Thermalquellen Benjes

 

 

Thermale Schwefelquellen in der Langarica-

  Schlucht bei Banjat e Benjes Koordinaten

 

 

Die Thermalquellen beim Ort Benjes bilden zusammen mit der Langarica-Schlucht, einigen Höhlen und Kiefernwälder ein Schutzgebiet. Es gehört nicht nur wegen seiner wunderbaren, natürlich gefassten Heilwasserbecken, sondern auch wegen der landschaftlich grandiosen Lage zu den Höhepunkten einer Reise ins Landesinnere von Albanien. Von jüngeren Funden weiß man auch, dass die Höhlen der Langarica-Schlucht schon in prähistorischer Zeit besiedelt waren.

Die stark schwefelhaltigen Wässer, die mit einer gleichbleibenden Temperatur von rund 30°C an den Ufern der unteren Langarica aus dem Fels treten, werden von der ortsansässigen Bevölkerung schon mindestens seit der Antike bei rheumatischen Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Magenproblemen aufgesucht. An einem knappen Dutzend Stellen tritt das Wasser in leicht unterschiedlicher Zusammensetzung an Mineralstoffen und Spurenelementen an den Ufern der unteren Langarica aus. Jede der Quellen wird von Ortskundigen deshalb auch bei anderen Krankheitsbildern genutzt. Der dunkle schwefelhaltige Schlamm soll bei Hautkrankheiten besonders gut wirksam sein.

Einige Quellen schütten so stark, dass sie mit Steinen zu großen Becken gefasst sind, in denen das ganze Jahr über gebadet werden kann. Die größten Becken (40.243750, 20.432483) und ein weiterer kleiner Pool (40.244317, 20.432633) liegen direkt unterhalb der historischen und sehr gut erhaltenen Brücke Ura e Kadiut, die ihren Ursprung vermutlich im 18. Jahrhundert hat. Sie überspannt den Fluss mit einem aus Steinen gefügten, über 15 Meter weiten Bogen und hat über die Jahrhunderte allen Hochwassern getrotzt. Diese Becken an der Brücke werden am häufigsten genutzt.

So wunderbar ein Bad in den Steinbecken zu jeder Tages- und Nachzeit auch ist - länger als 25 Minuten sollte man es nicht ausdehnen. Das Wasser ist nicht nur wohltuend, sondern auch anstrengend für den Kreislauf. Auf einen Rettungswagen wird man hier im Ernstfall lange warten müssen.

Nach dem Bad kann man bei niedrigem Wasserstand eine zwar kurze und weglose, aber fantastisch schöne Wanderung in die flussauf gelegene Langarica-Schlucht unternehmen. An den Ufern findet man zunächst noch einige weitere Quellen und Steinbecken (40.244900, 20.432833; 40.244983, 20.433500; 40.244700, 20.434617; 40.244450, 20.434550), bevor sich die Schlucht dann zunehmend verengt, und ihre 100 Meter hohen Wände schließlich nur noch wenige Meter auseinanderstehen. Je nach Wasserstand kann man im Fluss selber waten oder auf den flachen Felsen entlang seiner Ufer klettern. Den engsten Teil der Schlucht sollte man unbedingt nur dann begehen, wenn die Höhe des Wassers es zulässt. Nach Regenfällen muss man jederzeit damit rechnen, dass der Wasserstand plötzlich und stark ansteigt.

Angeblich soll es Pläne geben für eine touristische Erschließung der Quellen, der Schlucht und anderer Sehenswürdigkeiten in der Gegend. Hoffentlich wird dies einmalige Kleinod der Natur dabei angemessen sanft behandelt!

Quellen und Schlucht sind auf der Rruga e Benjes auch mit größeren Fahrzeugen zu erreichen. Sie zweigt beim Ort Petran vom Tal des Flusses Vjose nach Norden (40.208448, 20.412570) ab. Nach etwa sechs Kilometern findet man nur wenig entfernt von den ersten Thermalbecken einen sehr großen und flachen Stellplatz direkt am Fluss.