Dielenpader

 

 

     Paderquellen Koordinaten

 

 

Den etwa 200 Quellen des Flusses Pader in Stadt Paderborn entspringt die Pader, der mit nur etwa 4 km Länge kürzeste Fluss Deutschlands. Obwohl einige dieser Quellen sehr wasserreich sind und zusammen mit 3.000 bis 9.000 l/s Schüttung das größte Quellgebiet Deutschlands darstellen, verliert die Pader bei Schloss Neuhaus ihren Namen an die Lippe. Die stärkste jemals gemessene Schüttung betrug 43.700 l/s.

Die Entstehung dieser Quellen findet ihre Erklärung in den besonderen geologischen Verhältnissen in der Westfälischen Bucht. Sie ist eine große Mulde mit mehreren übereinanderliegenden, jedoch unterschiedlich wasserdurchlässigen Gesteinsschichten, die zum Muldenrand hin ansteigen. Über wasserundurchlässigem Gestein liegen wasserführende Kalksteinschichten, die nach oben hin durch den wasserstauenden Emscher-Mergel wie durch einen Deckel abgeschlossen werden. Wo - wie im Bereich der Paderborner Hochfläche südlich von Paderborn - die wasserdurchlässigen Gesteinsschichten an die Oberfläche treten, versickern die auftreffenden Niederschläge und die vorhandenen Bäche in den zahlreichen Klüften und Fugen dieses Gesteins.
Mehrere große Kluftsysteme der Hochfläche sind auf Paderborn ausgerichtet, so dass große Wassermassen herausfließen.

Die Klüfte und Hohlräume im tieferen Bereich der wasserdurchlässigen Schichten sind aber bereits mit Wasser gefüllt, so dass zusätzlich eindringendes Wasser nur an der Kalk-Mergel-Grenze den undurchlässigen Deckel in sogenannten "Überlauf- oder Barrierequellen" überwinden kann. Diese Situation ist in Paderborn an der Geländekante zur Innenstadt gegeben - wie auch in anderen Orten entlang dieser Trennlinie, von Bad Lippspringe bis nach Essen. Übertrifft der Wassernachschub die höchstmögliche Schüttung der an der Schichtgrenze liegenden Quellen, drückt das Wasser kurzzeitig auch aus höherliegenden Kluftöffnungen, den sogenannten Quickspringen.

Die unterirdische Fließgeschwindigkeit des Wassers in Richtung Paderborn ist mit 200-400 Meter pro Stunde sehr hoch: Je nach Einsickerungen kann es bereits nach 2-4 Tagen in den Paderquellen wieder zutage treten. Dabei ist, wie häufig bei Karstquellen, eine ausreichende Wasserreinigung nicht möglich. Abgeschwemmter Boden der Paderborner Hochfläche mit all seinen Verunreinigungen und Düngestoffen gelangt bei starken Niederschlägen dann bis in die Quellteiche der Pader und führt zu deren Trübung. Entsprechend nimmt auch der Nährstoffgehalt des an sich nährstoffarmen Karstwassers zu, was sich negativ auf die ursprünglichen Wasserpflanzen auswirkt, die an oligotrophes Wasser angepasst sind: es besteht die Gefahr, dass sie von nährstoffliebenden Faden-, Schleim- und Grünalgen überwuchert werden und damit auch das gesamte empfindliche Ökosystem einer Quelle aus dem Gleichgewicht gerät. 

Die größten Quellarme der Pader entspringen in sechs ummauerten Quellbecken im historischen Zentrum der Stadt. Westlich unterhalb des Paderbergs treten die Dammpader, die im Vergleich zu den anderen Quellarmen ca. 6 °C wärmere Warme Pader und die Börnepader aus. Östlich, nahe dem Dom, entspringen die Dielenpader und die Rothobornpader, unter dem Gebäude der Stadtbibliothek die Augenquelle. Weiter im Norden, unweit des historischen Stadtwalls, liegt das Quellbecken der Maspernpader. Eine kleinere, die Ottilienquelle, wurde aufgrund ihrer besonderen Mineralienzusammensetzung bis 1965 als Tafelwasser abgefüllt.

Die Stadt Paderborn wurde in ihrer frühen Entwicklung wohl wesentlich durch ihren Wasserreichtum und den Fluss als Verkehrsweg bestimmt. Der Lauf der Pader wurde bereits in früherer Zeit wiederholt verändert und verlegt. Der größte Eingriff erfolgte am Ausgang des Mittelalters durch die Begradigung der bis dahin vor Schloss Neuhaus stark mäandernden Pader zur Hebung des Wasserspiegels. Die Pader wurde, um sie auch flussaufwärts schiffbar zu machen, von einem sogenannten "Leinpfad" begleitet, einem Treidelweg, der es erlaubte, ein Schiff vom Ufer her durch Pferde- oder Menschenkraft mit Zugtauen (Treideln) gegen den Strom zu ziehen. 

Die wesentlichen Paderquellen sind bei einem kleinen Spaziergang, der sich gut mit dem Besuch der historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten Paderborns verbinden lässt, gut zu erreichen. Auch wenn sie durch weiträumige Fassungen und Regulierung den Quellcharakter etwas verloren haben - ihre Lage inmitten der Altstadt, die Vielzahl der Quellen und deren Stärke macht sie einzigartig in Deutschland.

Eine schöne Radtour führt an der Pader entlang zu den östlich gelegenen Quellen von Bad Lippspringe: der Lippequelle und der Jordanquelle. Ein längerer und schön angelegter Spazierweg führt entlang der Lippe oder man spaziert vom Padersee zum Park an den Fischteichen.

Wer mit Wohnmobil unterwegs ist, findet einen geeigneten Stellplatz und guten Ausgangspunkt etwas nördlich der Altstadt (51.727996, 8.745290)