Leitzachquellen

 

 

  Leitzachquellgebiet Koordinaten

 

 

Der Ursprung der Leitzach liegt im Mangfallgebirge - wo genau, darüber gehen die Meinungen aber auseinander. Die einen nennen als längsten Arm den Sillbach, der bei der Wirthsalm entspringt und sich unterhalb des Ursprungpasses mit anderen Quellbächen vereint. Nachdem von Westen her der Wackbach zugeflossen ist, spricht man vom Aubach. Der allerdings fällt als typisches Karstgewässer häufig trocken und füllt sich häufig erst durch den Bach aus dem Legerwaldgraben in Bayrischzell wieder mit Wasser.

Selbst dies Wasser geht dem Aubach in Trockenperioden vorübergehend verloren und sickert erst etwa einen Kilometer unterhalb am nördlichen Fuß des Seebergmassivs mit seinen Hangschuttkegeln wieder in sein Bett. Hier findet man auch das weitläufige Gebiet der Leitzachquellen, das mit seinen rund 20 Quellen und Quelltümpeln auch offiziell diesen Namen trägt. Mit seinen nassen und sauren Mineralböden, bei denen keine vollständige Zersetzung von Pflanzenmaterial stattfindet und sich seltene Ökosysteme ausbilden, ist es zumindest als bedeutendes und seltenes Schutzgebiet ausgewiesen. Außer in der Geotopbeschreibung des Bayerischen Landesamts für Umwelt findet man das hochinteressante Quellgebiet allerdings kaum irgendwo erwähnt - ganz anders als etwa das vergleichbare Gebiet der kleinen Ammerquellen westlich von Kloster Ettal.

Genaues über die Ursache der Quellaustritte ist nicht bekannt. Es wird aber angenommen, dass sich das Grundwasser vom Seeberg hier staut und nicht direkt in die Talschotter übertreten kann, wodurch es zum Austritt gezwungen wird. Die vielen abgestorbenen Bäume zeigen zudem, dass die Lage der Quellaustritte sich im Lauf der Zeit wohl wandelt: Wo ehemals trockener Boden war, bildeten sich im Lauf der Zeit Wasserflächen. Andere fielen trocken, so dass hier neue Bäume wachsen können.

Trocken geblieben ist im Frühjahr 2021 erstmals eine der Hauptquellen nahe der Alpenstraße (47.678042, 12.002809), was nach Aussage von Anwohnern bisher noch nie der Fall war: Wo früher saftige Dotterblumen am Ufer dieses Quellarms wuchsen, finden sich jetzt nur dürre Gräser und das Wasser tritt erst weiter unterhalb nach und nach in das Bachbett. Angesichts der komplexen und oft weitgehend unbekannten unterirdischen Wasserführung in Moränenlandschaften und Karstgebieten ist nicht auszuschließen, dass die lange umkämpften Wasserentnahmen für einen riesigen Beschneiungsteich im Skigebiet Sudelfeld Einfluss auch auf die Grundwassersituation im Gebiet der Leitzachquellen genommen haben. Wissenschaftliche Untersuchungen hierzu wurden nicht gefunden.