Gleßbrunnen

 

 

    Gleßbrunnen Koordinaten

 

 

Die Gleßbrunnen sind mehrere starke Karstquellen bei Nassenfels im Schuttermoos, die etwa 200 m vom Lauf der Schutter entfernt mit hohem Druck aus Spalten des Jura-Karstes treten. Die 5 miteinander verbundenen, 5-9 m tiefen Quelltöpfe schütten durchschnittlich etwa 700 l/s. Da die Schüttung auch in Trockenperioden relativ konstant bleibt, sind die Gleßbrunnen die stärkste Quelle im Eichstätter Raum.

Der Haupttrichter hat eine Tiefe von bis zu 6 m und einen Durchmesser von bis zu 15 m. Das Karstwasser hat eine typische blaue Farbe und ganzjährig 10 ºC. Das zeigt ebenso wie seine hervorragende Qualität an, dass es aus großer Tiefe stammt und ein hohes Alter von möglicherweise rund 1.000 Jahren hat.

Der im Bründelgraben abfließende Bach mündet nach gut 1 km in die Schutter.

Die Gleßbrunnen sind von Gehölzen umgeben und als Naturdenkmal ausgewiesen. Auf dem Quellwasser lebt eine seltene Art von Wasserläufern, die Wasserhexen als Relikte der Eiszeit. In dem moorigen Gelände um die Quellen sind seltene Pflanzen und Tiere anzutreffen, so etwa der große Brachvogel.

Der Name Gleßbrunnen (auch Kläß-, Klees-, Gleiß- oder Gläsbrunnen) stammt von der metallisch wirkenden, gleißenden Wasseroberfläche. Nicht nur die Größe des Quellgebiets, sondern auch sein dunkles Wasser mit einer besonders stark spiegelnden Wirkung, geben den Gleßbrunnen einen ganz eignen Charakter

Im Volksglauben galten sie früher als bedrohlich. Die Herkunft des bläulich schimmernden Wassers aus der unheimlichen Tiefe konnten sich die Menschen nicht erklären. Da niemand den Grund in der Mitte des Tümpels erkennen konnte, glaubte man sogar den Kirchturm darin versenken zu können.

Auch wird erzählt, dass ein Bauer aus dem nahen Wolkertshofen in den Quellen ertrunken sein soll, ohne dass man sein Leichnam jemals gefunden hätte. Wenn aber Pest, Krieg oder Hunger dem Lande drohen, soll der Tote bis zur Brust im Brunnen aufsteigen und rufen: "Leut' bet's". Dann geht er wieder unter.

Es ist gar nicht so lange her, dass in Nassenfels am Abend noch die sogenannte Irrglocke geläutet wurde, damit sich die Wanderer orientieren konnten und nicht von den Irrlichtern im Schuttermoos in die Gleßbrunnen geführt würden.

Der Gleßbrunnen ist über einen Feldweg gut zu erreichen. Das Quellgebiet ist morastig-feucht, kann aber über kleine Pfade und Stege inmitten des Dickichts zumeist trockenen Fußes erkundet werden.