Austrittshöhle der Studenca

 

 

 Quellenwanderung

  Villach-Warmbad Koordinaten

 

 

Das wuchtige Bergmassiv des Dobratsch, das sich vor allem aus Wettersteinkalk zusammensetzt und in west-östlicher Richtung kontinuierlich neigt, zerteilt sich an seiner Ostflanke über Staffelbrüche in einzelne Schollen. Der stark verkarstete Charakter des Gebietes, auf einer Wanderung etwas oberhalb Villach-Warmbad gut zu erkennen, führt dazu, dass hier am östlichen Fuß des Dobratsch zahlreiche Quellen austreten, die sich aus Sickerwasser speisen. Entsprechend der Zusammensetzung des Gesteins weist das Wasser einen hohen Gehalt am Kalzium und Magnesium auf.

Je nachdem, wie tief das Wasser in den Spalten und Klüften versickert, tritt es entweder als Kaltwasser an die Oberfläche oder als Thermalwasser, welches sich in den vulkanischen Tiefen des Dobratsch auf etwa 30 °C erwärmt hat und zusätzlich radioaktives Radon enthält. Durch wasserundurchlässige Rotlehmschichten bei Villach Warmbad wird es durch seinen eigenen Druck hier nach oben geleitet.

Zu den Thermalquellen gehören die natürlichen, periodisch schüttenden Wasseraustritte des Maibachls sowie das Wasser aus dem gleichen Grundwasserleiter, das im Thermalbad Warmbad-Villach 15 m tiefer von selbst austritt, wegen des hohen Bedarfs aber auch zusätzlich mittels Bohrungen gefördert wird. Die Maibachl-Quellen fließen als natürlicher Überlauf der Warmbader Thermalquellen - wie ihr Name es schon vermuten lässt - nur zur Zeit der Schneeschmelze am Dobratsch im April und Mai oder nach starken Niederschlägen. In der Nähe der Hauptquellen haben sich im Laufe der Zeit zwei Quellbecken gebildet, die durch Steinschichtungen der Badegäste zusätzlich aufgestaut wurden und so mit gut 1 m Tiefe mit ihrem 28 °C warmen, intensiv blau gefärbten Thermalwasser frei genutzt werden können. Im Jahr 2005 wurde das Maibachl zum Naturdenkmal erklärt. Bei besonders heftigen Niederschlägen beginnt etwas oberhalb der Maibachlquellen die Hungerbach-Quelle zu sprudeln.

Seit 2003 werden Temperatur, chemische Zusammensetzung und Wasseraustrittsmengen der Maibachlquellen automatisch erfasst. Danach beträgt die mittlere Schüttung etwa 26 l/s, der höchste Wert über 400 l/s. Die Wassertemperatur schwankt - je nach Verweildauer in der Tiefe - zwischen etwa 15 °C und 32 °C, die maximale Leitfähigkeit beträgt 721 μS/cm.

Kaltwasser tritt hingegen aus mehreren Quellen eines höher gelegenen Grundwasserstroms aus. Die auf etwa 580 m ü. NHN gelegenen Stundenca-Quellen schütten dabei nur periodisch, wenn der Grundwasserstrom durch Schneeschmelze oder nach starken Regenfällen ansteigt, wobei die Austrittsmenge dann bis zu 800 l/s erreichen kann. Die knapp 50 m tiefer gelegene Römerquelle an der Talsohle schüttet zwar unterschiedlich stark, jedoch führt sie ganzjährig Wasser.

Die Thermalquellen wurden vermutlich bereits in römischer Zeit genutzt, da sie direkt an der einstmals sehr wichtigen Verbindungsstraße zwischen Noricum und Rom liegen. Ihre beeindruckenden Überreste sind noch gut sichtbar in Form tiefer Spurrinnen, welche die Räder der römischen Wagen tief in die Felsplatten gegraben haben. Möglicherweise badeten hier auch bereits Kelten, die hier siedelten und der Nachwelt zahlreiche Hügelgräber hinterlassen haben.

So können die Quellen auf einer sehr schönen Wanderung verbunden werden, die teilweise entlang der Römerstraße durch einen lichten, alten Wald führt mit vielen außergewöhnlichen Wuchsformen der Bäume, wie man sie über starken Grundwasserströmen häufig findet. Infotafeln geben zahlreiche Informationen zu den Quellen und den archäologischen Relikten der Gegend. Es empfiehlt sich, die leichte und abwechslungsreiche Rundwanderung nach Oberfederaun in Warmbad zu beginnen, wo es einen großräumigen Parkplatz auch für Wohnmobile gibt. Da die Mehrzahl der Quellen periodisch ist, bietet es sich an, die Wanderung zur Zeit der Schneeschmelze zu unternehmen. Dann bestehen gute Chancen, ein Bad an der Maibachlquelle nehmen zu können.