Quellteich Salzaspring

 

 

     Salzaspring Koordinaten

 

 

Der Salzaspring oder auch die Salzaquelle in Nordhausen bildet als Thüringens stärkste Quelle den Ursprung des Flusses Salza, der nach 5,8 km bei Niedersalza in die Helme mündet.

Der 2.450 qm große Teich der Hauptquelle ist bis 0,7 m tief und hat mit seinen Wasseraustritten eine durchschnittliche Schüttung von etwa 400 l/s. Neben der Hauptquelle gibt es einige kleinere Nebenquellen. Der Euter, der Stiefel, der Tabaksbeutel und die Wanne. Alle speisen den Hauptquellteich. Mit allen Nebenquellen einschließlich des weiter südlich gelegenen Grundlosen Lochs beträgt die Gesamtschüttung der Karstquellen 704 l/s (213–1.435 l/s). Der Sulfatgehalt liegt bei 800 mg/l und die Wassertemperatur variiert etwa zwischen 8 °C und 10 °C.

Der Salzaspring liegt an einer Störung, die die Zechsteinschichten gegen den Unteren Buntsandstein verwirft. An dieser Störungszone tritt das Wasser in Form einer großen Quellgruppe wieder zutage. Die Wasseranalysen zeigen, dass das Wasser dem Karst entstammt. Die einzelnen Quellen unterscheiden sich nur unwesentlich voneinander. Der relativ hohe Nitratgehalt von etwa 20 mg/l ergibt sich aus dem Einfluss der umgebenden Landwirtschaft und der Abwassereinleitung in die Flüsse. Der Sulfatgehalt schwankt bei den einzelnen Quellen um etwa 800 mg/l (1993).

Etwa 200 m weiter südlich liegt von Pflanzen und Gehölz umgeben das Grundlose Loch. Es hat mit einem Sulfatgehalt von 1.200 mg/l den stärksten Karstwasseranteil der Salzaquellen und als kreisrunder Erdfall mit einem 3,5 m tiefen Trichter einen ganz anderen Charakter. Durch seine Tiefe erhält das Wasser hier die für Karstquellen typische intensiv türkise Färbung. Das Grundlose Loch trägt etwa 60 l/s zur Gesamtschüttung des Quellareals bei und hat eine durchschnittliche Temperatur von etwas über 10 °C.

Die Herkunft des Wassers des Salzasprings konnte bis heute wissenschaftlich nicht exakt nachgewiesen werden. Vermutlich aber reicht das unterirdische Einzugsgebiet bis in die Gegend von Tettenborn mit ihren vielen kleinen Schwindsystemen. Andererseits dürfte es sich auch um wieder austretendes Wasser aus Flussversinkungen der Wieda und der Zorge handeln, die unter den Kohnstein und dessen Werra-Anhydrit hindurchfließen und hier wieder zu Tage treten. Die Wasserführung dieser Flüsse spiegelt sich nämlich mit einmonatiger Verzögerung im Schüttungsverhalten des Salzasprings wider.

Wie die meisten Quellen sind der Salzaspring und das Grundlose Loch von Wald umfriedet. Von dem nur etwa 100 m entfernten Parkplatz aus lassen sich der beeindruckende Salzaspring und das besonders schöne Grundlose Loch auf einem ebenen Weg zu Fuß erreichen. Wer sich näher mit der Gegend und ihrer Geschichte befassen möchte, kann den interessanten historisch-geographischen Lehrpfad entlanggehen, der auch das ehemalige Konzentrationslager mit seinen Stollen einschließt.

Ein lebhaftes Bild vom Charakter des unterirdischen Karsts vermittelt auch ein Erdfall vom Mai 2017 am Ortsrand von Nordhausen (51.508576, 10.768797), als der Boden unter zwei Gebäuden tief einbrach und einen 40 m tiefen Krater hinterließ. Dies Ereignis war der zweite Einbruch an gleicher Stelle, nachdem das Gelände nach einem früheren Einbruch bereits schon einmal saniert worden war.