Am Goldloch

 

 

  Goldloch bei Schlattstall Koordinaten

 

 

Im Tal „Kohlhau“, an dessen Einmündung ins Tal der Lenninger Lauter der Ort Schlattstall liegt, gibt es insgesamt sechs Karstquellen. Zwei der bedeutenderen liegen in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander in einem landschaftlich reizvollen Umfeld, das auch als Wandergebiet beliebt ist: die Quelle der Schwarzen Lauter und das Schlattstaller Goldloch.

Der Ursprung der Schwarzen Lauter liegt unmittelbar bei der Lautermühle. Sie tritt unmittelbar am wasserundurchlässigen, stauenden Talboden aus und ist so ergiebig, dass ihr Wasser einst das oberschlächtige Mühlrad der Lautermühle antreiben konnte.

Das etwa 100 m südöstlich gelegene Goldloch ist eine nur periodisch aktive Wasserhöhle. Ihre Schüttung schwankt zwischen 200 und 3.000 Liter pro Sekunde. Das Mundloch dieser Höhle wurde 1824/25 von Goldgräbern auf seine heutige Größe erweitert. Die Goldsuche war erfolglos. Im Jahr 2015 brach eine Steinplatte aus der Decke des Goldlochs und versperrt nun dessen Eingang. Es besteht Einsturzgefahr.

Die Quelle weist im Hochwasserfall eine ausgeprägte Abwassersignatur auf. Im hydrologischen Einzugsgebiet der Quelle versickerndes Abwasser gelangt nahezu ungefiltert in das Karstwasser und wird an der Quelle ausgetragen. Unterirdische Fließgeschwindigkeiten von über 130 Meter pro Stunde sind keine Seltenheit. Diese Geschwindigkeiten werden auch in der Südlichen Frankenalb erreicht

An einem Hang neben der Wasserhöhle treten nach Starkregenereignissen noch zahlreiche weitere Quellen aus. Einige der ca. 200 m östlich vom Goldloch gelegenen speisten früher die Becken einer Fischzucht. In dem heutigen Feuchtbiotop sind aber einige seltene Pflanzen zu finden.

Beide Quellbäche vereinigen sich nach kurzem Lauf zur Schwarzen Lauter, die bei Schlattstall in die Lauter fließen.

Das Umfeld beider Quellen ist reich an Karsthöhlen. Eine davon ist die Gustav-Jakob-Höhle, auch Hofen-Höhle genannt. Mit 427 m Länge ist sie mit ihren engen und winkeligen Passagen die längste bisher bekannt Durchgangshöhle der Schwäbischen Alb. Sie befindet sich in der Nähe eines Wanderweges, kann aber nur im Sommer und nach Anmeldung mit einem kundigen Führer besichtigt werden, da in ihr Fledermäuse heimisch überwintern.

Schön sind auch die etwa 2,5 km vom Goldloch entfernten Sinterterrassen in der Lauter  und die im sehr hübschen und quellenreichen benachbarten Donntal, die sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad leicht gut erreichen lassen. Wegen des Reichtums an Wiesenblumen eignen sich die Touren gut für das spätere Frühjahr.

Für alle hier genannten Ziele eignet sich gut der Wanderparkplatz Lange Steige als Ausgangspunkt.