Memeldelta

 

 

  Memeldelta Koordinaten

 

 

Das Memeldelta gegenüber der kurischen Nehrung hat eine vielfältige, von Wasser geprägte Naturlandschaft, in der besonders Vogelfreunden auf ihre Kosten kommen. Rund 300 verschiedene Vogelarten wurden schon beobachtet, von denen 170 auch hier brüten.

Weitere Strecken in dem 29.000 ha großen Regionalpark mit seinen unterschiedlichen Schutzzonen zurückzulegen, ist etwas mühsam. Er wird nicht nur von den zwei Hauptarmen der Memel (Atmata und Skirvyte) durchflossen, sondern ist auch geprägt von Altwässern, Kanälen, Poldern, Überschwemmungs- und Sumpfland. Zum Haff hin findet man ausgedehnte Riedflächen, Sandwiesen und Dünenlandschaft, die mitten im südlichen Arm der Memel durch den "eiserner Vorhang" zur russischen Oblast Kaliningrad geteilt werden.

Das übliche Fortbewegungsmittel im Memeldelta war früher der Kahn. Inzwischen hat sich auch hier der Landverkehr durchgesetzt, der wegen fehlender Brücken allerdings weite Wege erforderlich macht. Man merkt der Gegend den Charakter des Grenzlandes an: Die wenigen kleinen Orte machen einen etwas verschlafenen Eindruck und das ganze Gebiet ist touristisch wenig erschlossen. So ist die Natur weniger als andernorts bedroht durch Baumaßnahmen und hektische Betriebsamkeit.

Will man das Gebiet auf eigene Faust erkunden, so bietet sich wegen der langen Wege das Fahrrad an. Wenn man die wenigen Hauptverkehrsstraßen meidet, ist der Straßenverkehr gering. Mit dem Rad hat man auch Zugang in das Gebiet südlich des Ortes Vorusne (55.282653, 21.301126) - sofern nicht gerade ein schweres Hochwasser die Gegend überflutet. Über das "Inseldorf" Rusne und das Städtchen Silute erreicht man auch zwei Wandergebiete nördlich des Flussarmes Atmata: Das Gebiet Tulkiarages pazintinis takas (55.356234, 21.353791) östlich des Sees Kroku Lanka, bei dem man auf Infotafeln Informationen zur Landschaft und deren Geschichte erhält, und wenig nördlich den hübschen 1,2 Kilometer langen Bohlenweg durch ein Hochmoor mit Namen Aukstumala (55.387863, 21.352464), was übersetzt Hochland bedeutet.

Besonders dem, der nicht weiter ins Landesinnere vorstößt, bietet das Memeldelta einen guten ersten Eindruck von baltischen Landschaftsformen und Naturräumen. Die Vogelbeobachtung wird zwar durch einige Aussichtstürme erleichtert. Für Interessierte kann es allerdings lohnend sein, sich örtlichen Naturführern anzuvertrauen, die auch Bootstouren in die interessantesten Vogelgebiete anbieten. Kontakte erhält man am besten in einem der zwei  touristischen Informationszentren, die google maps in Klaipedia ausweist. Dort ist man mehrsprachig und hilft engagiert weiter.