Skocjanske Jame Sinterterrassen

 

 

  Höhlen von Skocjan Koordinaten

 

 

Die Höhlen von Skocjan sind mit ihrer Umgebung ein grandioses System von Höhlen und Einsturzdolinen, unterirdischen Seen und Schluchten, das 1986 von der UNESCO in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Auf einer Höhe von etwa 420 bis 450 Metern gelegen, zählen sie nicht nur zu den bedeutendsten unterirdischen Erscheinungen der Karstlandschaft Sloweniens, sondern zu den bedeutendsten Höhlen weltweit. In den Höhlen von Skocjan findet sich unter anderem die größte unterirdische Halle in Europa mit einer Fläche von 1,2 Hektar und einem Volumen von zwei Millionen Kubikmeter. Eines ihrer charakteristischen Merkmale stellen seltene Tropfsteinformen dar, unter denen Sinterbecken und der Riesen-Stalagmit herausragen.

Geschaffen hat dies System der Fluss Reka (das ist auch das slowenische Wort für Fluss), der sein Wasser auf einer undurchlässigen Flysch-Gesteinslage sammelt. Vor dem Pleistozän floss die Reka vermutlich oberirdisch über die Karstlandschaft bis zur Adria. Allmählich versickerte sie durch die Auflösung des Kalkgesteins im Untergrund und schuf nach und nach die Höhlen und die Einsturzdolinen.

Nachdem die Reka mehrere ihrer heutigen Einsturzdolinen durchlaufen hat, und immer wieder an die Oberfläche getreten ist, verschwindet sie am Ende in einer von ihr gegrabenen vier Kilometer langen und gut 100 Meter tiefen Schlucht unterhalb des Dorfes Skocjan endgültig in den Untergrund. Vor diesen Ponoren führt die Reka durchschnittlich etwa neun Kubikmeter, maximal bis zu 390 Kubikmeter Wasser je Sekunde. Bei Hochwasser steigt der Flusspegel in der Höhle gewöhnlich auf über 30 Meter. Die bisher größte Überschwemmung, die durch den zeitweiligen Verschluss des Siphons ausgelöst wurde, brachte einen Stand von gewaltigen 132 Meter. Bei Hochwasser führt der Fluss große Mengen Lehm mit, die in der Höhle abgelagert werden und den Tropfsteinen eine braune Färbung gegeben haben.

Diese Höhlenlandschaft muss schon auf frühere Menschen einen besonderen Reiz ausgeübt haben: archäologische Forschungen haben erwiesen, dass die Höhlen und deren Umgebung bereits seit der Vorgeschichte – von der Mittelsteinzeit, Jungsteinzeit, Bronze- und Eisenzeit über Antike und Mittelalter – somit über 5.000 Jahre bewohnt waren. Die reiche Flora und Fauna der Dolinenlandschaft, der Schutz der Höhlen und das kontinuierlich vorhandene Wasser boten günstige Lebensbedingungen.

Im 19. Jahrhundert begann in diesem Gebiet die grundlegende Erforschung des Karstes und der Karsterscheinungen. Von hier stammen die internationalen geomorphologischen Termini Karst („kras“) und Doline („dolina“). Die ältesten erhalten gebliebenen schriftlichen Belege stammen allerdings schon aus der Antike. Posidonius von Apamea (135–50 vor Christus) schreibt, dass der Fluss Timavus aus einem Berg quillt, in eine Höhle stürzt und nach etwa 130 Stadien unter der Erde beim Meer entspringt.

Trotzdem konnten die Höhlensysteme, die den Fluss Rak dem Mittelmeer zuführen, wo er nach etwa 40 Kilometer in den Quellen des Timavo bei Monfalcone wieder an die Oberfläche tritt, bisher nur zu einem kleinen Teil erforscht werden. Erst im September 1991 gelang es zwei Höhlentauchern, den Siphon im Marchesetti-See zu durchschwimmen und weitere Gänge zu erreichen.

Trotz all dieser Superlativen liegt der touristische Bekanntheitsgrad der Höhlen von Skocjan weit hinter dem der etwa 30 Kilometer entfernten Höhle von Postojna zurück - glücklicherweise, denn vergleichbare Menschenmassen und Wartezeiten gibt es hier nicht. Auf einer etwa ein 3/4 Stunde dauernden Tour, die mehrmals täglich angeboten wird, erhält man tiefe Eindrücke von den gewaltigen Sälen der Höhle und dem Fluss, der diese Zauberwelt geschaffen hat. Anschließend kann man sich über Detailfragen im angegliederten Besucherzentrum informieren und verschiedene Wege gehen, um an Aussichtspunkten diese Landschaftsform zu einem Ganzen zusammenzufügen.