Stempfermühlquelle Wasseraustritt

 

 

   Stempfermühlquelle Koordinaten

 

 

Die sehr schön gelegene Stempfermühlquelle befindet sich im Tal der Wiesent zwischen Behringersmühle und Muggendorf. Das Quellbecken liegt unmittelbar am linken Ufer der Wiesent. Von der gegenüberliegenden Bundesstraße 470 führt eine Brücke zu Mühle und Quelle, von der aus man den Flussfahrern auf der Wiesent zusehen kann.

Die Karstquelle schüttet etwa 500–600 l/s. Damit ist sie nicht nur die stärkste Quelle der zahlreichen kleinen Wasseraustritte entlang der Wiesent, sondern die stärkste Quelle der Fränkischen Schweiz. Am Quelltopf befindet sich ein digitaler Wasserzähler, der die tägliche Schüttung in Kubikmetern anzeigt. Aus dem Felsen strömt das Wasser zweier enormer Sturzquellen, das sich in einem Quelltopf sammelt. In diesem befindet sich auch eine Topfquelle. Die Quelle ist vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop  ausgewiesen.

Ihr Wasser fließt über einen Ablauf zur Stempfermühle, die 1468 erstmals urkundlich erwähnt und bis zum Jahr 1924 betrieben wurde.

Die Bewohner rundum versorgten sich früher in Trockenperioden, wenn die Dorfteiche oder "Hülen" kein Wasser mehr hatten, mittels Fässern, die sie auf Karren transportierten und mittels sog. "Butten" mit dem Wasser der Quelle. Diese etwa 40 Liter fassenden Gefäße waren oben offen und wurden auf dem Rücken weit bis in die einzelnen Dörfer und Gehöfte transportiert.

Auch bei starken Trockenperioden sind keine Schüttungsschwankungen der Quelle zu verzeichnen. Man vermutet deshalb, dass ihr Einzugsgebiet sehr groß ist und sogar in den Veldensteiner Forst hineinragt. Kontrastwasseruntersuchungen haben nachgewiesen, dass zwischen der Stempfermühlquelle und der 1,6 km entfernten Fellner-Doline eine direkte Verbindung besteht. Ebenfalls nachgewiesen ist eine Verbindung zur Höhle des Klinglochs, von wo aus das versickerte Wasser auf seinem unterirdischen Weg von rund 2 km etwa 6-7 Tage unterwegs ist. Für ein Karstgebiet ist das eine recht lange Zeit, die zumeist auch mit einer guten unterirdischen Filter- und Reinigungswirkung verbunden ist.

Die Quelle wurde neu gefasst und an die Gößweinsteiner Wasserversorgung angeschlossen. Im Frühjahr 1983 traten - vermutlich aufgrund lokaler Verunreinigungen im Bereich einer Doline - deutliche Eintrübungen auf, weshalb kein Trinkwasser mehr entnommen werden durfte. Gößweinstein wurde über große externe Tankwasserbehälter so lange notversorgt, bis die Trübungen wieder endeten. Trotz einer fast durchgängig hervorragender Qualität des Quellwassers konnte die Wasserversorgung wegen eines nicht ausweisbaren Wasserschutzgebietes aber schließlich im Jahr 1992 nicht mehr aufrechterhalten werden.

Die Versorgung von Gößweinstein erfolgte ab da vom Zweckverband der Wasserversorgung der Wiesentgruppe über die kleinere Sachsenquelle. Auch hier liegen Erfahrungswerte aus Markierungen vor: als im Bereich der Doline von Leutzdorf Salzwasser ausgebracht wurde, stieg in der etwa 1 km nördlich gelegenen Sachsenmühlquelle der Salzgehalt im Wasser bereits nach vier Stunden an. Zudem ist die Sachsenquelle auf Desinfektionsmaßnahmen für das Wasser angewiesen. Dies mag die Schwierigkeiten der Wasserversorgung in Karstgebieten erhellen, wo es bis heute nicht möglich ist, den sehr komplexen unterirdischen Verlauf des Wassers nachzuvollziehen.

Wer sich für das Thema interessiert, dem bietet sich eine sehr hübsche und interessante Wanderung, die Dolinen und Quelle miteinander verbindet. Ist man mit Wohnmobil unterwegs, so bietet es sich an, die Wanderung vom Park- und Stellplatz am alten Hallenbad (49.771667, 11.341111) in Gößweinstein aus zu unternehmen.