_Q_q4ck_XZDc9YOpcxK1wQA/@42.9280866,11.6982048,14.985z) die westlich gelegenen Quellen vor, die den wenig respektvollen Namen „Il Bollore“ (der Furunkel) tragen. Dort ist die Chance, einen Parkplatz zu bekommen, zumeist am größten.
Weitere Infos