Alexandraquelle - Marienbad
Beschreibung
Die Alexandraquelle (Alexandrin pramen, ursprünglich Giselin) wurde 1870 entdeckt, dann 1873 gefasst und nach einem Kuraufenthalt von Prinzessin Alexandra von Preußen und Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin nach ihr benannt. Bei Rekonstruktionsarbeiten der Quelle im Jahr 1900 wurde eine weitere Quelle erschlossen, die nach dem eben verstorbenen Abt Alfred Clements mit Alfred-Quelle benannt wurde. Der Ertrag beider Quellen sank mit den Jahren, sodass der Holzpavillon 1957 abgerissen wurde. In den Jahren 1984/85 wurden für die erneute Nutzung des Wassers Bohrungen durchgeführt. Der neue Pavillon im Kurpark unterhalb des Hotels Butterfly (früher Hotel Cristal) wurde erst in den Jahren 2006–2007 wiedererrichtet. Das Quellwasser ist am Pavillon öffentlich zugänglich und wird im Hotel Falkensteiner für Trinkkuren und Heilbäder eingesetzt.
Die Gegend um Marienbad war ursprünglich Sumpf mit undurchdringlichen Wäldern und Mooren, weshalb sie spät besiedelt wurde. Von den über 40 Mineralquellen des 600 Meter hoch gelegenen Kurortes werden wesentlich nur sechs für Heilzwecke genutzt. Ebenso wie zahllose weitere Quellen im Umland sind es überwiegend kalte „Säuerlinge“ mit Temperatur zwischen 7 und 10°C, die ihr Wasser im 800 Quadratkilometer großen und bis fast 1.000 Meter hoch gelegenen Kaiserwald sammeln. Obwohl die Quellen Marienbads nah beieinander liegen, weisen sie durch die Besonderheit der wasserführenden Gesteinsschichten im Untergrund eine einzigartige Vielfalt an physikalischen Eigenschaften und chemischen Zusammensetzungen auf.
Von den drei bekanntesten Kurorten des Westböhmischen Bäderdreiecks, die zusammen mit anderen Kurstätten Europas 2021 ins UNESCO-Welterbe aufgenommen wurden, ist Karlsbad (Karlovy Vary) der einzige mit Thermalwasser, das aus über 2000 Metern Tiefe aufsteigt. Die kalten Heilwässer von Marienbad (Marianske Lazne) und Franzensbad (Frantiskovy Lazne) stammen teils aus flachen Quellen, teils aus Bohrungen von geringer Tiefe. Trotz ihrer Verschiedenartigkeit sind alle Mineralwässer auf einen weit zurückliegenden Vulkanismus zurückzuführen, der das Gebiet bis heute zu einem der seismisch aktivsten in Mitteleuropa macht. Wir haben dem hydrogeologisch, historisch und kulturell interessanten Gebiet einen Artikel mit vielen weiteren Informationen (Fachartikel Westböhmisches Bäderdreieck) gewidmet.
Lage
Koordinaten: 49.969217, 12.703117
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Datensatz
| Quellenkennung | 07_7_0_1129 |
|---|---|
| Kategorie | 7 – Mineral- oder Heilquelle |