Pießling-Ursprung

 

 

  Pießling-Ursprung Koordinaten

 

 

Der Pießling-Ursprung ist eine der stärksten Karstquellen Österreichs, die an Sommertagen den Wasserbedarf von einigen 100.000 Menschen decken könnte. Sie liegt im Gemeindegebiet von Roßleithen und wurde 1978 zum  erklärt. Aus dem 32 m tiefen Quelltopf am Eingang zur beeindruckenden Höhle tritt Wasser in verschiedenen Blau-Grün-Schattierungen aus. Durch ihre Lage unterhalb von steilen Felswänden wird die Quelle allerdings nur bei steilem Sonnenstand direkt beschienen, was ihre Farbe dann zu einem intensiven Leuchten bringt.

Im Durchschnitt treten rund 2.200 l/s Wasser pro Sekunde aus der Quelle aus. Bei der Schneeschmelze oder bei starken Hochwässern können es bis zu 40.000 l/s sein. Die Quelle wird von einem unterirdischen Entwässerungssystem aus weit verzweigten Hohlräumen und Sammeladern gespeist. Das Wasser stammt aus dem Warscheneck, wo es auf einer Fläche von etwa 95 km² im Kalkgestein versickert und unterirdisch zur Quelle fließt. Der anschließende Unterwassergang wurde bis in eine Tiefe von ungefähr 80 m erforscht. Hinter dem Quelltopf befinden sich auch ausgedehnte lufterfüllte Gänge und Hallen, an deren Ende ein weiterer Siphonsee liegt. Dieser Siphon konnte bisher auf eine Länge von 120 m bei einer Tiefe von 40 m erforscht und vermessen werden. Bisher sind insgesamt etwa 1.500 m des ausgedehnten Höhlensystems erforscht.

Erste Tauchgänge wurden im Jahre 1962 unternommen. Aufgrund eines Tauchunfalles im Jahr 1987, bei dem eine Taucherin und anschließend ein Rettungstaucher ums Leben kamen, ist das Tauchen im Quelltopf verboten. Im April 2008 wurden neuerliche Tauchversuche genehmigt. Ziel war es, den 40 m tiefen Siphon weiter zu erforschen oder sogar zu durchtauchen. Bisher führten diese Versuche wegen der unberechenbaren Wasserführung und der sehr aufwändigen technischen Ausrüstungen, die durch enge Klüfte und Spalten transportiert werden muss, noch nicht zu den erhofften Erfolgen. Immerhin wurde in der Karsthöhle eine umfangreiche Fauna nachgewiesen und erforscht.

An den Quelltopf schließt sich eine Flussstrecke mit starkem Gefälle an. An dieser befinden sich mehrere zum Teil restaurierte Mühlen, Hammerwerke und das Sensenwerk Roßleithen. Der gut gepflegte Wanderweg zur Quelle bietet auf zahlreichen Tafeln Informationen über die Gewerbezweige, die sich an der Pießling wegen ihrer starken Wasserführung und ihres Gefälles bereits früh ansiedelten. Besonders schön ist der Weg im Frühjahr und Frühsommer zu gehen, wenn er von zahlreichen Wildblumen gesäumt wird. Die Pießling mündet nach etwa sieben Kilometern in die Teichl.