Egau-Ursprung

 

 

   Egau-Ursprung Koordinaten

 

 

Der 2 m tiefe Quelltopf des Egau-Ursprungs liegt auf etwa 495 m ü. NHN in einer ovalen Natursteinumfassung nahe dem Friedhof am Südrand der Stadt Neresheim auf dem Härtsfeld. Sein türkisfarbenes Wasser tritt aus den Massenkalken des obersten Oberjura aus. Zeitweise weist der Quelltopf starken Bewuchs auf.

Der Egau-Ursprung kann bis zu 700 l/s schütten und ist damit der größte von elf Wasseraustritten, die sich südlich von Neresheim zur Egau vereinigen. Der längste Quellast, der oft komplett versiegt, fließt aus dem benachbarten Großkuchen zu. Offen liegen der Finkenbrunnen, der Judengumpen und zwei weitere Quellen, die in den Grünanlagen an der Egau entspringen. Die übrigen Quellen und Quelltöpfe sind unterirdisch gefasst.

Zusammen beträgt die Schüttung aller Neresheimer Quellen im Mittel 180-220 l/s (max. bis 6.000 l/s) Da es sich um Hungerbrunnen handelt, fallen sie aber auch trocken, wodurch dann auch der Oberlauf der Egau kein Wasser mehr führt.

Ein Radweg mit Thementafeln führt vorbei am Judengumpen (starke Nebenquelle direkt an der Egau), der Gallusmühle, dem Härtsfeldsee und der verkrauteten Gallengehrenquelle bei Dischingen bis zum wichtigen Egauer Wasserwerk Buchbrunnenquelle bei Ballmertshofen. Der Weg führt auch vorbei an einigen alten Mühlen.

 

Aus einer der Thementafeln:

Warum Härtsfelder Gänse nicht schwimmen können

… Viele Steine, wenig Wasser – das galt lange Zeit für das Härtsfeld. Daher kommt die Redensart „Die Härtsfelder Gänse können nicht schwimmen!“ Das stimmt heute noch – aber nur deshalb, weil bei längerer Trockenheit die Quellen versiegen. Auch das Bachbett der Egau ist dann ohne Wasser. Also: Gänse können nicht schwimmen, weil es oft gar kein (oberirdisches) Wasser gibt. Doch in Wirklichkeit gibt es im Härtsfeld relativ viel und auch gutes Wasser. Es ist nur tief in der Erde verborgen. Rund um Neresheim gibt es rund ein Dutzend Karst-Aufbrüche. Diese kann man mit Fug und Recht als „Naturereignis“ bezeichnen. Aus einer Tiefe von bis zu 150 m sprudelt – meist im Frühjahr nach der Schneeschmelze – klares 9 °C „warmes“ Wasser. Unter der Egau liegt ein riesiger Wasserspeicher. Er reicht von Großkuchen bis Dischingen. Sobald durch längeren Regen der Wasserspiegel über die Geländehöhe hinausgeht, laufen die Karst-Aufbrüche über – und das Härtsfeld ist wieder „reich an Wasser“.