Saula Siniallikad

 

 

 Saula Quelltöpfe, Saula Siniallikad Koordinaten

 

 

Brodelt die Hexenquelle in Tuhala nicht gerade, so sind die Quelltöpfe von Saula nahe beim Ort Kose die wohl meistbesuchten Quellen in Estland. Sie sind nicht nur beeindruckend schön, sondern sie liegen nur etwa 30 Kilometer weit von der Hauptstadt Tallinn entfernt. An der A 2 gelegen, sind sie gut erreichbar und über einen etwa 800 Meter langen Hin- und Rückweg erschlossen. Damit eigenen sie sich, um auch bei einem Kurzurlaub in Lettland einen Eindruck von den Karstquellen des Landes zu gewinnen.

Es handelt sich dabei wesentlich um drei Limnokrenen, die sich in ihrer Farbe und der Art ihres Quellbetts unterscheiden: Die "blaue" Quelle (Siniallikas 59.21512 25.04243) schimmert zumeist in grünblauen Farbtönen, die "schwarze" Quelle (Mustallikas 59.21475 25.04296) hat einen eher dunklen Boden und die "weiße" Quelle (Valgeallikas 59.21457 25.04316) trägt in zahlreichen Sandvulkanen helle und feine Sedimente in ihren Tümpel. Jede für sich verzaubert durch ihr besonderes Spiel von Farben und Spiegelungen.

Der gemeinsame Quellbach mündet mit etwa 30 Liter Wasser in der Sekunde schon bald in den Pirita Fluss. Führt dieser Hochwasser, so werden alle drei Quellen von seinem Wasser geflutet.

Die blaue "Mustallikas" mit ihrem Durchmesser von etwa 12 und einer Tiefe von 4 Metern galt schon in alter Zeit als heilig und Heilquelle. Anscheinend wurden hier auch - wie an vielen Quelltöpfen des Baltikums - Opfer dargebracht. Jedenfalls genießt sie als archäologisches Denkmal Schutz und manch einer opfert dem Teich noch heute eine Münze. Opfert man nämlich nicht, so könnte einem das die Harjumaa-Fee Siniallika Tölp verübeln, wie es heißt.

Die ovale weiße Quelle kann sich bei hohen Grundwasserständen bis auf eine Länge von 20 Metern ausdehnen. Ihr Wasser ist dann durch starke Sedimenteinträge häufig auch etwas milchig trüb. An ihr lassen sich besonders gut die Aktivitäten von kleinen und größeren Sandvulkane am Boden beobachten, an denen das Wasser aus der Erde tritt und die dadurch gut sichtbar runde Kreise bilden.

Hat man kein Navigationsgerät, sollte man eine Karte zu Rate ziehen, wie genau man von der Autobahn aus auf den Parkplatz (59.218117, 25.036331) gelangt, von dem der Weg zu den Quellen führt. Die Verkehrsführung an der Abfahrt ist nämlich recht "komplex".