Schwarzbachloch zu Beginn der Schneeschmelze

 

 

    Schwarzbachloch Koordinaten

 

 

Der Schwarzbach, der dem Schwarzbachloch entspringt, ist die bedeutendste nach Norden gerichtete Entwässerung der Reiter Alm. Der geologische Aufbau des Reiter Alm Massivs ist besonders: Das Niederschlagswasser versickert im von Klüften und Spalten durchzogenen Kalkgestein, bis es in der Tiefe am wasserundurchlässigen Dolomit Gestein gestaut wird. Dort bildet sich ein Grundwasserspiegel aus, der im Schwarzbachloch zutage tritt. In dieser Zone kommt es durch Kalklösung verstärkt zur Hohlraumbildung, es entsteht eine Quellhöhle.

Die Karstquelle entspringt je nach Schüttung direkt aus der Höhle oder etwas unterhalb (min. 30 l/s max.17.000 l/s). Die Wassertemperatur beträgt 5,4 °C. Bei niedrigem Wasserstand könnte man teilweise bis zu 40 m in das Gangsystem eindringen. Dies ist jedoch durch eine Naturschutzgebietsverordnung der Regierung von Oberbayern verboten. Für Höhlenforscher stellt die 3.120 m lange Karsthöhle eine große Herausforderung dar, u.a. da sie eine Reihe von Siphons bildet. 1968 wurde die Höhle ein erstes Mal durchtaucht.

Die Wasserführung des Schwarzbaches ist starken jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen. Im Winter ist der Wasserstand in der Höhle am niedrigsten, im Sommer nach starken Niederschlägen und während der Schneeschmelze führt der Schwarzbach am meisten Wasser. Der Schwarzbach mündet nach einer oberflächlichen Fließstrecke von etwa 6 km bei einem Höhenunterschied von 290 m bei Unterjettenberg in der Gemeinde Schneizlreuth und Weißbach an der Alpenstraße in die Saalach. Der Schwarzbach, seine bereits als Naturdenkmal erfasste Quellhöhle Schwarzbachloch und ein Umfeld von ca. 51 ha Größe wurden 1996 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Die Höhle etwa liegt 60 m unterhalb der Deutschen Alpenstraße bei der Schwarzbergwacht. Sie ist ausgeschildert und von einem Wanderparkplatz (47.636356, 12.855833) aus in knapp 30 Minuten auf zunächst einer Forststraße und dann einem Pfad gut zu erreichen. Sie liegt aufgrund ihrer Lage nur selten in der Sonne und hat einen etwas düsteren Charakter, beeindruckt aber vor allem zur Zeit der Schneeschmelze.