Begrifflichkeit und Klassifizierung von Quellen

- über die Schwierigkeiten bei der Recherche zu Quellen –

 

 

 

 

 

  1. Einleitung
  2. Die erschwerte Definition der Begrifflichkeit
  3. Klassifizierung von Quellen
  4. Begriffe zur Charakterisierung von Quellen
  5. Weiterführende Links

 

Einleitung

 

Quellen sind natürliche, entweder ständig oder zeitweilig fließende Grundwasser- oder Zwischenabflussaustritte an der Erdoberfläche. Sie sind zumeist die sichtbaren Ursprünge der Bäche und Flüsse, die Abläufe anderer Quellen versickern auch bald wieder ("Endorheische Quellen"). Das Grundwasser fließt bereits vorher langsam unter der Erde in Richtung des Quellaustritts, um anschließend oberirdisch mit höherer Geschwindigkeit im Quellbach weiterzufließen. Folglich bildet die Quelle einen Übergang vom Grund- zum Oberflächenwasser und ist eng mit dem Einzugsgebiet verknüpft. Am Wasseraustritt tritt das Wasser mit der Luft erstmalig in Kontakt.

Der spezifische Lebensraum Quelle ("Quellbereich") umfasst aber nicht nur den unmittelbaren Quellaustritt in Richtung des Bachabflusses, sondern auch die häufig vernässte direkte Umgebung des Wasseraustrittes in alle Richtungen mit sämtlichen Tieren und Pflanzen. Die Flächenausdehnung des Quellbereichs kann beträchtlich sein und bei großen Sickerquellen mehr als 1.000 m² betragen. Die enge Verzahnung von Wasser und Land in den Quellbereichen verursacht dabei das Vorkommen unterschiedlicher Lebensgemeinschaften auf engstem Raum. Die dort lebenden Tiere und Pflanzen sind speziell an die vielgestaltigen Bedingungen in und an Quellen angepasst.

Dem gegenüber wird mit einem künstlich hergestellten Brunnen Grundwasser für den menschlichen Gebrauch erschlossen, zumeist mit Hilfe von Bohrungen und Pumpen oder Zugkonstruktionen. Damit verbunden ist zumeist die Ableitung des Grundwassers in Bauwerke wie Brunnenstuben, Rohre, Rinnen oder Becken. Damit sind Brunnen künstliche Aufschlüsse von Grundwasser, Quellen dagegen natürliche Grundwasseraustritte.

Die Trennung von Brunnen und Quelle war in früheren Zeiten nicht eindeutig, was heute noch an Ortsnamen und Dialekten erkennbar ist. Bei ihnen meint das Wort „Brunn“ bzw. „Bronn“ häufig natürliche Quellen und nicht künstlich erstellte Brunnen. Dies dürfte aus der sprachgeschichtlichen Entwicklung des Wortes herrühren: im Althochdeutschen war das Wort für Quelle "brunādara", im Niederhochdeutschen "brunkwella" oder "brunquella", wobei die Mitglieder dieser Sprachgemeinschaft ein Bohren künstlicher Brunnen vermutlich noch nicht praktizierten.

 

Die erschwerte Definition der Begrifflichkeit

 

Recherchiert man über Quellen, so treten die Probleme schon beim Begriff an sich auf. In der deutschen Sprache trifft man auf unterschiedlichste Begriffe wie "Ursprung", "Urspring", "Brunnen", "Born", "Spring", "Siepen" oder "Siefen", "Quall", "Sprudel" (für kohlesäurehaltigen Mineralquellen), regional trifft man auf "Bour" (z.B. Bischofsbour bei Koblenz), "Bur" (Viedeler "Bur", Stadt Polch), "Drees" (für kohlesäurehaltigen Mineralquellen in der Vulkaneifel) und andere Begrifflichkeiten.

Eine ähnliche Vielfalt findet sich auch in anderen Sprachen. Besonders in quellenreichen Gebieten wie etwa dem Balkan gibt es unterschiedliche Wörter für große und kleine sowie kalte und heiße Quellen. Ganz zu schweigen von regionalen sprachlichen Eigenheiten, die sich vom Sprachunkundigen kaum erschließen lassen. Wie in der deutschen Sprache wird auch andernorts oft nicht eindeutig unterschieden zwischen Quelle und Brunnen. Die englische Sprache etwa gebraucht "source", "spring", "well", "fountain", "fount", "origin" oder "headwaters" (Quellgebiet) teils für unterschiedliche Sachverhalte, teils synonym.

Übersetzungsprogramme aus unterschiedlichsten Sprachen liefern einem andererseits immer wieder "Frühling", "Feder" oder gar "Federung" als Übersetzungsvorschlag für Quellen.

Zudem erschwert die Vieldeutigkeit des Begriffes Quelle die Recherche, die in vielen Sprachen neben einem Wasseraustritt auch ganz allgemein "Ursprung", den (überlieferten) Text, der für wissenschaftliches Arbeiten herangezogen wird, die Herkunft von Informationen und Sachgütern u.a. meint. Satz unterteilen zur besseren Lesbarkeit?

 

Klassifizierung von Quellen

 

Orte, an denen Grundwasser, in selteneren Fällen auch tief gelagertes (juveniles) Wasser aus der Erde tritt, werden je nach der Sichtweise und dem spezifischen Interesse des Betrachters klassifiziert. In frühgeschichtlicher Zeit sicherten Quellen und ihr Wasser vor allem Lebensräume und waren von hoher spiritueller Bedeutung. Seit Jahrtausenden wird das Wasser mancher Quellen, Mineralquellen und Thermalquellen auch zu Heilzwecken verwendet - häufig für Leiden der Augen, der Haut, des Magen-Darm-Traktes, der Gelenke und des Bewegungsapparates.

Mit der Zeit der Aufklärung wandte sich auch die Naturwissenschaft den Quellen zu. So wurden ihnen im Laufe der Zeit zahllose Attribute sowie be- und umschreibende Begriffe zugeordnet.

Heute ist die Begrifflichkeit überwiegend von der Geologie, Ökologie, physikalischen Eigenschaften, der Nutzung als Trink-/Heilwasser sowie von der Balneologie geprägt. So erfolgt die Klassifizierung von Quellen u.a. nach dem hydrostatischen Druck des Grundwassers, nach dem zeitlichen Verlauf der Quellschüttung, nach der Quelltemperatur, nach dem Wasserchemismus und dem Gehalt an gelösten gasförmigen und festen Stoffen (Mineralisierung), nach Strukturmerkmalen oder nach der Art der spezifischen Lebensräume, die vom jeweiligen Wasseraustritt geschaffen werden. Im "Bayerischen Quelltypenkatalog" etwa werden die Parameter Austrittsart und Substrat zur Klassifizierung herangezogen.

Angesichts der überaus vielfältigen Erscheinungsform von Quellen und ihrer Wässer haftet diesen Klassifizierungen eine gewisse Beliebigkeit und Unschärfe an. Einige der Typenbeschreibungen sind weit gefasst, andere sehr spezifisch und eng. Begrifflichkeiten überschneiden sich, lassen es an Eindeutigkeit vermissen oder der gleiche Sachverhalt ist mit einer ganzen Reihe von Begriffen belegt. Etwa werden die Begriffe "Wanderquelle", "Migrakrene" und "Liniearquelle" häufig synonym gebraucht. Oder es werden Quellen, die nicht eindeutig einem Typ zuzuweisen sind, mit kombinierten Begriffen gekennzeichnet wie etwa „Rheohelokrene“ oder „Limnorheokrene“.

In Anlehnung an Wikipedia werden hier einige der gängigen Klassifizierungen genannt und Begriffe erläutert.

Bei einer Einteilung nach hydrostatischem Druck wird der Austritt freien Grundwassers unterschieden. Als Bemessungsgrundlage wird der Druck an der Grundwasseraustrittsstelle mit dem atmosphärischen Druck verglichen. Abhängig vom Verhältnis dieser Parameter wird von freiem Grundwasser gesprochen, wenn sich Wasserdruck und atmosphärischer Druck annähernd gleichen. Übersteigt der Wasserdruck des Quellwassers den atmosphärischen, so spricht man von einem gespanntem Grundwasseraustritt.

Bei der Einteilung nach dem zeitlichen Verlauf der Quellschüttung unterscheidet man die beständig fließende Perennierende Quelle, wobei ihre Schüttung stark schwanken kann, von der

Intermittierenden Quelle, welche zeitweise trockenfällt. Intermittierende Karstquellen werden auch Hungerbrunnen genannt.

Bei der Einteilung nach Quelltemperatur dienen die Austrittstemperatur des Quellwassers und die mittlere örtliche Jahrestemperatur als Definitionsparameter.

Bei akratopegen Quellen entspricht die Temperatur des Quellaustrittswassers in etwa der mittleren örtlichen Jahrestemperatur. Übersteigt die Wassertemperatur der Quelle die mittlere Jahrestemperatur der Luft, spricht man von einer akrathotermen Quelle.

In Mitteleuropa liegt die mittlere Jahrestemperatur etwa bei 6 bis 10 °C, in tropischen Gebieten bei 20 bis 25 °C. Liegt der speisende Grundwasserleiter weniger als 20 Meter tief, kann es zu geringen jahreszeitlichen Schwankungen der Quelltemperatur kommen.

Medizin und Balneologie nehmen eine Einteilung nach dem Gehalt an gelösten Stoffen

im Quellwasser vor. Wässer mit einem besonders hohen Gehalt an gelösten gasförmigen oder festen Stoffen bezeichnet man als Mineralquellen. Sie habe ihren Ursprung häufig in tiefen geologischen Schichten. Mit der therapeutischen Wirkung von Heilquellen beschäftigt sich die Balneologie. Mineralquellen lassen sich weiter unterteilen in Solequellen, Schwefelquellen, Säuerlinge, alkalische Quellen, Bitterquellen, Eisenquellen und radioaktive Quellen. Träger der Radioaktivität in radioaktiven Quellen ist das Edelgas Radon, das beim Zerfall von uran- oder thoriumhaltigen Mineralen meist in Granit- oder Gneisgesteinen entsteht (vgl. Radonbalneologie). Verlinken mit Glossar

Viele Geohydrologen, Ökologen und Institutionen und Behörden, die Quellen erfassen, unterscheiden nach Strukturmerkmalen im Quelleinzugsgebiet, woraus sich eine recht umfangreiche Nomenklatur ergibt. Im Folgenden wird eine zusammenfassende Darstellung versucht:

Karstquellen: Weltweit häufig vorkommende Karbonatgesteine haben vielfach die Eigenschaft, beim Einwirken von CO2-haltigem Wasser (übliche Niederschläge) in Lösung zu gehen. Das dann kalkhaltige Wasser tritt in Rissen/Klüften/Spalten/Gängen/Höhlen als Karstquelle relativ schnell aus.

Schichtquellen: Grundwasser bewegt sich entlang einer stauenden Gesteinsschicht zur Austrittsstelle.

Überlaufquellen: Überlaufquellen (auch Überfallquellen genannt) entstehen, wenn wasser- undurchlässige Schichten im Untergrund mulden- oder wannenförmig gelagert sind. Das Grundwasser sammelt sich an der tiefst möglichen Stelle dieser Mulde, füllt die Mulde auf, läuft am Muldenrand über und tritt dann an der Schnittstelle der wasserundurchlässigen Schicht zur Erdoberfläche zutage. Da diese Quellen nur schütten, wenn die unterirdische Wanne überläuft, gehören diese Quellen zu den intermittierenden Quellen und werden auch Stauquellen genannt.

Verengungsquellen: Sonderform der Überlaufquelle; im Grundwasserleiter selbst baut sich vor Stellen geringerer Durchlässigkeit hydrostatischer Druck auf, der zum Grundwasseranstau bis zur Erdoberfläche führen kann und dort einen (oft nur zeitweisen) Quellaustritt bewirkt.

Spaltenquellen: In Gesteinen mit Kluftspaltensystemen oder durch Lösung entstandenen Hohlräumen kann sich das Grundwasser schnell bewegen und so auch mit starker Schüttung an der Oberfläche austreten. In großen Karstquellen können auch unterirdisch verlaufende Flüsse zutage treten. Auch Gletschertore können hier eingeordnet werden.

Artesische Quellen: Grundwasser, das unter eine in Fließrichtung absteigende Gesteinsschicht gedrückt wird und an wenigen durchlässigen Stellen (etwa an Bruchlinien) unter Druck an die Oberfläche gelangt.

Springquellen: Artesische Quellen im Gebiet der kalksteinhaltigen Ränder des Thüringer Waldes und des Harzes werden dort häufig als Spring bezeichnet. Beispiele sind der Mühlberger Spring und der Kainspring bei Oberdorla. Der Begriff wird auch für vulkanisch erhitztes oder mit Kohlenstoffdioxid versetztes Grundwasser gebraucht, das beim Austritt häufig intermittierend Fontänen bildet, bei großen Sprunghöhen auch Geysire genannt.

Faltenquelle: Quelle, die an eine geologische Faltenstruktur gebunden ist (Sonderfall einer Schicht- oder Überlaufquelle).

Störungsquelle: Diese werden auch Verwerfungsquelle genannt. Es handelt sich um eine Quelle die an einer geologischen Störung auftritt, vor allem, wenn an der Störungsfläche wasserundurchlässige und stauende gegen durchlässige Gesteine versetzt sind. So kommt es oft zu Quellhorizonten, die dem Ausbiss der entsprechenden Störung folgen. Störungsquellen können unter anderem Spezialformen von Überlaufquellen sein. Sofern entlang der Verwerfung das Gestein durch die Bewegung stark zerrüttet ist und eine sehr hohe Durchlässigkeit aufweist, können Störungsquellen auch artesisch sein.

 

Einteilung nach Strukturmerkmalen des Quellortes

 

Rheokrene (Fließ- oder Sprudelquelle) zeigen einen deutlich erkennbaren, lokal begrenzten Austritt mit einem sichtbaren Abfluss. Er kann laminar strömen und sogar Stillwasserzonen aufweisen, oder aber nach Austritt aus Klüften in steilem Gelände einen Sturzbach oder Wasserfall bilden (Fallquelle, Sturzquelle).

Helokrene (Sickerquelle, Sumpfquelle) sind durch flächig austretendes Grundwasser gekennzeichnet, das sich in einem Quellsumpf aus kleinsten Quellrinnsalen sammelt. Ein solches Quellgebiet kann sich, je nach klimatischer und geologischer Situation, über Quadratkilometer erstrecken. Im Flachland haben Helokrene, abgesehen von einigen aufsteigenden Quellen, meist eine geringe Schüttung.

Limnokrene (Tümpelquelle, Trichterquelle, Quellteich, Quelltümpel) sind Quellaustritte am Grund einer Mulde, wodurch sich ein stehendes Gewässer (ein Quelltümpel, Quellteich oder sogar ein Quellsee) bildet. Durch Überfließen des Gewässerrandes entsteht dann ein Quellbach. In Karstgebieten kann ein solcher Quelltümpel große Tiefen erreichen.

Unterseeische Quellen treten besonders in Karstgebieten auf.

Endorheische Quellen sind abflusslos; ihr Wasser versickert nach kurzer Fließstrecke wieder.

Gefasste Quellen sind mit einer künstlichen Quellfassung umbaut oder auch denkmalartig gestaltet.

 

Begriffe zur Charakterisierung von Quellen

 

Die sehr unterschiedlichen Merkmale von Quellen und Ansätze zu deren Klassifizierung bzw. Kennzeichnung spiegeln sich in einem sehr umfangreichen Fachvokabular wider. Viele der Begriffe lassen sich aus dem herkömmlichen Sprachgebrauch nicht erschließen und werden nur von Fachleuten gekannt / genutzt. Man spricht von:

 

 

Absteigende Quelle:

 

Der Druck an der Grundwasseraustrittsstelle ist dem atmosphärischen gleich. Das Grundwasser bewegt sich, dem natürlichen Gefälle folgend, zu tiefergelegenen Austrittsstellen.

Akratopegene Quelle:

Quellen, deren Temperatur der mittleren örtlichen Jahrestemperatur entspricht. In Mitteleuropa liegt die Temperatur dann etwa bei 6 bis 10 °C, in tropischen Gebieten bei 20 bis 25 °C.

Akratothermene Quelle:

Quellen, deren Wassertemperatur über der mittleren Jahrestemperatur der Luft liegt (Thermalquellen).

Alluvialquelle:

Quelle in aufgeschotterten Flusstälern, die durch Ablagerungen angeschwemmten (alluvialen) Materials, das in Gebieten höherer Lagen erodiert wurde, entstanden sind.

Alkalische Quelle:

Alkalische Quellen enthalten eine größere Menge von kohlensauren Alkalien, besonders von kohlensaurem Natron; wenn sie kalt sind, zeigen sie meist reichlichen Kohlensäuregehalt und heißen dann "alkalische Sauerlinge". Unter alkalisch-muriatischen Quellen versteht man solche, die zusätzlich Kochsalz enthalten, unter alkalisch-salinischen oder -sulfatischen solche mit Glaubersalzgehalt. Alle alkalischen Wasser kommen ganz vorzugsweise als Trinkquellen in Betracht.

Alpine Quelle:

Quelle im alpinen Raum

Artesische Quelle:

Voraussetzung ist Grundwasser, das unter Druck steht, da es zwischen zwei wasser- undurchlässigen, nicht horizontal verlaufenden Schichten eingelagert und damit "gespannt" ist. Bei Auftreten von Klüften oder Spalten in der überlagernden undurchlässigen Schicht steigen diese gespannten Grundwässer in die Höhe und können fontänenartig als artesische Quellen zutage treten. Der Grundwasserleiter ist durch die Überdeckung mit wasserundurchlässigen Schichten meist gut vor Verunreinigungen geschützt.

Seen und andere Stillgewässer, die aus artesischen Quellen gespeist sind, sind Formen der Druckwasserseen. Künstlich angebohrte artesische Grundwasserlagen bezeichnet man als Artesischer Brunnen. Geysire sind keine artesischen Quellen, da hier der Druck nicht durch stehendes Wasser, sondern durch die Volumenänderung beim Erhitzen des Grundwassers entsteht (hydrothermales Druckwasser).

Aufsteigende Quelle:

Die Grundwasseraustrittsstelle liegt hier höher als der Grundwasserleiter. Das heißt, das Grundwasser muss, bevor es austritt, sich entgegen des Gefälles aufwärtsbewegen.

-born, -bronn, -brunn:

Die Trennung von Brunnen und Quelle war in früheren Zeiten nicht eindeutig, was noch in Ortsnamen und Dialekten erkennbar ist. Demnach meinen Bezeichnungen „Brunn“, „Bronn" und "Born" u.a. in Ortsnamen häufig natürliche Quellen, die zur Trinkwassernutzung gefasst wurden. Die Fassung erfolgte dabei nächst ausschließlich offen in Form eines Dorfbrunnens bis später dann geschlossene Brunnenstuben errichtet wurden.

Bitterquelle:

Veraltete Bezeichnung für Magnesiumsulfat haltige Quellen. Diese werden heute allgemein als Heilquelle bezeichnet.

Druckwassersee:

 

Als Druckwassersee oder Quellbeckensee bezeichnet man Gewässer, die durch hochsteigendes, also unter erhöhtem Druck stehendem Grundwasser entstehen. Dieses aufgestiegene Wasser füllt dann Senken oder tiefer gelegene Geländeteile mit Wasser. Der Zufluss der Seen ist also nicht sichtbar, bei hohen zugeführten Wassermengen können sie aber einen Abfluss haben.

Von Druckwasserseen sind Grundwasserseen zu unterscheiden, in denen sich das Wasser nur durch die Eintiefung der Oberfläche sammelt, der Grundwasserspiegel also angeschnitten ist und offenliegt (etwa Baggerseen), oder Tümpel, die entstehen, weil bei starken Regenfällen Teile der Wassermengen nicht mehr im Boden versickern können und sich in Senken sammeln (Wasseransammlung durch Bodensättigung, nicht Wasserdruck).

Einen gewissen Anteil an Druckwasserspeisung haben die meisten Seen in Berggebieten. Bei Übergangsformen kann der Charakter nur durch genauere Messung von Zu- und Abfluss bestimmt werden (was durch die meist unbekannte Verweildauer des Wassers im Stillgewässer aufwändig ist), oder durch Markierungsversuche zumindest prinzipiell nachgewiesen werden. Stillgewässer stellen natürlich auch allgemein fast immer den – oder zumindest einen – Grundwasserhorizont dar, was in der Unterscheidung der Druck- und Grundwasserseen als Sonderform unberücksichtigt bleibt.

Eine Sonderform des Druckwassersees ist der intermittierende See, bei dem das Wasser durch die gleichen Klüfte am Seegrund diesen entsprechend des Grundwasserstands befüllen und wieder entleeren kann. Einer der größten dieser Seen ist der Cerknica See in Slovenien.

Eisenquelle:

Eisenhaltige Mineralquelle. Eisen wird in der Tiefe als Fe2+ durch saures Wasser (CO2) gelöst. An der Quelle verringert sich der Druck rapide, das CO2 entweicht, der pH-Wert steigt und Fe2+ fällt als Hydroxid oder Carbonat aus. Nach dem Quellaustritt kommt im erhöhten Maße Luftsauerstoff hinzu. Fe2+ oxidiert zu Fe3+. Es entsteht "Rost". Das Resultat ist eine typische Braunfärbung entlang der Quellbäche.

Endorheische Quelle:

Sind zumeist in Karstgebieten und abflusslos. ihr Wasser versickert nach kurzer Fließstrecke wieder.

Erdige Quelle:

Enthalten kohlensauren und schwefelsauren Kalk, Chlorcalcium und kohlensaures Magnesium (Trinkquellen).

Fallquelle:

Sonderform der Fließquelle in den Alpen, bei der das aus einer Kluft oder einer Felsspalte austretende Wasser sofort wasserfallartig den meist stark geneigten bis senkrechten Hang hinabstürzt.

Faltenquelle:

Quelle, die an eine geologische Faltenstruktur gebunden ist (Sonderfall einer Schicht- oder Überlaufquelle).

Flachlandquelle:

Quelle im Flachland.

Fließquelle

Quelltyp, der einen deutlich erkennbaren, lokal begrenzten Austritt aufweist und sofort einen sichtbaren Abfluss bildet. Dieser ist in der Regel langsam und laminar fließend und kann einzelne Stillwasserzonen aufweisen. Ein Sonderfall der Fließquelle ist die Sturzquelle, bei der das Wasser in steilem Wasser aus einer Spalte dringt und im Anschluss sofort steil nach unten fließt - häufig in Form eines Wasserfalls.

Gesundbrunnen:

Quelle mit einem Wasser, das zumeist eine größere Menge fester Bestandteile und gelöster Gase enthält, als gewöhnliches Wasser, häufig einen eigentümlichen Geschmack, Geruch u. Farbe besitzt und sich durch heilsame Wirkung auf den menschlichen Organismus auszeichnet.

Geysir

Geysire sind Springquellen, die zumeist in Regionen mit vulkanischer Aktivität auftreten, weshalb ihre Wassertemperatur vergleichsweise hoch ist. Allerdings gibt es auch Kaltwassergeysire, etwa den künstlich erbohrten Geysir Andernach, der als höchster Kaltwassergeysir der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde eingegangen ist.

Gießen:

Quellaustritte unter Wasser in Altarmen und sonstigen Fließgewässern der Flußauen.

Gravitationsquelle

Bei Gravitationsquellen fließt das Grundwasser mit freiem Wasserspiegel durch den Aquifer und folgt dabei der Morphologie des oberirdischen Abflussnetzes. Es tritt an die Oberfläche, wenn sich Grundwasserspiegel und Geländeoberkante treffen.

Gravitationsquellen werden aus topografisch höher liegenden Bereichen gespeist und können in Schüttung und Wasserqualität durch ihre starke Abhängigkeit vom hydrologischen Zyklus und der Grundwasserneubildungsrate stark variieren. Durch die teilweise kurze Bodenpassage und die geringe Tiefenlage des Grundwassers sind sie einem erhöhten Verschmutzungsrisiko ausgesetzt.

Hangquelle:

Vgl. Schichtquelle

Hauptquelle:

Wird zumeist verwendet für die erste oder stärkste Quelle eines größeren Fließgewässers, das im Bereich seines Ursprungs häufig auch von ein oder mehreren Nebenquellen gespeist wird.

Heilquelle:

Quelle mit Heilwasser, das zu Trink- oder Badezwecken genutzt werden kann. Für eine offizielle Zulassung sind genau definierte Kriterien zu erfüllen, zu denen neben chemischen und mikrobiologischen Parametern auch eine gleichbleibende bzw. nur wenig variierende Wasserqualität zählt.

Häufig wird der Begriff weitergehend auch für Quellen genutzt, die in der Tradition des Volksglaubens eine heilende Wirkung besitzen und ohne eine behördliche Zulassung von Teilen der Bevölkerung als "heilige Quellen" (gleicher Wortstamm wie "heilend") verehrt und genutzt werden.

Heilige Quellen:

Quellen galten bei den Kelten und vermutlich auch schon bei früheren Kulturen als heilige Orte und Kultstätten. Als wichtige Trinkwasserlieferanten bildeten sie zudem Kernpunkte menschlicher Siedlungstätigkeit. Ihrem Wasser wird oftmals eine reinigende oder heilende Wirkung zugeschrieben. Die vorchristliche Verehrung von Quellorten wurde vielfach vom Christentum übernommen und fortgeführt, weshalb an Quellen häufig Kirchen, Kapellen, Marienstatuen oder Heiligenbilder zu finden sind, insbesondere dort, wo das Wasser als besonders "wundertätig" und heilig angesehen wird, wie etwa das des Wallfahrtsortes Lourds (Vgl. Wunderquelle ).

Auch zahlreiche Sagen und Legenden zeugen von der besonderen Bedeutung von Quellen in früheren Zeiten. Aus dieser Sicht besitzen entsprechende Quellen auch kulturhistorische Bedeutung.

Helokrene:

Auch Sickerquelle, Sumpfquelle, ist durch flächig austretendes Grundwasser gekennzeichnet, das sich in einem Quellsumpf aus kleinsten Quellrinnsalen sammelt. Ein solches Quellgebiet kann sich, je nach klimatischer und geologischer Situation, über Quadratkilometer erstrecken. Im Flachland haben Helokrene, abgesehen von einigen aufsteigenden Quellen, meist eine geringe Schüttung. Der Begriff wurde von Thienemann geprägt.

Hungerbrunnen:

Quellen, die nur in nassen Jahren schütten, werden häufig Hungerbrunnen genannt, was daran liegt, dass der Volksmund einen Zusammenhang zwischen dem Schütten der Quelle und einem schlechten Ertrag in einem verregneten Jahr sieht. Es handelt sich dabei jedoch eher um einen kulturell bedingten Aberglauben. Wissenschaftliche Untersuchungen an verschiedenen Hungerbrunnen konnten einen derartigen Zusammenhang nicht nachweisen.

Intermittierende Quelle:

Quelle, die zeitweise versiegt. Wird regional auch Hungerbrunnen genannt.

Kalktuffquelle:

Das Quellwasser in Kalkgebirgen weist hohe Konzentrationen von gelöstem Kalk auf. Der Entzug von Kohlendioxid durch Photosynthese von Algen und Wasserpflanzen führt zu einem Ausfällen eines erheblichen Teils des gelösten Kalkes (Calciumhydrogencarbonat) als Kalk (Calciumcarbonat), der sich an den Pflanzen ablagert (Quelltuff). Dadurch können treppenartige Kaskaden von aneinandergereihten Wasserbecken entstehen.

Karbonatquellen:

Quellen aus Karbonatgesteinen, wie Kalk, Mergel und Dolomit. Quellen aus Einzugsgebieten mit hohem Anteil von Karbonatgesteinen reagieren alkalisch (hohe pH-Werte, hartes Wasser) und sind nicht versauerungsgefährdet.

Karstquelle:

Eine Karstquelle ist eine Quelle, die Teil eines Karstsystems ist. Typisch für Karstquellen ist deshalb eine hohe Schüttungsmenge nach Niederschlägen, die auf einer schnellen Passage des Wassers durch den Untergrund infolge ausgedehnter Hohlraumsysteme im Karst beruht. Verbunden mit dieser schnellen Passage des Wassers durch den Untergrund ist ein hoher Gehalt des Quellwassers an Trüb- und (bei landwirtschaftlichen Flächen im Einzugsgebiet) Nährstoffen, da das Niederschlagswasser kaum gefiltert wird. In Trockenperioden versiegen einige Karstquellen rasch.

Wegen der unzureichenden Filtrierung ihres Wassers und der hohen Härte ihres Wassers eigenen sich Karstquellen häufig nicht zur Trinkwassergewinnung.

Karstquellen können auch unter Wasser als Submarine Quellen austreten. Viele solcher Quellen gibt es in der Adria zwischen Kroatien und Italien.

Karstquelltopf:

Tümpelquelle, die aus einem unterirdischen Höhlensystem im Karstgebirge von großen Wassermengen gespeist wird (z.B. der Blautopf).

Kochsalzquellen:

Die schwächeren, meist kohlensäurehaItigen Kochsalzwässer werden als Trinkquellen benutzt. Die stärkeren (20-30°/00) bezeichnet man als Solen. Sie werden gerne für Bäder genutzt.

Limnorheokrene:

Mischform aus einer Limnokrene und Rheokrene.

Limnokrene:

Auch Tümpelquelle, Trichterquelle, Quellteich oder Quelltümpel. Limnokrene sind Quellaustritte am Grund einer Mulde, wodurch sich ein stehendes Gewässer (ein Quelltümpel, Quellteich oder sogar ein Quellsee) bildet. Durch Überfließen des Gewässerrandes entsteht dann ein Quellbach. In Karstgebieten kann ein solcher Quelltümpel große Tiefen erreichen.

Linearquelle:

Sickerquelle mit zahlreichen Austrittsorten, bei der sich das Quellwasser kontinuierlich entlang der Tiefenlinie im Gelände zum Abfluss sammelt. Vgl. Wanderquelle und Migrakrene

Migrakrene:

Vgl. Wanderquelle, vgl. Linearquelle

Mineralquelle:

Dieses Quellwasser weist einen Gehalt an gelösten Mineralen und Gasen größer als 1 g/l auf.

Mittelgebirgsquelle:

Quelle, die in einem Mittelgebirge entspringt.

Montane Quelle:

Quelle im Hochgebirgsraum.

Nassgallen:

Quellen, die aufgrund eines sehr geringen Grundwasseraustritts keinen Oberflächenabfluss besitzen.

Nebenquelle:

Vgl. Hauptquelle

Ockerquelle:

Ein Spezialfall einer Mineralquelle ist die Ockerquelle. Dort reagieren gelöste Metalle mit Luftsauerstoff und werden als Ocker ausgefällt. Dieser Vorgang wird durch verschiedene Bakterien unterstützt. Ocker tritt dabei vor allem in Form von orangefarbenem Eisenocker auf, der sich als Substrat ablagert.

Offenlandquelle:

Quelle im Grün- oder Ackerland.

Perennierende Quelle:

Quelle, die im Jahresverlauf nie versiegt.

Periodische Quelle:

Unregelmäßig schüttende Quelle.

Pütt:

Plattdeutsch. Pütt steht hier u.a. für Pfütze oder für Töpfe (Einzahl Putt) und findet vereinzelt auch für die Bezeichnung von Quellen Anwendung.

Quellbach:

Der von der Quelle abfließende Bach, der noch viele Eigenschaften der Quelle besitzt und typische Quellbewohner beherbergt.

Quellbeckensee:

 

Vgl. Druckwassersee

Quellbereich:

Fläche, in der die Quelle selbst den Lebensraum für Tiere, Pflanzen und deren Gemeinschaften bestimmt. Bei Sickerquellen kann der Lebensraum beispielsweise über 1.000 m³ betragen.

Quellmoor:

Quellmoore entstehen dort, wo Grundwasser ständig und ergiebig austritt und wo nicht zugleich stehende oder fließende Gewässer bestehen. Es kommt allerdings nur dann zur Moorbildung, wenn sich das Quellwasser langsam bewegt. Durch die geringe Fließgeschwindigkeit und die dauerhafte Wassersättigung kommt es zur Akkumulation organischer und mineralischer Ablagerungen.

Quelltopf:

Eine kesselartige Vertiefung, an deren Grund das Wasser austritt, evtl. aus einer Quellhöhle. Das Wasser füllt den Kessel und fließt über eine Schwelle ab. Esiist im Kalkkarst stark mit gelöstem Kalk gesättigt und hat dadurch bei größerer Wassertiefe eine intensivblaue oder grüne Farbwirkung.

Quelltümpel:

Vgl. Limnokrene. Der Begriff Quelltümpel wird allerdings darüber hinaus auch für künstlich zu einem Tümpel angestautes Quellwasser in direkter Nähe der Quelle verwendet.

Quellsaum:

Durch geologische Gegebenheiten entstehende Aneinanderreihung von Quellen in relativ geringer Höhenabweichung. Quellsäume können einen sehr unterschiedlich großen Raum umfassen. In Deutschland ist ein außerordentlich großer Quellsaum nördlich von Sauerland und Haarstrang etwa von Bad Lippspringe bis Unna.

Radioaktive Quelle:

Träger der Radioaktivität in radioaktiven Quellen ist das Edelgas Radon, das beim Zerfall von uran- oder thoriumhaltigen Mineralen meist in Granit- oder Gneisgesteinen entsteht. Das Wasser wird häufig auch zu Heilzwecken verwendet.

Rheokrene:

Auch Fließ- oder Sprudelquelle, zeigen einen deutlich erkennbaren, lokal begrenzten Austritt mit einem sichtbaren Abfluss. Er kann laminar strömen und sogar Stillwasserzonen aufweisen, oder aber nach Austritt aus Klüften in steilem Gelände einen Sturzbach oder Wasserfall bilden (Fallquelle, Sturzquelle).

Rheohelokrene:

Bezeichnung für eine Mischform aus Rheokrene und Helokrene.

Riesenquelle:

Eine Quelle mit besonders großer Schüttung. Dies setzt ein großes Höhlensystem und ein großes Einzugsgebiet voraus, das solch große Wassermengen liefert. Häufig handelt es sich um den Wiederaustritt eines Flusses, der vorher in einem Ponor verschwunden ist.

Sauerbrunnen:

Vgl. Säuerling

Säuerling:

Quellen mit "saurem" Wasser, d.h. mit niedrigem ph-Wert, da sie von Natur aus mehr als 250 mg/l Kohlendioxid enthalten. Als zugelassenes Mineralwasser dürfen sie keine Behandlung außer weiterem Kohlendioxidzusatz erfahren haben.

Bereits in früherer Zeit wurde natürlichen Sauerbrunnen häufig heilende Wirkung zugesprochen. Sie werden u.a. bei Beschwerden des Magen-Darm-Trakts, der Nieren und der Galle eingesetzt und helfen bei Problemen mit den harnarbführenden Wegen.

Einfache Säuerlinge oder Sauerbrunnen sind arm an festen Bestandteilen, aber reich an Kohlensäure; sie werden hauptsächlich als Getränk, bisweilen aber auch für Bäder mit anregender Wirkung genutzt. Kommerziell werden Säuerlinge z.B. angeboten als Selters (Nassau), Apollinaris (Ahrtal), Gieshtibel (Böhmen).

Schichtquelle:

Eine Schichtquelle entsteht zumeist an Berghängen, wenn Grundwasser in einer wasserdurchlässigen Schicht (z. B. Sand) über einer relativ wasserundurchlässigen Schicht (z.B. im Jura an der Schichtengrenze zwischen Kalkstein und Mergel) liegt und beide einseitig geneigt sind. Das Wasser tritt dann am tiefsten Punkt der wasserdurchlässigen Schicht aus, wo sie an einem Hang angeschnitten ist. Streichen die Schichten in breiter Front aus, entsteht ein Quellsaum.

Schwefelquelle:

Austritt von Wasser mit hohem Schwefelgehalt, das mitunter auch zu Heilzwecken Verwendung findet. Typisch für Schwefelquellen ist der Geruch nach faulen Eiern (Schwefelwasserstoff).  Häufig finden sich im Ablauf auch gelblich-weise Fäden

Sickerquelle:

Auch Sumpfquelle. Grundwasser tritt in zahlreichen kleinen Wasseradern aus, die das Erdreich durchtränken und einen mehr oder weniger großen flächigen Quellsumpf bilden. Ein Quellbach bildet sich erst dem Gefälle folgend aus dem Zusammenfluss mehrerer Quellrinnsale.

Siegfriedbrunnen:

Als Siegfriedbrunnen werden einige kleinere, gefasste Quellen im weiteren Umfeld des Odenwalds bezeichnet, an denen Siegfried, der Protagonist der Nibelungensage, von Hagen von Tronje ermordet worden sein soll. Auf Grund wenig genauer und unterschiedlicher Angaben in den überlieferten Fassungen des Niebelungenlieds beanspruchen verschiedene Gemeinden den Tatort, die Siegfriedsquelle, für sich.

Silikatquelle:

Quelle aus silikatischem Untergrundgestein, wie Granit, Gneis, Buntsandstein. Das Quellwasser enthält nur geringe Konzentrationen an Kalkmineralen (weiches Wasser) und weist deshalb pH-Werte im sauren Bereich auf. Die Pufferkapazität solcher Quellen gegenüber Säureeinträgen, z.B. aus der Atmosphäre, ist gering. Es besteht die Gefahr der Übersäuerung.

Solequelle:

Charakteristisch für diesen Quelltyp sind sehr hohe Chlorid-Konzentrationen, die durch Kontakt des Grundwassers mit einem Salzstock entstehen. Der hohe Salzgehalt wird nur durch salztolerante Organismen ertragen, die sonst im Brackwasser bzw. an Küsten heimisch sind. Solequellen werden häufig als Heilbäder genutzt. Vgl. auch Kochsalzquelle.

Spaltquellle:

Aufsteigende Quelle, bei der die grundwasserführende Schicht auf eine wasserundurchlässige Schicht trifft, wodurch das Wasser in vorhandenen Spalten nach oben gedrückt wird und dort als Quelle abfließt.

Spring:

Artesische Quellen im Gebiet der kalksteinhaltigen Ränder des Thüringer Waldes und des Harzes werden dort häufig als Spring bezeichnet. Beispiele sind der Mühlberger Spring und der Kainspring bei Oberdorla.

Springquelle:

Vulkanisch erhitztes oder mit Kohlenstoffdioxid versetztes Grundwasser bildet beim Austritt wiederholt Fontänen, bei großen Sprunghöhen auch Geysire genannt. Allerdings kann die Form der Springquelle auch mit Kaltwasser auftreten, so etwa der künstlich erbohrte Kaltwassergeysir von Andernach.

Sprudelquelle:

Aufsteigende Quelle mit sprudelndem Wasseraustritt infolge der Druckabnahme beim Zutagetreten von gespanntem Grundwasser mit starkem Überdruck.

Stauquelle:

Das Grundwasser trifft auf eine wasserundurchlässige Schicht und wird zum Aufsteigen gezwungen. Vgl. Überlaufquelle.

Störungsquelle:

Auch Verwerfungsquelle genannt. Tritt an einer geologischen Störung auf, vor allem, wenn an der Störungsfläche wasserundurchlässige, stauende gegen durchlässige Gesteine versetzt sind. So kommt es oft zu Quellhorizonten, die dem Ausbiss der entsprechenden Störung folgen. Störungsquellen können unter anderem Spezialformen von Überlaufquellen sein. Sofern entlang der Verwerfung das Gestein durch die Bewegung stark zerrüttet ist und eine sehr hohe Durchlässigkeit aufweist, können Störungsquellen auch artesisch sein.

Sturzquelle:

Sonderform der Fließquelle. Das Wasser tritt hier in steilem Gelände aus Gesteinsspalten heraus und fließt als mehr oder weniger großer Wasserfall talwärts.

Submarine Süßwasser­quelle:

Küstennahes Grundwasser fließt durch Gesteins- und Sandschichten entlang des Gefälles zum Meer. Es sickert dort nahe der Wasserlinie heraus, kann aber auch - insbesondere in karstigen Küstengebieten - in bis zu 50 Metern Meerestiefe austreten.

Sumpfquelle:

Auch Sickerquelle. Grundwasser tritt in zahlreichen kleinen Wasseradern aus, die das Erdreich durchtränken und einen mehr oder weniger großen flächigen Quellsumpf bilden. Ein Quellbach bildet sich erst dem Gefälle folgend aus dem Zusammenfluss mehrerer Quellrinnsale.

Thermalquelle:

Quellen, dessen Wasser aus Tiefen kommt, in denen hohe Temperaturen herrschen. Die Temperatur des Quellwassers liegt deshalb ständig mehr oder weniger weit über dem Jahresdurchschnitt der Lufttemperatur des Einzugsgebietes. Thermalquellen finden sich vor allem in tektonischen Bruchzonen und in Gebieten tätiger oder erloschener Vulkane.

Trichterquelle:

Entspricht einer Tümpelquelle oder Limnokrene.

Tümpelquelle:

Der Quellaustritt liegt am Grund einer Mulde, in der sich zunächst das austretende Grundwasser sammelt und einen Quelltümpel bildet. Durch das Überlaufen des Quellwassers über dessen Rand bildet sich der Quellbach. Dieser Quelltyp ist vor allem in Karstgebieten zu finden.

Überlaufquelle:

Überlaufquellen (auch Überfallquellen genannt) entstehen, wenn wasser- undurchlässige Schichten im Untergrund mulden- oder wannenförmig gelagert sind. Das Grundwasser sammelt sich in dieser Mulde, füllt die Mulde auf, läuft am Muldenrand über und kann dann an der Schnittstelle der wasserundurchlässigen Schicht zur Erdoberfläche zutage treten. Da diese Quellen nur schütten, wenn die unterirdische Wanne überläuft, gehören diese Quellen zu den intermittierenden Quellen.

Überfallquelle:

Vgl. Überlaufquelle

Unterseeische Quellen:

Treten besonders in Karstgebieten auf. Schätzungen zufolge wurde eine überwiegende Mehrzahl dieser unterseeischen Quelle, die in ganz unterschiedlichen Tiefen liegen können, bisher noch nicht entdeckt.

Urquell:

Dichterisch für den Ort, wo etwas beginnt.

Vauklusianische Karst­quelle:

 

Aufsteigende Quelle eines Karstsystems. Sie hat ihren Ursprung in einem Schacht oder einem Höhlensystem, wobei das Wasser unter relativ hohem Druck nach oben steigt. Die Bezeichnung stammt von der Fontaine de Vaucluse in Südfrankreich.

Verengungsquelle:

Grundwasser tritt aufgrund einer Verminderung des Querschnitts des Grundwasserleiters zutage.

Verwerfungsquelle:

 

Auch Störungsquelle genannt. Quelle die an einer geologischen Störung auftritt, vor allem, wenn an der Störungsfläche wasserundurchlässige, stauende gegen durchlässige Gesteine versetzt sind. So kommt es oft zu Quellhorizonten, die der entsprechenden Störung folgen. Störungsquellen können unter anderem Spezialformen von Überlaufquellen sein. Sofern entlang der Verwerfung das Gestein durch die Bewegung stark zerrüttet ist und eine sehr hohe Durchlässigkeit aufweist, können Störungsquellen auch artesisch sein.

Waldquelle:

 

Im Wald gelegene Quelle. Wird auch werblich für abgefülltes (Quell)-Wasser verwendet, dem besonders gesunde Eigenschaften zugeschrieben werden.

Wanderquelle:

Dieser auch Migrakrene oder Linearquelle genannte Quelltyp zeichnet sich dadurch aus, dass der eigentliche Quellaustritt kaum zu erkennen ist, der Abfluss sich in geneigtem Gelände aber zunehmend mit Wasser gefüllt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Linearität einer Quelle.

Wunderquelle:

Quelle, von der mancher glaubt, sie könne auf unerklärbare Weise Heilung bringen.

 

 

 

 

Weiterführende Links

 

Bayerischer Quelltypenkatalog. Sehr umfangreiche Klassifizierung von Quellen in Bayern:

https://www.lfu.bayern.de/wasser/trinkwasser_quelle_verbraucher/trinkwassergewinnung/doc/quelltypenkatalog.pdf

 

Umfangreicher Quellen-Leitfaden vom Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz der Rheinland-Pfalz:

https://mueef.rlp.de/fileadmin/mulewf/Publikationen/QuellenLeitfaden.pdf