Toteisloch Meerauge

 

 

  Meerauge Bodental Koordinaten

 

 

Das Meerauge (slow. Jezerce) liegt auf 1052 m Höhe im Bodental im südlichen Kärnten nahe der Grenz zu Slowenien. Es handelt sich dabei um ein in der Eiszeit durch einen Gletscher erzeugtes Toteisloch mit aufsteigender Quelle. Die markante türkise Färbung des Wassers wird in erster Linie durch die Mineralisierung des Wassers hervorgerufen, das überwiegend klar ist und wegen seines landwirtschaftlich allenfalls extensiv genutzten Einzugsgebiets kaum Algen, Plankton und Nährstoffe enthält. Aufgrund der starken Mineralisierung und kalten Temperatur des Wassers sind die Baumstämme und Äste am Boden des Quelltopfs stark versintert.

Die Entstehung des Meerauges ist auf die letzte Eiszeit (vor 70.000 bis 10.000 Jahren), die so genannte Würm-Eiszeit, zurückzuführen. Neben dem mächtigen Draugletscher bildeten sich auch in den Karawanken lokale Gletscher, deren größter vermutlich der Bodental-Gletscher war, der den gesamten Talboden bedeckte und bis zu 120 m mächtig war. Mit der zunehmenden Erwärmung vor ca. 12.000 bis 10.000 Jahren zog sich der Bodental-Gletscher schrittweise zurück, wobei im eisfreien Vorfeld ein See entstand. Dieser wurde im Laufe der Zeit von Gesteinsmaterial allmählich zugeschüttet.

An der Stelle des heutigen Meerauges lag vermutlich ein zurückgebliebener Toteisklumpen, der nach seinem völligen Abschmelzen eine sichtbare Bodenvertiefung hinterließ. Diese Bodenvertiefung wird ausschließlich durch den Grundwasserstrom in den Schwemmschuttschichten des Talbodens gespeist, was die am Grunde des Meerauges aufsteigenden Quellen anzeigen. Derartig aufsteigende Grundwasserquellen treten nicht nur in unmittelbarer Nähe des Meerauges auf (nördlich befinden sich zwei kleinere Becken, wobei das größere den Namen „Ochsenauge“ trägt), sondern auch verstreut in den umliegenden Wiesen.

Der unterirdische Lauf des Wassers war offensichtlich bereits in früheren Zeiten bekannt, wie die Sage vom Meerauge zeigt, die einen Zusammenhang mit dem in Slowenien gelegenen Bleder See herstellt:

 „Einst sanken zwei Ochsen mit Wagen und Heu
- in die Tiefe - es war in Sekunden vorbei.
Nichts zeugte vom Unglück, vom finsteren Grauen.
Nicht die Welle, die kleinste konnt’ das Auge erschauen.
Erst Wochen danach und jenseits der Höh’
trieb das Ochsenjoch drüben im Veldeser See!“

Das Bodental ist ein landschaftlich überaus reizvoller, recht flacher Talabschluss und ein beliebtes Wanderziel. Das Gebiet steht unter Naturschutz und ist Heimat vieler seltener Pflanzenarten. Der Besuch des Moorauges sollte deshalb unbedingt mit einer Wanderung zur Märchenwiese in 1.157 m Seehöhe verbunden werden, die einen herrlichen Panoramablick auf die umliegenden Berge freigibt. Der Rundweg kann auch gut mit Kindern gewandert werden.