Pivka Quelle Parje

 

 

    Pivka Quellen Koordinaten

 

 

Die Pivka ist ein besonders ausgeprägter Karstfluss. Sein Name leitete sich ab von "pivsce", was so viel meint wie Feld, das Wasser hat. In Hochwassersituationen trifft der Name auch wirklich zu - und da Hochwässer regelmäßig auftreten, werden die Häuser hier seit jeher auf kleinen Anhöhen gebaut. Dann überflutet die Pivka weite Teile des Pivka Polje unterhalb seiner Hauptquelle bei Zagorje

Bei normalen und niedrigen Grundwasserständen hingegen ist die Pivka oft über viele Kilometer vollständig verschwunden und man erkennt ihren Lauf lediglich an bewachsenen Uferstreifen und den leeren Wassergräben, die er hinterlässt. Dabei durchläuft sie hier in ihrem Oberlauf allerdings keine großen Höhlensysteme - jedenfalls keine, die bereits bekannt wären - sondern sie durchfließt unterhalb ihres Bettes durchlässige Gesteinsschichten, um dann an Hindernissen wieder an die Oberfläche aufzusteigen. Wenn sich im Grundwasserleiter der Druck nach Niederschlägen erhöht, nimmt die Zahl der Wasseraustritte zu und die leeren Gräben füllen sich nach und nach wieder mit Wasser aus periodischen Quellen . Einige von ihnen liegen wenige Kilometer unterhalb des Ursprungs, östlich und nördlich des Ortes Parje.

Rund drei Kilometer östlich liegen am Rand des Polje auf etwa 530 und 550 Metern Höhe, also wenig über dem Niveau der Pivka, zwei intermittierende Seen, der Palsko Jezero und der 55 Hektar große Petelinsjsko Jezero, dessen Wasser bis zu sieben Meter hoch ansteigen kann. Sie sind die beiden größten von insgesamt 17 solcher periodischer Seen an der Pivka. Palsko Jezero und Petelinsjsko Jezero scheinen zwar über den gleichen Aquifer miteinander in Verbindung zu stehen und ihre Wassermengen korrelieren miteinander. Auch gibt es Hinweise darauf, dass sich zumindest einige der periodischen Pivka-Quellen aus den Dolinen der Sickerseen speisen. 

Wie viele Überschwemmungsgebiete des grünen Karstes weisen auch diese hier an der Pivka eine außerordentlich hohe Biodiversität auf. Da ein Großteil der Flächen unter den Schutz von Natura 2000 gestellt ist und Landwirtschaft auf diesen Flächen ohnehin seit jeher nur extensiv betrieben werden kann, findet man hier nicht nur 182 Pflanzenarten, 211 Käferarten, 106 Arten tagaktiver Schmetterlinge und 133 Vogelarten, sondern auch Bären, Wölfe und Luchse. Auf dem Boden des Palsko Jezero wachsen solche Mengen an wildem Knoblauch, dass das Heu den Geschmack der Kuhmilch verändert, weshalb es an Pferde verfüttert wird.

Anders stellt sich die Pivka in ihrem Unterlauf dar. Dort mäandert sie mit dauerhafter Wasserführung und nach ihrem Zusammenfluss mit der Nanoscica weist sie einen sehr reichen Bestand an Döbel, Hecht, Karpfen, Rotauge, Rotfeder und Schleie auf. In direkter Nachbarschaft zum Eingang der Höhle von Postojna verschwindet der Fluss dann mit einer gewaltigen Schlundhöhle im Berg, wo er nach einigen Kilometern unterirdisch mit dem Fluss Rak zusammenfließt. Hier begegnet man der Pivka ein letztes Mal in den riesigen Höhlensystemen der Pivka Jama und Crna Jama.

Wenig später vereint sie sich unterirdisch mit dem Fluss Rak, um mit ihm gemeinsam in der Planinska Jama im Planinsko Polje als Fluss Unica wieder an die Oberfläche zu treten.