Buchbrunnenquelle

 

 

   Buchbrunnenquelle Koordinaten

 

 

Die Buchbrunnenquelle oder der Buchbrunnen wird fälschlich auch als Egauursprung bezeichnet, was zu Verwechslungen mit der Quelle gleichen Namens in Neresheim führt.

Die Buchbrunnenquelle befindet sich zwischen Dischingen und Ballmertshofen am Fluss Egau. Bis 1954 stand am Ufer eines 2.200 m² großen Quelltopfes, der wie ein kleiner See aussah, die Buchmühle, die zuletzt noch Trinkwasser für Schloss Taxis gepumpt hatte, das auf der gegenüberliegenden Seite des Egautals liegt. Schon im Jahre 1929 ging das Gebäude mitsamt Quelltopf in den Besitz der Landeswasserversorgung über.

Von 1954 bis 1957 entstand dann das Egauwasserwerk. In dessen begehbarem Dom kann man beim Blick in die Quelle die tiefen Spalten des karstigen Gesteins erkennen, aus denen der Buchbrunnen austritt.

Die Karstquelle schüttet zwischen 623 und 1.470 Liter Wasser pro Sekunde, durchschnittlich 927 l/s aus, jedoch können die Leitungen des Wasserwerks nur maximal 800 l/s aufnehmen. Über die Landeswasserversorgung (19 % Quellwasser der Buchbrunnenquelle) wird das Trinkwasser bis in den Großraum Stuttgart geleitet. An der Egau befindet sich der sog. Quellsee, in den überschüssiges Quellwasser fließt. Sein Abfluss hat einen dichten und sehr schönen Teppich aus Pflanzenbewuchs, wie er für Quellen charakteristisch ist, die nicht unter Überdüngung leiden.

Durch Kontrastwasseruntersuchungen wurde festgestellt, dass die Buchbrunnenquelle ein nahezu identisches Einzugsgebiet mit der etwas weiter nördlich entspringenden Gallengehrenquelle hat. Beide werden zum Buchbrunnen-Quellsystem zusammengefasst. Nur nach lang anhaltend starken Niederschlägen und während der Schneeschmelze kommt es zu mineralischen Trübungen des Quellwassers des Buchbrunnens.

Der Buchbrunnen ist Austritt eines unterirdischen Flusslaufes im Karst der Schwäbischen Alb, der vor dem Bau des Wasserwerkes in die Egau lief. Der Quellaustritt wurde in einem aufwändigen Verfahren mit einer Tauchglocke versehen, so dass keine weiteren Eingriffe in den Quellaustritt vorgenommen werden mussten. Diese Quellfassung war damals einmalig.

Auf dem Gelände des Wasserwerkes haben sich um das Jahr 1990 Biber angesiedelt. 1992 wurden in der Buchbrunnenquelle zudem Höhlenkrebse entdeckt, die nur in kühlen und sehr sauberen Gewässern vorkommen.

Einen besonderen Stellenwert erhält die Quelle dadurch, dass das Egauwasserwerk nach Vorankündigung besichtigt werden kann. Dabei gibt es interessante Einblicke und Informationen, weshalb der Besuch nicht verpasst werden sollte.