Thomasquelle

 

 

     Thomasquelle Koordinaten

 

 

Die Thomasquelle mit ihrem Durchmesser von 12 m ist im Januar 1901 durch einen Erdfall entstanden, der sich binnen weniger Tage mit Wasser füllte. Sie war direkt nach ihrer Entstehung 50 m tief, im Jahr 1963 wurde durch Taucher eine Tiefe von nur noch 42 m gemessen und sie nimmt durch kleinere und größere Erdrutsche weiter ab. Trotzdem ist die Thomasquelle auch heute noch die tiefste und überdies eine der schönsten Quellen Thüringens.

Es wurde eine maximale Schüttung der Quelle von 140 l/s gemessen, jedoch kann sie auch komplett versiegen. Das sehr klare Wasser, das in seiner Färbung je nach Lichteinfall von intensivem Türkis bis Dunkelgrün changiert, hat sehr viele Mineralstoffe gelöst und eine Härte von etwa 79 °dH. Aufgrund seines relativ hohen Salzgehaltes ist das Wasser nicht als Trinkwasser geeignet.

Die senkrecht abfallenden Wände der Quelle sind an den Abbruchstellen mit feinsten Sedimenten besetzt, die sich durch die aufsteigenden Luftblasen lösen und somit schnell zur Wassertrübung beitragen. Durch die sehr geringe Schüttung, die bewirkt, dass die Sinkgeschwindigkeit der Schwebeteilchen fast gleich der Quellwirkung ist, können Wassertrübungen, die etwa beim Betauchen entstehen, einige Tage lang anhalten.

Das insgesamt etwa 13 ha große Gelände, die Thomaswiese, wurde 1963 unter Schutz gestellt. Diese Wiese ist Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere. Von Biologen hervorgehoben werden die zahlreichen Amphibien, die dort ihren Laichplatz aufsuchen. Grasfrösche und Erdkröten wandern im zeitigen Frühjahr in breiter Front aus dem nördlichen Hainich zum Gewässer. Im Jahr 2000 wurde dann die Thomasquelle zum Naturdenkmal erklärt. Der im Jahr 1904 geschaffene künstliche Ablauf der Quelle wurde 2008 wieder zurückgebaut, so dass das Wasser nun wieder über die Wiese in die Thomasteiche fließt.

Die Thomasquelle ist von Bäumen umgeben und etwas schwer zu finden. Der Pfad von der nahen Heyeröder Landstraße vorbei am stark verschilften Thomasweiher ist aber gut zu gehen. Auch von der nur etwa 1 km Luftlinie entfernten, bekannten Poppenröder Quelle in Mühlhausen aus ist die Thomasquelle zu Fuß zu erreichen.

Ebenfalls nur einige Kilometer entfernt sind Melchiorbrunnen und Kainspring, die man vorbei an dem kleinen Weidensee gut mit dem Fahrrad erreicht sowie der gefasste Spittelbrunnen.

Interessant ist auch der Besuch des nahen Museums Opfermoor. Bei umfangreichen Ausgrabungen zwischen 1957 und 1964 fanden Archäologen am Rande eines Sees nördlich von Niederdorla die Relikte einer vorgeschichtlichen Kultstätte. Die Kulthandlungen begannen im 6. Jh. v. Chr. Heute steht an dieser Stelle ein Freilichtmuseum, das anschaulich die Geschichte des Kultplatzes von der Eisenzeit bis zur Völkerwanderungszeit dokumentiert. Die Anlage umfasst zehn originalgetreu rekonstruierte Heiligtümer, eine Siedlung aus der Zeit der Germanen sowie ein Museum in Holzbauweise, in dem zahlreiche Funde wie Keramiken und Kultgegengestände ausgestellt sind.